Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal mit einer Ausstellung für Kinder, magischen Landschaften und einer Maschine, die alles kann.

Bad Homburg: Magische Landschaften

In den Banalitäten des Alltags etwas Sinnstiftendes finden? Der eigenen Rationalität und Funktionalität den Rücken kehren?

Für Romantiker kein Problem; denn der romantische Geist strebt nach der Entdeckung des Sinnlichen und Emotionalen, der Schönheit und des Erhabenen. Eine so sehnsüchtige Haltung braucht ein ebenso überwältigendes Bildrepertoire. Imposante, unendlich wirkende, magische Landschaften sind daher die gängigen Motive der Romantik. Eine Gruppenausstellung holt nun die Romantik in die Gegenwart. 13 internationale Künstler beziehen sich mit ihren Werken auf Motive der Romantik. Hiroyuki Masuyama und Kris Martin beispielsweise zitieren und ironisieren die Bildwelten Caspar David Friedrichs, Alec Soth lässt in seinen Fotografien die Menschen ganz im Naturraum verschwinden, und Marina Abramovic zeigt sich in einem Video als Untergebene der Gezeiten.

Die Ausstellung "Im Schein des Unendlichen – Romantik und Gegenwart" ist vom 16. Dezember bis zum 24. Februar 2013 im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg zu sehen.

Düsseldorf: Yin Xiuzhen

Die raumgreifenden Installationen sowie die monumentalen, begehbaren Textilskulpturen der chinesischen Künstlerin Yin Xiuzhen sind stark politisch motiviert. Yin schafft aus alten Kleidern, Schuhen, Möbeln und einfachen Baumaterialien wie Zement und Stein große skulpturale Werke, die sie häufig auch im öffentlichen Raum installiert. Ihre Arbeiten kreisen um Themen wie urbanes Wachstum, moderne Technik oder grenzenlose Mobilität. Mit ihrer Kunst will Yin auf die Schnelllebigkeit unserer globalisierten Gegenwart hinweisen und macht gleichzeitig auf Chinas bedeutende Rolle als dominierender Textilproduzent für den Weltmarkt und die damit verbundenen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie aufmerksam. Mit ihrer individuellen, zeitaufwendigen Handarbeit an riesigen Textilinstallationen führt Yin den technischen Größenwahn und dessen Massenproduktion ad absurdum.

Die Ausstellung "Yin Xiuzhen" ist vom 15. Dezember bis zum 10. März 2013 in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen.

Frankfurt: Pssst!

Ein Geheimnis ist nicht immer angenehm, doch es trägt oftmals auch die Freiheit in sich entscheiden zu können, was man damit macht. Geheimnisse spielen vor allem bei Kindern eine zentrale Rolle. Neun Künstler aus Frankfurt und acht Künstler aus England, haben für das gemeinsame Ausstellungsprojekt "Pssst!" Arbeiten für Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren entwickelt und gestaltet. Die Werke stellen eine Auseinandersetzung mit zeitgemäßer Ästhetik für Kinder dar und beschäftigen sich inhaltlich mit verschiedenen Formen von Geheimnissen. Gezeigt wird zum Beispiel die Geheimschrift von Thomas Forsyth oder der rätselhafte Plattenspieler von Christopher Fellehner.

"Pssst! Eine Ausstellung für Kinder" ist vom 15. Dezember bis zum 27. Januar 2013 im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt a.M. zu sehen.

Oldenburg: Memopolis

Memopolis ist ein von Timo Toots entworfener fiktionaler Ort, der aus Maschinen besteht und dessen Bewohner Daten sind. In der Inszenierung des estnischen Medienkünstlers Toots, der auch Fotograf und Programmierer ist, ergibt sich eine dunkle Utopie, ein Ort digitaler Kontrolle. Eine der Maschinen, "Memopol", kartiert das Informationsfeld der Menschen. Eine andere Maschine, die Basis von Memopolis "Memopol II", ermittelt ein Alter Ego des Benutzers. Mittels Anlegen eines Personalausweises können die Ausstellungsgäste teils überraschende Einblicke in ihre digitalen Spuren aus Datenbanken und Websites erhalten.

Die Ausstellung "Memopolis" ist vom 14. Dezember bis 24. Februar 2013 im Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Oldenburg zu sehen.

Wien: Secession

Yael Bartana ist Gründerin des "Jewish Renaissance Movement in Poland (JRMiP)", das internationale Bekanntheit erlangte, als Bartana 2011 den polnischen Pavillon auf der Venedig-Biennale bespielte. In Wien zeigt sie ihre Installation "Wenn Ihr wollt, ist es kein Traum". Eine Arbeit die zwischen den Theorien von Sigmund Freud und Theodor Herzl oszilliert. Das Gedankengut von Freud und Herzl diente Bartana auch als Vorbild für die JRMiP. Zeitgleich zeigt Fiona Rukschcio ihren Film "retaped Rape" eine Neuinterpretation von Yoko Ono und John Lennons Film "Rape", und Liz Deschenes zeigt ihre Fotogramme zum Thema Raum und Architektur.

Die Ausstellungen von Yael Bartana, Liz Deschenes und Fiona Rukschio sind noch bis zum 10. Februar 2013 im Ausstellungshaus Secession in Wien zu sehen.