Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Irit Bahle empfiehlt diese Woche: Klangräume, Rieseninsekten und Figurendesign

Wien: WestLicht zeigt Megan Lewis’ "Conversations with the Mob"

Einen intimen Einblick in die Welt der Martu eröffnet Megan Lewis' Arbeit "Conversations with the Mob", welche vom 31. März bis zum 31. Mai erstmals außerhalb Australiens zu sehen sein wird. WestLicht präsentiert die rund 50 Fotografien, die die Kultur, den Alltag und Probleme der australischen Aborigines reflektieren und einen besonderen Blickwinkel offenbaren: Die Künstlerin lebte nicht nur fünf Jahre lang zusammen mit den Martu, ihr gelang es auch, über die Rolle der Fotojournalistin hinaus, eine Freundin der Gemeinschaft zu werden. Lewis tritt in Dialog mit den australischen Ureinwohnern und zeigt deren Pendeln zwischen Tradition und neuer Welt der Weißen, anhand von Themen wie Trauer, Alkohol, Beziehungen oder spirituelle Kräfte. "Conversations with the Mob" wurde mit dem Walkley Award und den Photographers Choice Awards ausgezeichnet.

Hamburg: "Das Volk" zu Gast im Stilwerk

Riesenhafte Ameisen bevölkern vom 26. März bis zum 20. April das Stilwerk. Mit der Ausstellung "Das Volk - ein Leben für die Königin im Maschinenraum" fragt der Künstler Leo Stern nach dem Verhältnis von Individuum und Kollektiv. Sein fiktiver Ameisenstaat aus überdimensionierten Skulpturen lässt die beklemmende Frage aufkommen: Wann wird Masse zur Bedrohung, und gibt es eine Chance zur Individualität?

Berlin: Sound-Installation im Hamburger Bahnhof

Im Rahmen des MaerzMusik Festivals verwandelt sich die Haupthalle des Hamburger Bahnhofes am 13. März um 20 Uhr in einen 3-D-Klangraum. Janet Cardiffs und George Bures Millers Sound-Installation "The Murder of Crows" erzählt im Zusammenspiel von Geräusch, Gespräch und Musik mehrere kleine Geschichten. Mit 98 Lautsprechern, 20 Verstärkern, Computern und Elektronik setzen sich die Künstler mit skulpturalen und physischen Eigenschaften von Klang auseinander. Bis zum 29. März lädt MaerzMusik 2009, das Festival für aktuelle Musik, mit einem umfangreichen Programm zu den verschiedensten Hör-Abenteuern ein.

Hamburg Kunstverein: Auftakt zum Jahresprogramm 2009: Velonis, Trouvé, Milohnic

Unter der neuen künstlerischen Leitung von Florian Waldvogel eröffnet der Kunstverein Hamburg mit Arbeiten von Kostis Velonis, Tatiana Trouvé und Daniel Milohnic am Freitag, 27. März, 19 Uhr, das Jahresprogramm 2009. In der oberen Etage wird vom 28. März bis zum 21. Juni erstmalig in Deutschland eine institutionelle Einzelausstellung mit dem Titel "How One Can think Freely in the Shadow of a Temple" des griechischen Künstlers Kostis Velonis zu sehen sein. Seine bühnenartigen Skulpturen stellen den Raum dar für kommende Veranstaltungen des Kunstvereins sowie für die Ausstellung von zwei weiteren Künstlern. Parallel dazu drehen sich im Erdgeschoss Tatiana Trouvés modellartige Skulpturen der Ausstellung "Bureau of Implicit Activities" um individuelle Wünsche, Enttäuschungen und unrealisierte Ideen. Daniel Milohnic empfängt den Besucher mit "Sleeping Buddha" bereits im Eingangsbereich. Eine 15 Meter lange Buddhaskulptur aus Holz, Pappe und Goldfolie wird das Jahresprogramm des Kunstvereins begleiten, mit der Absicht, auch ein kunstfernes Publikum anzusprechen.

Berlin: Pictopia im Haus der Kulturen der Welt

Pictoplasma und das Haus der Kulturen der Welt zeigen im Rahmen von Pictopia,
Festival neuer Figurenwelten, bis zum 3. Mai eine Ausstellung zum Thema Figurendesign.
Reduzierte Figuren, Piktogramme mit lebendigen Zügen und überdimensioniertes Spielzeug erwarten den Besucher ebenso wie fahrbare Figuren und Autoscooter. Mehr als 30 internationale Künstler und Designer, darunter Akinori Oishi, Daniel & Geo Fuchs oder Motomichi Nakamura, lassen mit der Ausstellung die Lebenswelt der sogenannten "Characters" entstehen. Das Festival widmet sich erstmalig in Deutschland umfassend diesem Thema und macht es einem breiten Publikum zugänglich.