Gib mir fünf! - Die Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Fünf Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Redakteurin Petra Bosetti empfiehlt diese Woche vier Ausstellungen junger Künstler und eine DVD zum 25-jährigen Jubiläum des Kasseler Videofests.

Berlin: "On Fire"

"Preisgekrönte Malerei, ausgezeichnete Fotografie und talentierte Künstler: JungeKunstBerlin.de präsentiert den besten Nachwuchs der Stadt" – so wirbt das Internet-Portal "Junge Kunst Berlin" für eine Gruppenausstellung im Rahmen der Reihe "On Fire". Absolventen der Berliner Kunsthochschulen, Meisterschüler und Diplomanden zeigen ihre Arbeiten nicht nur auf der Internetseite, sondern bis zum 29. November auch in der Galerie Miope (Muskauerstraße 47).

Es sind: Florian Schulz, Meisterschüler der Universität der Künste, geboren 1977 in Berlin. Baal Mohammad-Said Baalbaki, 1974 in Beirut geborener Künstler, erhielt nach dem Studium an der UdK bei Burkhard Held 2006 den Meisterschülerpreis. Jan Poppenhagen, Jahrgang 1974, arbeitet als Fotograf und Videokünstler in Berlin. Philipp Schumann, geboren 1974, ist Fotograf und Designer in Berlin, Regina Nieke studiert an der Universität der Künste. Der gebürtige Amerikaner Brian Allen Smith studierte ebenfalls dort. Dietmar Robert Kohler, Jahrgang 1980, studierte Humanmedizin und ist seit 2008 Meisterschüler der UdK. Yong-Ho Cha aus Südkorea wurde von Künstlern wie A. R. Penck und Daniel Richter unterrichtet. Thomas Seyffert, Jahrgang 1971, ist freischaffender Fotograf.

Hamburg: "Neue Kunst in Hamburg"

Der Verein "Neue Kunst in Hamburg" wurde 1986 gegründet, um jüngere lokale Künstler durch Ausstellungen zu fördern – seit 1997 wird dieses Stipendium als ein Reisestipendium vergeben. Welche menschlichen und künstlerischen Erfahrungen die diesjährigen Stipendiaten in der großen weiten Welt gemacht haben, ist bis zum 22. November in den Galerien der Admiralitätsstraße 71 zu sehen. Thomas Baldischwyler (Jahrgang 1974) arbeitete in Australien (Galerie Jürgen Becker). Michael Conrads (Jahrgang 1977) setzte sich in Mexiko und Rio de Janeiro mit utopischen Orten auseinander (Galerie Artfinder). Sebastan Reuss (Jahrgang 1974) und Lutz Krüger (Jahrgang 1972) folgten den Spuren eines – fiktiven? – Gernot Faber nach Rumänien (Karin Guenther Galerie). Matthias Meyer (Jahrgang 1972) arbeitete in Los Angeles (Galerie Sfeir-Semler), Katrin Mayer (1974) in New York (Produzentengalerie). Anna Möller (Jahrgang 1980) ging nach Tel Aviv und lud hierzu den mexikanischen Künstler Mauricio Guillén (Jahrgang 1971) ein (Galerie für Landschaftskunst und Dörrie * Priess).

Kiel: "Trojanische Pferde"

Der so genannte "Cluster-Ausstellungsraum" der Kieler Muthesius-Kunsthochschule zeigt Arbeiten von Studentinnen und Studenten sowie Absolventen der Hochschule. "Trojanische Pferde" ist der Titel der Ausstellung, die dort vom 14. bis 22. November zu sehen ist. Das trojanische Pferd steht, so heißt es, "als subversive Form der Selbstermächtigung als Analogie zum Kunstsystem im Raum und generiert Möglichkeiten, sich dem Kunstbetrieb gegenüber kritisch und diskursiv zu verhalten und auszudrücken". Die Beteiligten: 
Michael Gülzow, Thomas Judisch, Nehle Könitz, Matthias Krause 
Patrick Gaden, Kathrin Hoffmann, Katja Staudacher und Andreas.

Kassel: Dokumentarfilm- und Videofest

Seit 25 Jahren findet in Kassel das Dokumentarfilm- und Videofest statt. Aus Anlass dieses Jubiläums erscheint in diesem Jahr eine DVD. "Folgte die DVD zum 20-jährigen Jubiläum (2003) noch streng chronologischen Überlegungen im Sinne einer Zeitreise, kamen für die Jubiläums-DVD 'Berührungspunkte' andere Überlegungen zum Tragen", teilen die Veranstalter mit. Die Lauflänge der Beiträge ist auf maximal 15 Minuten pro Arbeit beschränkt, persönliche Bezüge der Festivalkuratorinnen und –kuratoren stehen dabei im Mittelpunkt. Die getroffene Auswahl ist in drei thematische Gruppen aufgeteilt: "Zwischen Medien", "Zwischen Raum" und "Zwischen Menschen". Das Jubiläumsfestival findet in diesem Jahr vom 11. bis 16. November statt.

Wien: Sissa Micheli

"Museum auf Abruf" (MUSA) heißt eine Sammlung zeitgenössischer Kunst der Kulturabteilung der Stadt Wien. Das MUSA besitzt nicht nur rund 16 500 Werke von 3000 Künstlerinnen und Künstlern, sondern veranstaltet auch drei Ausstellungen pro Jahr. "Remind me – Rewind me – Little stories between the visible and the invisible" heißt die Ausstellung von Sissa Micheli. Die 1975 in Bruneck geborene und in Wien lebende Künstlerin zeigt eine Fotoinstallation und einen Videofilm. Die Fotos beziehen sich auf Berichte über reale Frauenschicksale in der "New York Times" – Sissa Micheli stellt Momente aus dem Leben der New Yorkerinnen nach mit sich selbst als Protagonistin. Im Videofilm
"memories in a flat" unternimmt sie in den Kleidern ihrer Großmutter eine Reise durch deren Wohnung, die danach aufgelöst werden soll.