Gib mir Fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: "Hyänen-Männer", Aktionisten und Lovesongs

Trier: Fototage 2010

"Den Hunden auf Bodo Korsigs Bildern geht es nicht gut. Sie werden gehätschelt und verwöhnt, sie bekommen nur das beste Futter, sie werden geknuddelt und oft genug sogar geknutscht." Die erstmalig stattfindenden "Fototage Trier" sind dem Konzept "LEBEN elementar" unterstellt. Mit Fotografien wie denen Bodo Krosigs soll nicht nur die Wahrnehmung regionaler und internationaler Fotografie gefördert, sondern auch jenen Momenten Aufmerksamkeit verschafft werden, die sonst im Banalen und Alltäglichen übersehen werden.

Der Südafrikaner Pieter Hugo konzentriert sich in seinen Arbeiten, wie der Serie "Hyänen-Männer", auf die Verdrängten und Ausgestoßenen des afrikanischen Kontinents. Die Brasilianerin Luzia Simmons hingegen widmet sich eher klassischen Themen, wie dem unwiederbringlichen Moment der fotografischen Aufnahme. Bei den über vierzig ausgestellten Künstlern sind mit Katrin Trautner, Heidi Sills, Sandra Minchin, Anouk Kruithof, Heather Dinas oder Bárbara Wagner über die Hälfte Fotografinnen. Gezeigt werden die Arbeiten im Stadtmuseum Simeonstift sowie im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum und den Viehmarktthermen. Der Katalog zur Ausstellung erscheint als Sondernummer der Ein-Mann-Zeitschrift "dienacht" – Magazin für Fotografie, Design und Subkultur.

13. November bis 12. Dezember 2010 in Trier

Wien: "Direct Art"

Wo ist es nahe liegender, eine Ausstellung über den Wiener Aktionismus zu zeigen, als in Wien? Das Museum Moderner Kunst zeigt bereits seit acht Jahren eine Serie von Sammlungsausstellungen, die den Wiener Aktionismus unter verschiedenen Blickwinkeln präsentieren. Ab dem 12. November werden nun unter dem Titel "Direct Art" die spezifischen Positionen der Wiener Aktionisten im internationalen Kontext betrachtet. Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut. Die Kuratoren setzten auf die Konfrontation mit parallel stattfindenden Positionen, um die vorrangige Stellung der Wiener im Kunstgeschehen der sechziger Jahre zu verdeutlichen. So werden Arbeiten der Wiener Protagonisten wie Günter Brüs oder Hermann Nitsch unter anderem denen Yves Kleins oder Lucio Fontanas gegenübergestellt. Bemerkenswert: auch der Musik, die eine wesentliche Rolle im Wiener Aktionismus spielte, wird ein eigener Bereich gewidmet. Zu hören sind neben den Musik-Notationen von Otto Muehl oder Anestis Logothetis auch Arbeiten von John Cage, Nam June Paik und anderen Fluxus Künstlern.

12. November 2010 bis 29. Mai 2011 im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig

Hamburg: "Maske, Handschuh und Skelett"

Sie sind die Präzision der Hand eines Künstlers: "Lebewesen" aus Papier, Strichen, Flecken, Wasser und Blei – auch Zeichnungen genannt. Diesen widmet sich die Ausstellung "Nur Wahrheit – ehrlich, tod-sicher: Maske, Handschuh und Skelett" im 8. Salon in Hamburg. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit der Sammlung Kopp aus München, die sowohl international bedeutende Künstler wie Philip Guston oder Jonathan Meese, als auch weniger vertraute Namen wie Aleen Solari oder Florian Mahro bietet. Die Exponate werden chronologisch angeordnet, aufgeteilt in Gruppen und Blöcke, die exemplarisch die unterschiedlichen Epochen widerspiegeln. Die Schau zeigt neben den Vorlieben und Forschungsgebieten der Sammler auch verborgene Verwandtschaften und Fernwirkungen zwischen den Künstlern auf.

14. November 2010 bis 5. Dezember 2010 im 8. Salon

Frankfurt: "NODE10"

Schaut man auf der Homepage des Schweizer Designers und Künstlers Leander Herzog vorbei, windet sich dem Besucher aus einem schwarzen Loch auf weißem Grund ein wurmartiges Ding entgegen und schiebt sich und das Bild weiter und weiter nach rechts. Schließlich erkennt man, dass dieser Wurm einer schlichten schwarzen Linie, generiert von einem handelsüblichen Graphikprogramm, verdächtig ähnelt. Eine klare Grenze zwischen Kunst und digitalen Medien ist längst hinfällig. Dieser Thematik widmet sich in der kommenden Woche das intermediale Festival "NODE10". Veranstaltet vom Verein zur Förderung digitaler Kultur steht die Untersuchung kultureller Konsequenzen einer postindustriell technisierten Gesellschaft im Fokus des Programms. Neben Vorträgen und Performances bilden die Workshops mit Themenschwerpunkten wie Visual Music, Data Visualization, Video Tracking, Character Animation oder auch Physics Based Animation das so genannte Herzstück des Forums. Die parallel stattfindende Ausstellung "abstrakt Abstrakt – The Systemized World" zeigt neben Leander Herzog auch Arbeiten von Ben Fry oder Jorinde Voigt. Egal, ob analoger oder digitaler Natur, setzen alle Werke ihren Fokus auf die Übersetzung von einem in ein anderes Medium.
Am Abend dürfen die Festivalbesucher im Café des Kunstvereins und gerahmt von Performances von Pan Am Scan oder den Abstract Birds schließlich eigene Arbeiten präsentieren.

15. bis 20. November 2010 im Frankfurter Kunstverein

Köln: "This is not the Story you think it is"

Mit sparsam eingesetzten, bunten, oft lieblich verspielten Formen auf monochromem Grund untersucht die amerikanische Künstlerin Pamela Fraser die unterschiedlichen Wege, auf denen Farbe funktionieren kann. Ihr Wissen basiert auf Farbenlehren aus den Bereichen Kunst, Design und Alltagsästhetik. In der Ausstellung "This is not the Story you think it is" in der Galerie Schmidt Maczollek in Köln präsentiert Fraser ihre neue Serie, bei der sie gesetzte Farbpunkte mit Linien verbindet, bis ein verwobenes Netz entsteht. Für die Künstlerin steht die Bildende Kunst in ständigem Dialog zur Umwelt, was sich in der Titelgebung ihrer Ausstellungen widerspiegelt: eine Mischung aus philosophischen Sentenzen, Texten, Kunst-, Film- und Buchtiteln, Zeilen aus Lovesongs und Gedichten. "Denn das Verwirren der Begriffe" so Pamela Fraser "zielt auf unseren gewohnheitsmäßigen Umgang mit solchen Codes und ihren Grenzen."

13. November 2010 bis 19. Februar 2011 in der Galerie Schmidt Maczollek