Bookmarks - Lesetipps August

Die Lesetipps des Monats

art-Redakteurin Ulrike von Sobbe stellt Ihnen in unserer Rubrik "Bookmarks" jeden Monat zehn spannende neue Kunstbücher vor. Diesmal mit Georg Baselitz, olympischer Architektur und lakonischen Zeichnungen über den Kunstbetrieb.

Georg Baselitz. Druckgraphik 1964 – 1983.

Der umfangreiche Katalogband, der nach Dresden eine Ausstellung in der Münchner Pinakothek der Moderne begleitet (18. September bis 16. November), lässt nachvollziehen, wie der Künstler mit verschiedenen Techniken von Kaltnadelradierung über Aquatinta bis Holz- und Linolschnitt experimentierte und so ein ganz eigenständiges Werk auf Papier entstand (Hatje Cantz Verlag. 480 S., 337 Abb., 78 Euro).

9943
Strecken Teaser

Olympic Architecture. Beijing 2008.

Die Fernsehberichte von den Olympischen Spielen in Peking vermittelten bereits beeindruckende Bilder von den Wettkampfstätten und Arenen, die eigens für dieses Sportereignis errichtet oder umgestaltet wurden. Nun ist ein Überblickswerk erschienen, das die gesamte olympische Architektur in Fotografien, Skizzen und Zeichnungen vorstellt. Es ist die einzige von den staatlichen Organen Chinas autorisierte, offizielle Dokumentation dieser Bauten (Birkhäuser Verlag. 320 S., über 400 Abb., 39,90 Euro).

Nils Büttner: Gemalte Gärten. Bilder aus zwei Jahrtausenden.

Wenige Motive haben Maler aller Epochen der abendländischen Kunstgeschichte so intensiv beschäftigt wie der Garten. Der großformatige Bildband zeigt anhand von 130 markanten Beispielen, wie sich während der vergangenen 2000 Jahre die Vorstellung vom paradiesischen Lebensraum gewandelt hat: Schon in der Antike gelten gemalte Gärten als Genussobjekt, im Mittelalter werden sie zum Sinnbild geistiger Ideale, und im 19. Jahrhundert finden Künstler mit neuen Maltechniken zu einen impressionistischen Natureindruck. So vielschichtig das Thema auch interpretiert wurde, allen Bildern gemein ist die Idee vom irdischen Glücks-Ort (Hirmer Verlag. 238 S., 186 Abb., 69 Euro).

David Nash.

Zur kürzlich gezeigten Retrospektive in der Kunsthalle in Emden ist eine Monografie erschienen, die anschaulich erleben lässt, wie sich der englische Holzbildhauer mit der Natur auseinandersetzt und dabei monumentale Skulpturen, aber auch Arbeiten in der Landschaft entstehen. In einer Ausstellung der Altana Kulturstiftung in Bad Homburg sind ab 29. August bis 26. Oktober "Naturformen" von Nash zu sehen (Edition Galerie Scheffel. 168 S., zahlr. Abb., 35 Euro).

Xenia Hausner. You and I.

Vorwiegend Porträts von Frauen bestimmen das Werk der österreichischen Malerin, die in Berlin und im Salzkammergut lebt und arbeitet. Das von der Künstlerin (Jahrgang 1951) selbst gestaltete Buch präsentiert über 100 Abbildungen ihrer farbintensiven, eindringlichen Gemälde (Prestel Verlag. 168 S., 108 Abb., Deutsch und Englisch, 39,95 Euro).

Die Parthenon-Skulpturen.

Sie sind Inbegriff der klassischen griechischen Kunst, Besuchermagnet im Londoner British Museum und seit ihrer Entstehung vor fast 2500 Jahren Inspiration für Künstler und Dichter. Der Bildband zeigt diese Meisterwerke der Bildhauerkunst in großformatigen Fotografien und verblüffenden Detailaufnahmen, die auch kleinste Merkmale erlebbar machen (Verlag Philipp von Zabern. 144 S., 155 Abb., 29,90 Euro).

10415
Strecken Teaser

Dietrich Erben: Komponistenporträts. Von der Renaissance bis zur Gegenwart.

Joseph Karl Stieler charakterisiert Ludwig von Beethoven als heroische Künstlernatur. Max Beckmann zeigt uns den Komponisten Max Reger in großer körperlicher Präsenz, aber mit abweisendem Blick. Dagegen ist das fast drei Meter hohe Bildnis, das Chuck Close seinem Freund Philip Glass gewidmet hat, ebenso überwältigend wie eindringlich. Alle 86 für diesen prachtvollen Band ausgewählten Porträts erzählen von Begegnungen zwischen Künstlern und Komponisten: eine spannende Beziehungsgeschichte, die der Autor in einem Essay erkundet, der jedem Gemälde gegenübergestellt ist (Reclam Verlag. 216 S., 86 Abb., 49,90 Euro bis 28.2.09, danach 59,90 Euro).

Jean Philippe Delhomme. Zeitgenössische Kunst.

Der in New York lebende französische Illustrator, dessen Zeichnungen regelmäßig im "New Yorker" oder der Zeitschrift "A.D." erscheinen, hat die Kunstszene beobachtet und ist dabei zu dem Schluss gekommen, dass man Künstler, Galeristen und Sammler mit ihren Selbstinszenierungen nicht allzu ernst nehmen sollte. Seine lakonischen Zeichnungen liefern bissig-humorvolle Einsichten (Liebeskind Verlag. 96 S., 18,90 Euro).

Stéphane Pincas und Marc Loiseau: Eine Geschichte der Werbung.

Ob der Coca-Cola-Weihnachtsmann, das Camel-Dromedar oder der Tchibo-Kaffee-Experte – manche Werbestars kennt jedes Kind. 1842 tauchte zum ersten Mal der Begriff "Werbeagentur" auf, wie seitdem die Wirtschaft mit ihren Marken-Kampagnen versucht, die Kauflust des Publikums anzuregen, beschreibt der Band chronologisch und facettenreich (Taschen Verlag. 336 S., über 1000 Abb., 29,99 Euro).

Baedeker: Deutschland. Osten.

Es ist viel passiert in den rund 19 Jahren seit dem Mauerfall. Somit war es Zeit für eine neue Standortbestimmung. Das Land zwischen Ostsee, Erzgebirge und Thüringer Wald hält eine Menge bereit: erblühende Metropolen und ursprüngliche Dörfer, unberührte Meeresküste und stille Flussauen, sagenumwobene Burgen und einzigartige Kulturschätze. Historische Fakten, Fotos, Karten und 3D-Darstellungen sowie praktische Infos zu allem, was sehenswert oder bemerkenswert ist, liefert der neue Band aus der traditionsreichen Reiseführer-Reihe (Baedeker, 19,95 Euro).