Gib mir fünf! - Tipps der Woche

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal: Eliska Barteks Bergwelten, antike Zeugnisse aus Zypern, Fotos von Jim Rakete, Bilder von Andreas Flügel und die Aktion "Bilder statt Eier".

Hildesheim: "Zypern – Insel der Aphrodite"

Die Mittelmeerinsel Zypern, die als Geburtsort der griechischen Göttin Aphrodite gilt und jährlich Millionen Touristen anzieht, ist nicht nur ein wunderschönes Eiland sondern auch eine archäologische Schatzkammer. Ägypter, Perser, Phönizier und Griechen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Es entwickelte sich eine multikulturelle Gesellschaft, deren Zeugnisse die faszinierende Vielfalt der antiken Kulturen vor Augen führen.

Das Hildesheimer Roemer-und Pelizaeus-Museum hat den 50. Jahrestag der Gründung der Republik Zypern zum Anlass genommen für eine umfangreiche archäologische Ausstellung, die über 200 Exponate aus zypriotische Museen aber auch aus dem Pariser Louvre sowie anderen erstklassigen Antikensammlungen vereint: Alltagsobjekte, Schmuck und einzigartige Kunstwerke. Glanzstück der Schau ist natürlich "Aphrodite" – eine im 1. Jahrhundert vor Christus entstandene Marmorstatue der griechischen Liebesgöttin aus Paphos, die erstmals in Deutschland gezeigt wird. (Ab 13. März bis 12. September)

Berlin: Eliska Bartek "Berge versetzen"

Ausgangspunkt für die neue Werkserie, die Eliška Bartek im Haus am Lützowplatz zeigt, ist ein Berg-Gemälde des Schweizer Malers Ferdinand Hodler (1853 bis 1918). Die jüdischen Eigentümer des Bildes mussten es einst auf Druck der Nazis verkaufen, ehe sie selbst nach Auschwitz deportiert wurden. "Damit haftet Hodlers entrückter Bergwelt indirekt etwas vom großen menschlichen Leid der Jahrhundertkatastrophe an", erklärt die gebürtige Tschechin Bartek. Für ihre Serie "Berge versetzen" hat die Künstlerin sich auf Hodlers Spuren begeben. Ausgerüstet mit Staffelei und Pinsel erkundete sie die Alpen des Berner Oberlandes, "um die Berge zu spüren zu riechen und ihre Gewalt zu empfinden". Entstanden sind auf diesen Touren überwiegend schwarzweiße Gemälde, die aufgrund der speziellen Kratztechnik der Malerin auf den ersten Blick an expressionistische Holzschnitte erinnern. Dem Betrachter tritt eine schroffe, rohe Bergwelt entgegen – fremd, unheimlich, bedrohlich. (12. März bis 18. April)

Hamburg: Andreas Flügel "Lack und Läufer"

Der Ausstellungstitel ist Programm: Lacke und Dispersionsfarben laufen ineinander über, vermischen sich und bilden überraschende Formgebilde, die der Künstler nur begrenzt lenken kann. Diese "Läufer" und unzählige Farbspritzer erzeugen einen illusionistischen Effekt der Tiefenwirkung in Flügels Werken. Als ausgebildeter Theatermaler beherrscht Andreas Flügel eine Vielzahl an malerischen Techniken sowie die Liebe zum Detail. Menschen in detaillierter Nahansicht, Häuser und verwilderte Schwimmbäder im Wald sind Beispiele für die malerischen Räume, die er in seinen gegenständlichen Leinwandbildern schafft. Den Arbeiten gemeinsam ist der Bildcharakter einer kurzen filmischen Szene: Der nur flüchtige Augenblick zwischen zwei Gesten oder Handlungen ist auf die Leinwand gebannt und soll den Besucher zu genauem Hinsehen auffordern. Besucher können von 12. März bis 23. April in der Galerie Pop Art Pirat in Hamburg auf Entdeckungsreise gehen.

Hamburg: Jim Rakete "Vertraute Fremde"

Was sich anhört wie ein Pseudonym ist keines – der international bekannte deutsche Fotograf Jim Rakete heißt wirklich so. Seine Ausstellung "Vertraute Fremde", von 12. März bis 6. Mai in der Galerie Hilaneh von Kories in Hamburg, zeigt Schwarzweiß-Bilder in ihrer reinsten Form: uninszeniert, ungeschminkt und ohne glättenden Photoshop. Die Namen der Protagonisten wie Wim Wenders, Moritz Bleibtreu und Helmut Schmidt kennt jeder und doch scheinen uns die Personen auf den Porträts näher zu kommen als ihr öffentliches Bild. Das Geheimnis dieser Vertrautheit liegt in Raketes Linhof-Plattenkamera, die noch aus der Frühzeit der Fotografie stammt und eine lange Verschlusszeit sowie eine intensive Zusammenarbeit zwischen Fotograf und Modell in Anspruch nimmt. Dafür ermöglicht diese Art des Fotografierens unglaublich schöne, ruhige Porträts, die sich vom flüchtigen digitalen Zeitalter absetzen.

"Bilder statt Eier"

Schluss mit bunten Ostereiern und Schokohasen! Daniel Philip Schuster (alias Phil Porter) verspricht zum nahen Osterfest kostenlos Kunst statt Kitsch: Wer dem jungen Künstler bis zum 20. März eine leere Leinwand zur Verfügung stellt, der bekommt sie "aufwändig bemalt", wie er versichert, zurück. Denn "Kunst gehört in jede Wohnung! Und Eier gehören, mit Verlaub, unters Huhn", meint Schuster. Die entstandenen Arbeiten will er im Internet präsentieren und dabei auch die Leinwandspender erwähnen. Weitere Informationen zu der Aktion sowie die Adresse des Künstlers finden Sie unter: http://www.phil-porter.de/tagebuch/bilder-statt-eier