Bookmarks - Lesetipps des Monats

Die Lesetipps des Monats

art-Redakteurin Ulrike von Sobbe stellt Ihnen in unserer Rubrik "Bookmarks" jeden Monat zehn interessante, neue Kunstbücher vor. Die ersten Frühjahrspublikationen der Kunstbuchverlage bieten ein buntes Spektrum von japanischem Farbholzschnitt, über Kaiser Friedrich II. bis hin zu Mark Rothko.
Geballter Lesestoff:Die neuen Kunstbücher im Februar

Bücherstapel März

Hiroshige: Hundert berühmte Ansichten von Edo

Seine größte Hingabe galt Ansichten seiner Heimatstadt Edo, dem heutigen Tokio: Hiroshige (1797 bis 1858) war einer der letzten Meister des japanischen Farbholzschnitts, einer Kunstform, die das Bild Japans in der westlichen Welt bis heute prägt. Der Taschen Verlag hat eine der kostbarsten Ausgaben von hundert berühmten Ansichten von Edo (1856 – 1858) aus dem "Ota Memorial Museum of Art" in Tokio aufwändig nachgedruckt. Mit japanischer Bindung wird das großformatige Opus in einer mit Seidenstoff bespannten Box angeboten (294 S., 100 Euro).

David Schnell: Hover

Unverwechselbar ist seine farbintensive Malweise – schwebende Gegenstände oder Gebäude ohne erkennbare Statik kennzeichnen die Gemälde des Deutschen David Schnell (Jahrgang 1971). Zu Ausstellungen in Goslar und Puerto Rico hat die Galerie Eigen+Art den Katalog Hover herausgegeben, der auch neueste Arbeiten des Künstlers vorstellt (Hatje Cantz Verlag, 108 S., 56 Abb., 29,80 Euro).

Kaiser Friedrich II. – Welt und Kultur des Mittelmeerraums / Von der Kunst mit Vögeln zu jagen – Das Falkenbuch Friedrich II.

Wer die Ausstellung (bis 15. Juni) im Oldenburger Landesmuseum nicht besuchen kann, dem seien die beiden Begleitpublikationen empfohlen. Beide Bände geben Einblick in das kulturelle Umfeld des ebenso umstrittenen wie faszinierenden Herrschers des Mittelalters und spiegeln sein ausgeprägtes Interesse an Kunst, Architektur und Wissenschaft (Verlag Philipp von Zabern. 544 S., 900 Abb., bis 30.4. 34,90 Euro, danach 44,90 Euro. Falkenbuch 160 S., 100 Abb., 19,90 Euro bis 30.4., danach 24,90 Euro, beide Bände zusammen 49,90 Euro bis 30.4., danach 60 Euro).

Kunst-Bildatlas

Die renommierte Kunsthistorikerin Karin Thomas hat einen Kunst-Bildatlas herausgegeben. Seine 100 großformatigen Abbildungen, versehen mit kompakten Erläuterungen, bieten einen umfassenden Kanon der Kunst, der alle Epochen von der Gegenwartskunst bis zurück zur Antike beschreibt. Obwohl ursprünglich für den Kunstunterricht konzipiert, ist der Band auch für ein breiteres kunstinteressiertes Publikum geeignet (Ernst Klett Verlag. 256 S., 24,95 Euro).

Mark Rothko – Schriften 1934–1969

Rechtzeitig zur großen Mark-Rothko-Retrospektive, die bis 27. April in der Münchner Hypo-Kunsthalle und anschließend vom 16. Mai bis 24. August in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein wird, hat der Verlag Kurt Liebig die Schriften 1934–1969 des Künstlers veröffentlicht. Fast 100 Texte spiegeln Rothkos ästhetisches Denken in kunstheoretischen Essays, Vorträgen, Interviews sowie Briefen an Kuratoren, Galeristen und befreundete Künstler wider (Verlag Kurt Liebig. 205 S., 19,90 Euro).

50 Künstlerinnen, die man kennen sollte

Längst prägen Frauen unangefochten das Bild der Kunst. Längst sind die Zeiten vorbei, als Künstlerinnen um die Anerkennung ihres Talents zu kämpfen hatten. Von Artemisia Gentileschi über Berthe Morisot bis zu Georgia O’Keeffe und Jenny Holzer reicht die Liste der 50 Künstlerinnen, die man kennen sollte. Der handliche Band gibt einen fundierten Überblick über bedeutende Künstlerinnen von der Renaissance bis in die Gegenwart, stellt ihre wichtigsten Werke vor und liefert prägnante Kurzporträts (Prestel Verlag. 176 S., 200 Abb., 19,95 Euro).

Gustave Courbet

Es war das Ausstellungsereignis des Herbstes 2007: die großartige Schau mit Werken des französischen Realisten Gustave Courbet (1819 bis 1877) im Pariser Grand Palais. Nun reisen seine Bilder nach New York, wo sie vom 27. Februar bis 18. Mai im "Metropolitan Museum of Art" die Besucher begeistern werden. Der englischsprachige Katalog ist jetzt auch in Deutschland zu haben. Es ist ein Prachtband zum Werk des großen Erneuerers der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts, dessen bestechend virtuose Gemälde, darunter Porträts, Genrebilder, Landschaften, Akte oder Stillleben, bis heute faszinieren (Hatje Cantz Verlag. 480 S., 506 Abb., 58 Euro).

Arthur Kaufmann und Otto Pankok: Die geistige Emigration

Das gemeinsame Schicksal stärkte ihr Netzwerk: Als Künstler wie Arthur Kaufmann und Otto Pankok, die der Vereinigung "Das junge Rheinland" angehörten, zusammen mit vielen anderen in der NS-Zeit als "entartet" verfemt wurden und sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen mussten, widmeten sie sich umso intensiver ihren Künstlerfreundschaften. Eine Ausstellung (Kunstmuseum Mülheim, bis 6. April) mit begleitendem Katalog befasst sich mit dem Thema "geistige Emigration": Arthur Kaufmann – Otto Pankok und ihre Künstlernetzwerke (Kerber Verlag.184 S., 140 Abb., 38 Euro).

Neuland – Bildende Kunst und Landschaftsarchitektur

Das moderne Verkehrswesen hat mit Autobahnen, Flughafenarealen oder Eisenbahntrassen ebenso neue Landschaftsbilder hervorgebracht, wie aufgelassene Industriegelände oder ehemalige militärische Einrichtungen geografische Strukturen verändern. Welche Impulse Landschaftskunst solchen Orten geben kann, diskutiert Neuland. Landschaftsarchitekten, Künstler, Philosophen und Gesellschaftswissenschaftler zeigen innovative Planungsansätze auf (Birkhäuser Verlag. 188 S., 200 Abb., 29,90 Euro).

Jacques-Émile Ruhlmann: Genie des Art déco

Er war der einflussreichste Gestalter, Möbelkünstler und Innenausstatter des französischen Art Déco in den zwanziger Jahren: Jacques-Émile Ruhlmann. Zwei Bände in aufwändiger Schmuckmappe feiern ihn als Genie des Art déco, versammeln Skizzen, Zeichnungen und alte Fotografien, die Eleganz und handwerkliche Präzision seiner Entwürfe nachvollziehen lassen (Flammarion. 240 S., 250 Abb., Sonderpreis 19,95 Euro).