Geschenketipps - Weihnachten

Advent, Advent ein Lichtlein brennt

Der 24. Dezember rückt immer näher. Wer jetzt noch rasch ein Präsent für den Gabentisch benötigt, dem helfen vielleicht die Tipps der art-Redaktion
Fehlt noch was?:Was art-Mitarbeiter unter den Gabentisch legen

Die Entwicklung von Lumio, einer Lampe in Buchform, war crowdfunding finanziert

Toni Reichel, Praktikant, hat was übrig für gute Bücher: Dieses Jahr verschenkt er ein besonderes Exemplar. Nicht zum Lesen, sondern zum Leuchten.

Durch crowdfunding finanziert, hat es Lumio, die Lampe in Buchform, aus der Werkstatt von Max Gunawan heraus in die Welt geschafft. Es gibt sie wahlweise mit Walnuss-, Kirsch- oder Ahornholz verkleidet. Dabei haben die Entwickler auf nachhaltige Holznutzung, recyceltes Papier und umweltfreundliche LED-Leuchten gesetzt. Ob an der Wand, als Nachtlicht oder bei einem abendlichen Picknick, Lumio ist vielseitig und sieht gut aus. – Kosten: 160 Dollar (rund 116 Euro), zu bestellen auf hellolumio.com


Petra Bosetti, Redakteurin, lehnt den weihnachtliche Konsumterror eigentlich ab – nur bei sich selbst macht sie eine Ausnahme. Sie hat sich 1. für den ersten Weihnachtstag eine Eintrittskarte zur Dürer-Ausstellung im Frankfurter Städel geschenkt. 2. Auf der verzweifelten Suche nach dem ultimativen Weihnachtskitsch, mit dem ihr im Winter 2011 das Essen im Wiener Hotel Bristol versüßt worden war (Plexiglas-Tannenbäumchen, das sich dreht und dabei die Farben wechselt), hat sie als Ersatz ein Porzellan-Windlicht mit den Engelchen von Raffael für sich entdeckt. Dürer-Tickets bestellen


Hannah Schuh, Bildredakteurin, findet, dass einer der Fotodrucke von Claudius Schulze ein schönes Weihnachtsgeschenk wäre. Schulze macht wunderbare Landschaftsbilder, auf denen man die Mauern und Dämme sieht, die uns vor den Folgen des Klimawandel schützen sollen. Die Erlöse aus dem Verkauf werden umgehend in neue Arbeiten umgesetzt: Lønstrup 2013, 35x42cm, Auflage: 75Tauernmoos 2013, 35x42cm, Auflage: 75 je 250 Euro plus Versand, in einem doppelt holzfedergeleimten Vitrinenrahmen aus unbehandeltem Nussbaum, Profil 10/42mm für 330 Euro (Standardglas) bzw. 350 Euro (Museumsglas) plus Versand. Claudius Schulze


Karsten Henning, Art-Direktor, schwärmt für Saul Leiter. Der vor kurzem gestorbene Fotograf musste sich fast ein Leben lang mit Modeaufnahmen über Wasser halten. Erst später wurde sein umfangreiches künstlerisches Schaffen entdeckt und als das gewürdigt, was es ist: außergewöhnliche amerikanische Gegenwartsfotografie der Genre Street, Live und Architektur. Der Bildband "Saul Leiter", der auch Einblicke in seine Skizzenbücher und Malereien bietet, präsentiert das überwältigende Gesamtwerk des spätentdeckten Pioniers der Farbfotografie. Der im Kehrer Verlag erschienene Band kostet 58 Euro, ist allerdings schon etwas rar. Am ehesten ergattert man noch ein Exemplar beim Buchversand ihres Vertrauens im Internet.


Tim Holthoefer, Bildredakteur, empfiehlt die Useless Box: Ein fantastisches Geschenk für Leute, die ständig behaupten, sie hätten schon alles und wünschten sich nichts. Der schwarze Kasten ist nämlich, wie der Name schon andeutet, absolut nutzlos: Sobald man das Gerät an einem kleinen Kippschalter einschaltet, öffnet sich eine Klappe, ein kleiner Hebel erscheint und schaltet die Box wieder aus. Was wie die Quintessenz zeitgenössischer Geek-Kultur wirkt, geht auf den genialen Mathematiker und Begründer der Informationstheorie Claude Shannon zurück. Der entwickelte schon in den fünfziger Jahren, basierend auf einer Idee des ebenso legendären Marvin Minsky, diese "Ultimate Machine". Um es mit der Sinnlosigkeit nicht zu übertreiben, empfiehlt es sich, die Useless Box als Bausatz zu überreichen. Useless Box Bausatz, 39,95 Euro


Angelika Kindermann, Redakteurin, legt diesmal eine Geschenkebox für Guerrilla Gardening unten den Gabentisch. Adressat des praktischen Päckchens ist der vor kurzem von zu Hause ausgezogene Sohn. Der gute Junge wohnt jetzt in einer tristen Gegend mit viel Beton, und als Mutter wünscht man ihm natürlich etwas Grün rund ums Haus. Mit dem Inhalt des formschönen Pappkörbchens dürfte es kein Problem sei, das eine oder andere Pflänzchen in die Boden zu bringen – natürlich nur wenn er nicht gefroren ist. Zum Set gehören zwei Holzschleudern, jede Menge Samenbomben, bevorzugt Wildblumen, sowie ein grünes Baumwoll-Tuch, mit dem der Guerilla-Gärtner sein Gesicht verhüllen kann, um unerkannt zu bleiben. Zu beziehen unter Greenaid, Preis rund 48 Euro.


Undine von Rönn, Chefin vom Dienst, verschenkt den Katalog „Jesus reloaded. Das Christusbild im 20. Jahrhundert“ (Wienand Verlag) der eine Ausstellung (bis 19. Januar) im Kunsthaus Stade begleitet. Der Band bietet eine interessante Einführung in die Geschichte der Christusdarstellung und zeigt dazu insbesondere druckgrafische Werke der Moderne von Künstlern wie Édouard Manet, Max Beckmann, HAP Grieshaber, Joseph Beuys oder Keith Haring. Besonders spannend dabei sind die persönlichen Geschichten der Künstler, die zur Entstehung ihrer Arbeiten geführt haben. „Jesus reloaded. Das Christusbild im 20. Jahrhundert“, Wienand Verlag, 29,80 Euro.


Ulrike von Sobbe, art-Mitarbeiterin, wurde nicht zuletzt dank der faszinierenden Aufnahmen von Barbara Klemm im Feuilleton der "FAZ" Ende der Sechziger zur Zeitungsleserin. Die Fotografin hatte sich damals in einer Männer-Dömane durchgesetzt, heute wird sie mit einer wunderbaren Ausstellung im Berliner Gropius-Bau geehrt. Ihr 40-jähriges Lebenswerk kann man dort bewundern oder im begleitenden Katalog, der im Schweizer Nimbus Verlag erschienen ist, 380 Seiten, zahlreiche Abb., 48 Euro.


Raluca Pora, Redakteurin, hat wenig Platz in der Stadt-Wohnung und schenkt sich selbst und ihrer Kleinsten ein selbstgebautes Puppenhaus im Bauhaus-Look. Der Clou daran: Zwei Etagen lassen sich im Handumdrehen ineinanderschieben, so dass sich das meist nach wenigen Minuten Spielzeit achtlos liegengebliebene Puppenchaos in einen ordentlichen und gut verstaubaren Koffer verwandelt. Die vielen Stunden kreatives Chaos, die vielen Zeichnungen, Pläne, zudem das Sägen, Schleifen, Lackieren und Leimen lohnen sich: Heile Welt endlich auch im Kinderzimmer! Zumindest für ein paar Minuten. – Wer bis zum Fest nichts anderes zu tun hat, kann es durchaus schaffen, mit viel Fantasie und handwerklichem Geschick auch so ein praktisches Puppenheim zu bauen. Viel Spaß!


Ralf Schlüter, stellvertretender Chefredakteur, empfiehlt als Weihnachtgeschenk den Katalog zur Retrospektive des amerikanischen Malers Ronald Brooks Kitaj (1932 bis 2007), die in diesem Jahr in Berlin und Hamburg zu sehen war. Wer diese ergreifende Ausstellung verpasst hat, kann wenigstens per Buch die Reise durch Kitajs Leben antreten: Seine oft verklausulierten Bilder sind geprägt von den jüdischen Schicksalen des 20. Jahrhunderts, von Fremdheit, Vertreibung, Emigration; aber sie erzählen auch von Freundschaft und Liebe, Hingabe an die Kunst, Leidenschaft für Bücher und Literatur. – Cilly Kugelmann, Eckhart Gillen, Hubertus Gaßner: "Obsessionen. R.B. Kitaj 1932 – 2007", Kerber Verlag 246 Seiten, 48 Euro.

Mehr zum Thema auf art-magazin.de