Gib mir Fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Johanna Hunder empfiehlt diese Woche: Afrikanische Fotografie, Kunstfälschungen und problematische Beziehungskisten.

Dresden: Martin Eder

Martin Eder (Jahrgang 1968) gehört zu den erfolgreichsten jüngeren deutschen Künstlern. Der gebürtige Augsburger hat in Dresden studiert und lebt mittlerweile in Berlin. Die Ausstellung "Der dunkle Grund" in der Kunsthalle im Lipsiusbau versammelt im Rahmen einer vom Künstler konzipierten Raumgestaltung rund 35 Bilder aus den letzten sechs Jahren. Vermeintlich harmlose Kuschelkätzchen und Schoßhündchen sowie lasziv in Szene gesetzte Mädchen und Frauen spiegeln und überhöhen zugleich banale Darstellungen aus der Alltagskultur und evozieren vordergründig eine zugängliche Vertrautheit, die nicht selten erotisch konnotiert zu sein scheint. Stereotype und Klischees unserer visuellen Konsumkultur vermischen sich mit allgegenwärtiger Reizüberflutung, Trivialisierung und Abstumpfung. Termin: 1. Februar bis zum 26. April.

Berlin: Kurzfilm "Hysteria" von Martin Mlecko

Der 24-minütige Film "Hysteria" zeigt die Höhen und Tiefen sowie die großen Empfindungen einer wechselhaften Beziehung. Das Besondere des Films ist seine Perspektive, denn das Drama der Stimmungen und Gefühle wird nur durch eine Kette von Telefonaten einer einzelnen Person vorgeführt. Emma ist die einzig sicht- und hörbare Protagonistin des Films. Sie schwärmt und schwelgt, genießt und leidet, problematisiert und wütet mit dem Telefon am Ohr.
Martin Mlecko ist ein Berliner Künstler und Regisseur und er hat einen Lehrauftrag für inszenierte Fotografie an der Kunsthochschule Weißensee. C/O Berlin, International Forum for Visual Dialogues, zeigt den Film am 29. Januar um 20 Uhr in der Halle des Postfuhramts in der Tucholskystraße 19/21.

Stuttgart: Fotografie aus Afrika

In der Reihe "Spot on..." stellen die Ifa-Galerien Berlin und Stuttgart einen der wichtigsten kulturellen Höhepunkte des afrikanischen Kontinents erstmals in Deutschland vor: die "VII Rencontres Africaines de la Photographie", die international beachtete Fotografie-Biennale in Bamako, Mali. Titel und Thema der Rencontres 2007 war "In the City and Beyond". Aus der großen Ausstellung wurden für die Ifa-Galerien Berlin und Stuttgart elf afrikanische Fotografen ausgewählt, die sich mit städtischen und ländlichen Strukturen auseinandersetzen: Welche Mechanismen tragen zur Differenzierung zwischen Stadt und Land bei? Wie unterscheiden sich Zwischenzonen – insbesondere Slums an der Peripherie von Städten – von Dörfern? Termin: 30. Januar bis zum 21. März, Eröffnung: 29. Januar um 19 Uhr.

München: Duncan Campbell

Die Ästhetik des Dokumentarischen sowie die Rhetorik von Jugend- und Unabhängigkeitspolitik sind zentrale Aspekte in Duncan Campbells (Jahrgang 1972) Arbeiten. In seinen Filmen entwirft der irische Künstler Porträts von Personen und sozialen Milieus, denen ein Bewusstsein für das vielschichtige Wechselverhältnis von Realität und Fiktion zugrunde liegt. Der Kunstverein München zeigt die 2008 entstandenen Filme "Bernadette" und "Sigmar" sowie den 2003 entstandenen Film "Falls Burns Malone Fiddles" erstmals gemeinsam in einer Ausstellung. Termin: 24. Januar bis zum 8. März.

Oldenburg: Originale und andere Fälschungen

Ist Kunst einzigartig oder reproduzierbare Massenware? Im Zentrum der Ausstellung am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst steht die Frage nach den geistigen Eigentumsverhältnissen von in öffentlichem Besitz befindlichen Kunstwerken. In einer Erweiterung des Projektes MuseumShop wird eine Reihe von Originalwerken – alles Leihgaben aus Oldenburger Museen – im Edith-Ruß-Haus ausgestellt. Anhand dieser Werke erfolgt eine exemplarische Erprobung der Verwertungskette. Cornelia Sollfrank arbeitet seit den Neunziger Jahren mit den weltweiten Kommunikationsnetzen, und ihr Projekt "net.art generator" – eine Kunst generierende Internetmaschine – gilt als Pionierleistung der Netzkunst. Darüber hinaus hat sie sich auch als Cyberfeministin und Hackerin einen Namen gemacht. In ihrer Arbeit thematisiert Sollfrank die Parameter der Kunst – Autorschaft und Originalität – und untersucht deren Rekonzeptualisierung im Hinblick auf digitale Medien und geistiges Eigentum. Termin: 24. Januar bis zum 19. April.