Bookmarks - Lesetipps Mai

Die Lesetipps des Monats

art-Redakteurin Ulrike von Sobbe stellt Ihnen in unserer Rubrik "Bookmarks" jeden Monat zehn spannende neue Kunstbücher vor. Diesmal mit: Spektakulären Häusern, Graffiti und Philip Taaffe.
Das müssen Sie lesen:Die zehn spannendsten Kunstbücher des Monats

Philip Taaffe. Das Leben der Formen. Werke 1980-2008.

Ornamente sind das verbindende Motiv der Bilder von Philip Taaffe. Der als Appropriation-Künstler bekannt gewordene Amerikaner forscht nach dem Aufbau der Welt und ihren universellen Formen. Begleitend zu einer Ausstellung in Wolfsburg dokumentiert das Katalogbuch sein Werk (Hatje Cantz, 240 S., 222 Abb., 39,80 Euro, Ausstellung bis 29. Juni 2008).

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Piecebook. The secret Drawings of Graffiti Writers.

In ihrem Blackbook sammeln Graffiti-Künstler Entwürfe und Ideen für ihre Pieces. Das gerade erschienen Piecebook – in der Original-Optik eines solchen Skizzenbuchs – zeigt über 200 der besten Vorlagen für die Masterpieces der Graffiti-Künstler, die in den siebziger und achtziger Jahren die Szene in New York bestimmt haben, darunter Zephyr, Daze oder Lady Pink (Prestel Verlag. 208 S., 200 Abb., 24,95 Euro).

Spacecraft. Fleeting Architecture and Hideouts.

Wie Architekten und Künstler auf die neue Mobilität der Menschen reagieren, zeigt der spannende Band: Architektur muss längst nicht mehr aus Stein sein, und Raum definiert sich nicht nur als Höhe mal Breite mal Tiefe. Mit Pavillons, Wohncontainern und Kunstgärten schaffen Künstler und Architekten vergängliche Orte, mit Häusern auf Stelzen bauen sie in die Luft, und aus Müll produzieren sie funktionsfähige Mini-Wohnanlagen (Verlag Die Gestalten. 256 S., 50 Euro).

Die Liebe zu den Objekten. Aspekte zeitgenössischer Skulptur.

Eine Ausstellung im Landesmuseum Niederösterreich und der dazugehörige Band gehen der Frage nach, was seit den achtziger Jahren alles Skulptur ist. Mit Hintergrundtexten und kurzen Erläuterungen zu den einzelnen Künstlern und ihren Skulpturen aus Licht und Klang, Video, Bewegung und Aktion (Springer-Verlag. 255 S., 39,95 Euro, Ausstellung in St. Pölten bis 10. August).

Araki meets Hokusai

Die Kestnergesellschaft in Hannover zeigte im Frühjahr Verbindungen zwischen dem japanischen Star-Fotografen Nobuyoshi Araki und den klassischen Holzschnitten von Katsushika Hokusai, der Ikonen wie die "Große Welle" schuf. Araki zeigt überdeutlich, was Hokusai erahnen ließ: Seine Modelle aus der Bondange-Serie sind meistens nackt, gefesselt und dem Blick des Betrachters scheinbar schutzlos preisgegeben. Nur zu ihren Gedanken dringt die Kamera nicht durch. Mit den beiden Bänden werden die Künstler einander gegenübergestellt. (Kehrer Verlag, 286 S., ca. 280 Abb., 38 Euro).

Stefanie Lucci: Um die Ecke denken. Zur Konstruktion von Qualitätsmerkmalen und Funktionen zeitgenössischer Kunst

Was ist gute Kunst? Stefanie Lucci hat für ihre empirische Untersuchung bei Künstlern, Kritikern, Auktionatoren, Sammlern und Journalisten, in Museen und Kunsthallen nachgefragt und rund 300 Interviews ausgewertet. Das wichtigste Ergebnis: Zeitgenössische Kunst muss neue Sichtweisen eröffnen und Interpretationshilfen für die Gegenwart liefern (Klartext Verlag, 368 S., 29,95 Euro).

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Dani Karavan

Seit 40 Jahren setzt Dani Karavan mit seinen „Environments“ Akzente in Stadtlandschaften und in Naturräumen; er baut Treppen und schafft Schneisen und lässt immer neue Verbindungen zwischen Skulptur und Architektur entstehen. Der Frieden ist das große Thema des 1930 geborenen israelischen Künstlers. Zur Retrospektive in Tel Aviv und Berlin (Martin-Gropius-Bau bis 1. Juni) ist ein großformatiger Bildband mit erläuternden Essays erschienen (Ernst Wasmuth Verlag, 407 S., 386 Abb., 49,80 Euro).

Holger Reiners: Spektakuläre Häuser.

Aufsehen erregen sollten die Bewerbungen um den Preis der Reiners Stiftung für Architektur; die 33 prämierten Einfamilienhäuser stellt der Band vor. Darunter ein Holzbau mit einer Fassade aus Stoff, ein archaisch anmutendes Häuschen aus Backstein und das Hamburger "Floating-Home" – fest verankertes Leben auf dem Wasser (Deutsche Verlags-Anstalt, 224 S., 350 Abb., 180 Grundrisse, 69,95 Euro).

BMW Welt. Von der Vision zur Realität.

Ein Freizeitpark rund um das Thema Auto: BWW dokumentiert die Entstehung der so genannten „BMW Welt“ in München in einem Bildband. Der Konzern erzählt seine Geschichte von den ersten Motoren, der klassischen Vierzylinder-Konzernzentrale bis zur "Wolke" der Architekten COOP Himmelblau mit Fotos von Stahl, Glas und Technik. (teNeues Verlag, 256 S., 98 Euro).

Belser Kunstsammelsurium.

Wie heißt Christo mit wirklichem Namen, was symbolisieren Milch und Honig in der Kunst und was sagte Frida Kahlo, kurz bevor sie starb? Der Band stellt Nützliches, Kurioses und Belangloses kurz und knapp zusammen: 25 Kunstwerke, die man gesehen haben sollte, eine Liste mit den kitschigsten Ausstellungstiteln 2007 und die Thesen aus Dan Browns Roman „Sakrileg“ (Belser Verlag. 192 S., ca. 50 Abb., 14,95 Euro).