Gib mir Fünf! - Tipps der Woche

Die Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Johanna Hunder empfiehlt diese Woche tierische Figuren, Pariser in Berlin und und expressionistische Frauenpower.

Emden: Joan Mitchell

Joan Mitchell musste sich zunächst in der männlich dominierten Welt der New York School der Abstrakten durchsetzen, als sie ab 1950 in New York lebte und arbeitete. Doch schon bald gehörten Willem de Kooning und Franz Kline zu ihren Freunden. Mitchells (1926 bis1992) Malerei wirkt luftig improvisiert und deutet mit ihren landschaftlichen Anklängen die lyrische Seite des abstrakten Expressionismus an. Nach ihrer Umsiedlung nach Frankreich setzte sie sich in ihrer Kunst mit Leitfiguren der Klassischen Moderne auseinander. Die Kunsthalle in Emden zeigt diese Einzelausstellung noch bis zum 8. März.

Berlin: Berlin – Paris

Lässt es sich an der Spree ebenso gut arbeiten wie an der Seine? Das werden 13 Pariser Galeristen bald herausfinden, denn vom 9. bis zum 18. Januar sind sie zu Gast in den Räumen ausgewählter Berliner Kollegen. Eine Städtepartnerschaft verbindet Berlin und Paris schon seit 1987, jetzt hat die französische Botschaft ein Projekt auf die Beine gestellt, das eine Begegnung und Vernetzung der Galeristen und der von ihnen vertretenen Künstler möglich macht. Die elf teilnehmenden Berliner Galerien sind Esther Schipper, Mehdi Chouakri, Christian Nagel, Johann König, Carlier I Gebauer, Giti Nourbakhsch, Isabella Bortolozzi, Micky Schubert, Croy Nielsen, Jan Wentrup und Sassa Trülzsch. Die teilnehmenden Pariser Galerien sind Air de Paris, Almine Rech, Balice Hertling, Castillo/Corrales, Galerie 1900-2000, Gaudel de Stampa, GB Agency, In Situ - Fabienne Leclerc, Kamel Mennour, kreo, Lucile Corty, Natalie Seroussi und Art: Concept. Der Gegenbesuch der deutschen Galeristen in Paris findet vom 6. bis zum 15. Februar statt.

Berlin: Andreas Pistner und Stefan Thompson

Ein tierischer Reigen erwartet Besucher der Intoxicated Demons Gallery im Januar: Andreas Pistners Tier-Figuren spiegeln in ihren Gesichtern alle möglichen menschlichen Eigenschaften wider und entstehen mit Hilfe einer alten Tiefdrucktechnik. Die Ausstellung des 28-jährigen Wiesbadeners heißt "Character Landscapes" und ist ab Freitag, 9. Januar bis zum 8. Februar zu sehen. Auch in der Secret Gallery, einem anliegenden fünfstöckigen Treppenhaus, in der die Galerie ebenfalls ausstellt, geht es tierisch zu. Der Kanadier Stefan Thompson malt nicht nur eine Fauna aus fantasierten und tatsächlich existierenden Tieren, Vögeln und Insekten, er arbeitet auch noch mit selbst gemischten ökologischen Farben. "Ecofriendly" heißt dementsprechend diese Ausstellung und wird ebenfalls am Freitag, 9. Januar eröffnet.

Berlin: Oliver Pietsch

Im Wochentakt zeigt die Galerie Mikael Andersen die Arbeiten von vier Videokünstlern. Den Anfang von "4 weeks 4 sights" macht Oliver Pietsch am 9. Januar. Für seine Filme bedient er sich aus dem großen Fundus der Filmgeschichte. Er entfernt die Szenenschnipsel aus ihrem eigentlichen Kontext und fügt sie zu einer thematischen Reihung zusammen. Kurze Filmsequenzen werden aus historischen Quellen, Hollywood-Blockbustern und Dokumentarfilmen extrahiert, von Pietsch kombiniert und mit einer neuen Tonspur unterlegt. In den kommenden Wochen werden die Arbeiten von Eske Schlüters, Niklas Goldbach und Julia Oschatz gezeigt.

Stuttgart: Hinz und Kunst II

Zukünftige Kunstlehrer stellen aus: Ihre Abschlussarbeiten zeigen die Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart vom 13. Januar bis zum 27. März im Stuttgarter Rathaus. In der Ausstellung "Hinz und Kunst II" sind zweidimensionale Werke zu sehen: Fotografie, Öl-, Acryl-, oder Aquarellmalerei. Material und Thema waren den Prüflingen freigestellt. Es nehmen teil: Daniela Binder, Judith Brucklacher, Linda Eberle, Esther Kaiser, Julia Kuemmerle, Amelie Scheble, Anke Springborn, Maja Stanski, Iulia Staudacher und Julia Wolff. Die Vernissage findet am 12. Januar um 18.30 Uhr statt.