Foundry London - Schließung

Aus für Foundry in London

Das legendäre Londoner Ausstellungshaus Foundry steht vor der Schließung: Die britischen Künstler Gavin Turk und Banksy feierten hier ihre ersten Erfolge.
Aus für Foundry in London:Das legendäre Ausstellungshaus muss schließen

1998 riefen Tracey und Jonathan Moberley in einer ehemaligen Bank die Foundry ins Leben

Die Lyrikabende mit Pete Doherty, dem Leadsänger der Babyshambles, sind Legende, der Witzbold der Young British Artists, Gavin Turk, stellte in den Räumen des Souterrains ebenso aus wie der damals noch unbekannte Graffitimaler Banksy, und auf den zerschlissenen Sofas der Bar fand so manche heftige Diskussion über die Zukunft der Kunst statt.

Doch jetzt hat für die Foundry das Totenglöckchen geläutet: Nach 12 Jahren als beliebter Treffpunkt der alternativen Szene des Londoner East End soll das heruntergekommene Gebäude im Künstlerviertel Hoxton abgerissen werden. Der Planungsausschuss des Stadtteils Hackney hat grünes Licht für den Bau eines 18-stöckigen kreisrunden Hochhauses gegeben, das neben einem Hotel der superschicken Kette Art’otel auch ebenso schicke Läden und Restaurants beherbergen soll.

1998 riefen Tracey und Jonathan Moberley in einer ehemaligen Bank die Foundry als Ausstellungsort für Künstler ins Leben. Jeder, ob etabliert oder nicht, sollte dort kostenlos seine Kunst zeigen können, mehr als 2000 stellten sich vor. Die Vernissagen waren immer ein Ereignis. Die Bar im Erdgeschoss wurde eingerichtet, um ein bisschen Geld für das Verlustunternehmen zu verdienen, und sich so über Wasser zu halten.

Was den Betreibern der Foundry jetzt besonders zu schaffen macht, ist die trotz mehrerer Versuche immer wieder ausgesprochene Weigerung der Stadtväter, das Unternehmen als Kultureinrichtung und nicht als Kneipe einzustufen. Sie hätten sonst nämlich ihrer Verpflichtung nachgehen und einen alternativen Standort anbieten müssen. Nach einem solchen suchen die Moberleys nun, sie möchten weitermachen und möglichst in ihrem Viertel bleiben. Außerdem planen sie, mit der Tate Modern über eine mögliche Übernahme der Graffiti von Banksy, dem New Yorker Straßenkollektiv Faile und anderen in den Korridoren des Souterrain zu verhandeln. Banksys sechs Meter hohes Gemälde an einer der Außenwände, das eine Ratte mit Gabel darstellt, soll auf jeden Fall gerettet werden, so will es die Stadtverwaltung. Die Architekten des Hochhauses haben versprochen, es abtragen zu lassen und im neuen Gebäude auszustellen.