Pia Müller-Tamm - Kunsthalle Karlsruhe

Kontinuität und Feinjustierung

Die kommissarische Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Pia Müller-Tamm, wird neue Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Dies teilten Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg am Donnerstag in Stuttgart mit.
"Kontinuität und Feinjustierung":Pia Müller-Tamm wird Direktorin in Karlsruhe

"Die Kunsthalle Karlsruhe ist kein Haus, das man neu erfinden muss", sagt die neue Leiterin Pia Müller-Tamm

Pia Müller-Tamm, 52, gilt als Expertin moderner und zeitgenössischer Kunst. Sie soll noch im ersten Halbjahr nach Karlsruhe wechseln. Der bisherige Kunsthallendirektor Klaus Schrenk wird am 1. März Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München. Die 1846 eröffnete Staatliche Kunsthalle Karlsruhe gehört zu den bedeutendsten und ältesten Kunstmuseen in Deutschland.

Die promovierte Kunsthistorikerin ist seit Anfang 2008 Interimsdirektorin an der Kunstsammlung in Düsseldorf. Die Leitung der Kunstsammlung NRW soll ab Herbst die bisherige Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart, Marion Ackermann, 44, übernehmen.

Die künftige Karlsruher Museumschefin freut sich auf die neue Herausforderung und sieht viele Schnittstellen zwischen der neuen Aufgabe sowie ihren Fachgebieten – und spart auch nicht mit Lob: "Die Kunsthalle Karlsruhe ist kein Haus, das man neu erfinden muss. Es wird auf jeden Fall Kontinuität, aber auch Änderungen in der Feinjustierung geben", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Ihr Schwerpunkt liegt bei der modernen Kunst

Müller-Tamm ist in Ludwigshafen geboren und hat in Würzburg und Bonn studiert. Sie ging nach Praxiserfahrungen in zwei New Yorker Museen mit einem Werkvertrag der Getty Foundation 1989 an die Kunsthalle Mannheim. Dort war sie als Kustodin der Grafischen Sammlung und des Kupferstichkabinetts tätig. 1995 wechselte sie auf eine wissenschaftliche Stelle in die Ausstellungsabteilung der Kunstsammlung NRW. Seit 2001 ist sie dort Wissenschaftliche Leiterin.

Ihr Schwerpunkt lag in letzter Zeit bei der modernen Kunst. Dabei galt ihr Interesse auch der Vernetzung von Ausstellungsprojekten mit Universitäten, mit denen sie bei der Organisation wissenschaftlicher Symposien zusammenarbeitete. Im Bereich zeitgenössischer Kunst verwirklichte Müller-Tamm unter anderem Projekte mit Katharina Sieverding, Gerhard Merz, Mischa Kuball und Hiroshi Sugimoto. Neben ihrer Kuratorentätigkeit ist die Kunstexpertin als Mitglied in Jurys und Auswahlkommissionen sowie in Wissenschaftlichen Beiräten wie seit 2006 in der Klassik Stiftung Weimar tätig.

Schwerpunkte des traditionsreichen Karlsruher Museums sind die deutsche Malerei von der Gotik bis zur Moderne, niederländische Malerei von der Renaissance bis zum Barock und französische Malerei vom Frühbarock bis zur Moderne. Außerdem hat das Haus bedeutende Skulpturen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und eine wertvolle Grafische Sammlung. Besonderen Wert legt die Kunsthalle auf die Kunstvermittlung an Kinder: 1973 wurde das "Kindermuseum" als eines der ersten dieser Art gegründet. dpa

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