Robert Wilson - Watermill

Robert Wilsons Zauberwald

art-Korrespondentin Claudia Bodin war bei Robert Wilsons glamourösem Performance-Event in den Hamptons, wo Künstler auf Schickeria treffen.

Im vergangenen Jahr hatte sich Lady Gaga die Ehre gegeben – bei der diesjährigen Party in Robert Wilsons Watermill Center war der Star allerdings nur in den Video-Porträts vertreten, die Wilson von Gaga produziert hat.

Dafür spielte Jim Jarmusch in der mit Steinen ausgelegten Eingangshalle mit der E-Gitarre herum. Junge Herren in schwarzen Oberhemden standen bereit, um die Damen in ihren Highheels über die Steine zum Empfang in den Garten zu führen. Doch es blieb nicht aus, dass ein paar Ladies in ihren Abendroben zu Boden gingen.

Richard Wilson, der Meister des experimentellen Theaters (Black Rider, Lulu, The Life and Death of Marina Abramovic), hatte zur alljährlichen Gala in sein Perfomance-Zentrum in den Hamptons geladen, um Geld für sein Programm einzusammeln. Jährlich werden 150 Künstler aus aller Welt nach Watermill eingeladen, um ihre Kunst zu verfeinern, zu experimentieren und um sich auszutauschen. Und einmal im Jahr läuft die Hamptons-Schickeria auf, um Wein schlürfend durch Wilsons Zauberwald zu schreiten, in dem 100 zum Sommerprogramm eingeladene Künstler ihre Performances vorführen und um später für den guten Zweck Kunst zu ersteigern.

Das Wetter spielte mit. Dabei war der Aufgang zum Watermill Zentrum mit tiefhängenden Wolken geschmückt. Stimmen wisperten im Gebüsch. Kinder in Wolkenkostümen tanzten über den Rasen. Kaum war der zum Empfang gereichte Tequila-Cocktail geleert, waren einige der Gäste vor allem damit beschäftigt, für Fotos der Party-Fotografen zu posen oder es vielleicht sogar auf Bill Cunninghams Mode-Seite in der "New York Times" zu schaffen. Das diesjährige Motto lautete Tausenundeine Nacht, was einige zu ihren Outfits inspiriert hatte.

Zu den promineten Gästen zählte vor allem Philip Glass, mit dem der inzwischen 72-jährige Wilson in den siebziger Jahren an "Einstein on the Beach” kollaboriert hatte. Wilson nahm beim Abendessen, für das seine Gäste 1000 Dollar pro Person zahlten, zwischen der Schauspielerin Isabelle Huppert und Inga Maren Otto, der Witwe des deutschen Versandhaus-Gründers, Platz. Wilsons Märchenzauber tat seine Wirkung: Der Abend samt Kunstversteigerung brachte 2,2 Millionen Dollar. Ein Rekord.

Das Watermill Center


http://watermillcenter.org/