Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal mit sprechenden Skulpturen, Nachwuchs-Fotografen und einem Film über Geld und Griechenland.

Kiel: Jesper Dalgaard

Eine Wunderkammer voller futuristischer Architekturen und utopischen Fantasien hat der dänische Künstler Jesper Dalgaard für eine Gesamtinstallation in den Räumen der Stadtgalerie Kiel entworfen.

Dalgaards Universum besteht aus begehbaren und nichtbegehbaren Skulpturen und Modellen sowie Animationsfilmen, Zeichnungen und Gemälden. Seine Bildsprache reicht von archaischen Kulturen bis zu Science-Fiction-Welten und stellt stets Fragen nach den Auswirkungen von Modell- und Gedankenwelten auf die Realität. Seine visionären Zukunftswelten sind zum ersten Mal in einer Einzelausstellung in Deutschland zu sehen.

Die Ausstellung "The Universe of Jesper Dalgaard" ist vom 1. Dezember bis zum 1. April 2013 in der Stadtgalerie Kiel zu sehen.

Herford: Gute Aussichten 2012/13

Das 2004 als private Initiative gegründete Nachwuchsförderungsprojekt "gute aussichten – junge deutsche fotografie" geht in die neunte Runde. Kern des Projektes bildet ein jährlich stattfindender Wettbewerb für Abschlussarbeiten aus dem Studiengang Fotografie aller deutscher Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien. Für die Gewinner gibt es zwar kein Preisgeld und keine Rangliste, doch ihre Arbeiten werden anschließend an verschiedenen Orten, unter anderem im Haus der Photographie, Deichtorhallen (Hamburg) und im Museum für Fotografie (Berlin) ausgestellt. Für den Wettbewerb 2012/13 haben sechs Juroren aus 108 Einreichungen sieben Preisträger ausgewählt. Die Auftaktausstellung findet dieses Jahr im Museum Marta Herford statt.

Die Ausstellung "gute aussichten – junge deutsche fotografie" ist noch bis zum 20. Januar 2013 im Museum Marta Herford zu sehen.

Köln: Humorvolle Mensch-Maschine-Parodien

Aus vorgefundenen Materialien und Objekten, wie zum Beispiel Werkzeugen oder Sessel baut Andreas Fischer mit Motoren und Mikroprozessoren bewegte und sprechende Skulpturen. Seine Mensch-Maschinen brillieren nicht etwa durch übermenschliche Fähigkeiten, sondern bilden die Begrenztheit des Menschen nach. Denn eines der zentralen Motive in Fischers Werken ist der Zwang im mechanischen wie im psychischen und kulturellen Sinne. Er packt seine mechanischen Apparaturen in ein menschliches Korsett und lässt sie introvertierte Denk- und Verhaltensmuster einnehmen. Gerade weil Fischers maschinelle Skulpturen in ihren Bewegungsabläufen und Routinen verhaftet sind, erzählen sie Geschichten von inneren Zwängen und existentiellen Fragen.

Die Ausstellung "Your Time is my Rolex" ist vom 30. November bis 17. März 2013 im Museum Ludwig in Köln zu sehen.

Berlin: Ultimate Substance

Die künstlerischen Videofilme von Anja Kirschner und David Panos erreichten in den letzten Jahren internationale Bekanntheit. Dieses Jahr waren ihre Arbeiten unter anderem auf der Liverpool-Biennale und im Artist Space in New York zu sehen. Nun wird in Berlin ihr Film "Ultimate Substance" (34 Minuten) gezeigt. Der Film setzt im antiken Griechenland an und endet im krisenhaften Griechenland der Gegenwart ohne einem Drehbuch zu folgen oder dokumentarisch zu arbeiten. Hart aneinander geschnittene Versatzstücke mit einem eigens komponierten Sound werden mit Bildzitaten einer Urgeschichte der industriellen Arbeit gespickt und ergeben eine nicht-narrative Reflektion über antike Geldwirtschaft. In ihrem Videofilm stellen Kirschner und Panos die Einführung des Münzsystems als urgeschichtlichen Auslöser einer grundlegenden kognitiven Verschiebung dar.

Die Ausstellung "Ultimate Substance" ist vom 1. Dezember bis zum 27. Januar 2013 im n.b.k. zu sehen.

Siegen: Was tun mit Bildern?

Eine Gruppenausstellung zeigt 22 jüngere Vertreter der Gegenwartskunst, die einen besonderen Umgang mit fotografischem Material praktizieren. Die Ausstellung ist eine Hommage an den Kunsthistoriker Aby Warburg (1866 bis 1929), insbesondere an seinen Bilderatlas "Mnemosyne". Die ausgestellten Arbeiten zeigen, wie fotografische Bilder jenseits von Einzelbild und Serie zum Sprechen gebracht werden können und dass der Umgang mit Bildern immer auch einen ästhetischen und einen ethischen Handlungsaspekt in sich birgt. Die zeitgenössischen Werke verweisen anhand von gestischer Anordnung, Verwebung, Montage oder Formung darauf, dass die Bedeutung eines fotografischen Bildes nicht im Bild selbst liegt.

Die Ausstellung "Lieber Aby Warburg, was tun mit Bildern?" ist vom 2. Dezember bis zum 3. März 2013 im Museum für Gegenwartskunst Siegen zu sehen.