Waldfrieden - Wuppertal

Kunst in Hanglage

Von Tony Craggs "Waldfrieden" sind Kunst- und Naturfreunde gleichermaßen angetan. Jetzt wurde die Ausstellungsfläche des Wuppertaler Skulpturenparks fast verdoppelt und eine zweite Ausstellungshalle eröffnet.
Kunst in Hanglage:Tony Craggs "Waldfrieden" erweitert

Tony Cragg vor seiner Skulptur "Caldera" im Skulpturenpark "Waldfrieden" in Wuppertal kurz nach der umfassenden Erweiterung

Seit 2008 betreibt der britische Bildhauer Tony Cragg in Wuppertal einen eigenen Skulpturenpark. Er liegt in bester Hanglage über der von Bergen umschlossenen Stadt und löst auf schöne Weise ein, was der 64-jährige Praemium-Imperiale-Preisträger über seine Arbeit sagt: "Meine Themen sind die Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Wie wir Natur nutzen, wie weit wir noch Natur sind."

Aktuell steigen jährlich rund 28 000 Besucher zum Park hinauf, um ausgewählte Werke Craggs und Plastiken von Thomas Schütte, Richard Deacon und Wilhelm Mundt zu sehen. Eine gläserne Halle bietet Raum für wechselnde Ausstellungen, die neben Klassikern auch jungen Bildhauern eine Bühne zeigen. Im fünften Jahr seines Bestehens wurde die Ausstellungsfläche des Skulpturenparks "Waldfrieden" von sieben auf stolze 13 Hektar erweitert. Es kommen Arbeiten von Bogomir Ecker, Eva Hild, Hubert Kiecol, Jaume Plensa sowie vom Hausherren selbst hinzu. Zudem ließ Cragg eine zweite Ausstellungshalle errichten, die am 20. September eröffnet wird, und in der neben Skulpturen auch Grafiken und Maquetten präsentiert werden können. 2015 soll eine dritte, vom Bildhauer mitgestaltete Ausstellungshalle die Erweiterung beschließen.

Im Grunde beginnt die Geschichte des Skulpturenparks schon 1948. In diesem Jahr ließ der Wuppertaler Industrielle Kurt Herberts im städtischen Waldgebiet Christbusch die Villa "Waldfrieden" mit Gartenanlage im Stil der organischen Architektur errichten. Während des Krieges hatte Herberts den von den Nazis mit Arbeitsverbot belegten Künstlern Willi Baumeister und Oskar Schlemmer ein Atelier in seiner Lackfabrik eingerichtet und dort auch den "Waldfrieden"-Architekten Franz Krause beschäftigt. Nach Herberts' Tod im Jahr 1989 verwaisten Villa und Park, bis Tony Cragg, der seit 1977 in Wuppertal lebt, beides für seine gemeinnützige Stiftung erwarb. Er ließ das denkmalgeschützte Anwesen restaurieren und den verwilderten Wald für die Bedürfnisse eines Ausstellungsgeländes neu gestalten. Mittlerweile lockt das Areal wegen seines vielfältigen Baumbestandes sogar Naturfreunde an. So fügt sich im Skulpturenpark alles wie natürlich gewachsen ineinander: die geschwungenen Linien der Villa, die Steigungen des Waldes und Tony Craggs oft organisch wirkende Skulpturen.

Skulpturenpark "Waldfrieden"

Wuppertal, Hirschstraße 12,
Öffnungszeiten: März bis November, Dienstag bis Sonntag: 10 - 18 Uhr
und Dezember bis Februar, Freitag bis Sonntag: 10 - 17 Uhr
http://skulpturenpark-waldfrieden.de/skulpturenpark.html