06 / 06 / 2008
Temporäre Kunsthalle Berlin
Baubeginn
BAUBEGINN DER TEMPORÄREN KUNSTHALLE BERLIN
Vom Palast der Republik ragen nur noch ein paar einsame Stahlträger in die Höhe. Doch gegenüber wächst das Neue: Der Bau der Temporären Kunsthalle Berlin hat begonnen. In bereits vier Monaten soll der von dem Wiener Architekten Adolf Krischanitz entworfene einfache Riegel fertig sein.
Für die Organisatorinnen ist das die Verwirklichung eines Traums, und dementsprechend strahlten sie beim Pressetermin zum ersten Spatenstich auf der Baustelle am Schlossplatz. Im Dezember 2005 hatten Coco Kühn, heute künstlerische Beraterin, und Constanze Kleiner, heute Geschäftsführerin der Temporären Kunsthalle Berlin, mit einer spontan organisierten Ausstellung im abrissreifen Palast der Republik die Diskussion um eine Halle für zeitgenössische Kunst auf dem Schlossplatz angestoßen.
Nach einem Wettbewerb gab der Berliner Senat ihrem Projekt den Zuschlag. Zwei Jahre lang soll die Halle in Berlins prominentester Adresse bespielt werden, bevor dort der Bau des Humboldt-Forums beginnt. Ein Ausstellungskubus von 600 Quadratmetern Fläche wird in der Halle Platz finden, dazu Café und Buchhandlung, die gleichzeitig flexibel als Veranstaltungsort bespielt werden sollen. Auch die Außenhaut der Halle wird Kunst präsentieren: als erstes eine digitale Wolke von Gerwald Rockenschaub.
Die künstlerische Leitung hat das gesamte Team in Zusammenarbeit mit künstlerischem Beirat und künstlerischen Beratern, Angela Rosenberg stellte sich als "kuratorisches Management" vor. Als erste Ausstellungen sind Einzelpräsentationen der Videokünstlerin Candice Breitz (Eröffnung 17. Oktober 2008) sowie im kommenden Jahr das Künstlerpaar Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla und die Malerin Katharina Grosse angekündigt.
Finanziert wird die Kunsthalle privat, durch Sponsoring und durch das Engagement der "Stiftung Zukunft Berlin", finanziert von dem Mäzen Dieter Rosenkranz. So konnte Klaus Wowereit um so entspannter lächeln, als er den Spaten schwang. Er weiß allerdings, dass die Stadt Berlin bei der Zeitgenössischen Kunst auch selbst in der Pflicht ist. Er betrachte dieses temporäre Projekt als Auftrag, eine dauerhafte Kunsthalle schaffen, versicherte Wowereit. Man sondiere bereits mögliche Standorte für die Zukunft.
06 / 06 / 2008
