Gib mir Fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Jennifer Rumbach empfiehlt diese Woche Romy Schneider, Trash-Kreaturen und anonyme Zeichner.

Münster: Jon Pylypchuk

Seine verrückten Puppen, Zeichnungen, Collagen und Filme setzen sich mit den grauen, trostlosen, manchmal verstörenden Seiten des Alltags auseinander. Die etwas trashig, teils eklig wirkenden und dennoch liebenswerten Werke des Kanadiers Jon Pylypchuk geben einen Einblick in die Schwierigkeit des menschlichen Daseins im Hier und Jetzt und reflektieren die Grundproblematiken der Gesellschaft. Die Arbeiten von Pylypchuk, von denen fünf extra für die Ausstellungshalle Münster angefertigt wurden, sind dort ab dem 7. Februar bis zum 3. Mai zu sehen.

Köln: Der springende Punkt

Mit einer Mischung aus den Ideen der frühen Moderne, alten Werbegrafiken und "Ligne Claire", einem Zeichenstil im Comic, schufen Benoît Hennebert, Chefdesigner des Plattenlabels "Les Disques du Crépuscule" in den 1980er Jahren im Zuge des "New Wave" eine einzigartige optische Präsentation. In den letzten Jahren widmen sich Künstler wie Enrico David oder Claus Richter wieder zunehmend dem Stil und der Musik des Labels. Mit "À près Crépuscule" (Nach der Dämmerung) zeigt der Kölnische Kunstverein in der Archivreihe "Der springende Punkt" ab dem 6. Februar bis zum 5. April, Arbeiten aus der aktiven Zeit des Labels von Benoît Hennebert, Lawrence Weiner und Linder Sterling sowie Werke von jungen internationalen Künstlern wie Julia Horstmann und Lucy McKenzie, die sich aus ihrer heutigen Sicht mit der Plattenfirma befassen.

Hamburg: "Romy Schneider"

Trotz der vielen sehr eindringlichen und intimen Porträts, die wie kurze Einblicke in das Leben der Schauspielerin wirken, ist Romy Schneider stets ein Mysterium geblieben. Mit "Die Erinnerung ist oft das Schönste – Fotografische Porträts von Romy Schneider" präsentiert das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ab dem 6. Februar bis zum 13. April, 140 Fotografien, die die Schauspielerin aus unterschiedlichen Perspektiven und in ihren verschiedenen Lebensabschnitten zeigen – im Alltag, in Filmrollen oder als junges Mädchen – Fotografen wie Herbert List, der nur einmal auf Romy Schneider traf, bis hin zu Robert Lebeck, der sie bis kurz vor ihrem Tod mit der Kamera begleitete, zeigen die vielen verschiedenen Facetten der Schauspielerin.

Berlin: Wiedereröffnung der Kommunalen Galerie

Nach achtmonatiger Umbauphase meldet sich die Kommunale Galerie Berlin mit drei Ausstellungen zurück, die am 1. Februar begonnen haben. Zu den Themen Stadt im Wandel, Urbanität und Leben präsentieren sich die Künstler Christine Kisorsy und die Mediengestalter Jutojo, Barbara Steppe und Simon Menner auf drei Etagen. In der Videoinstallation "9 Fenster" beschäftigt sich Christiane Kisorsy, die auch gleichzeitig Kuratorin der Ausstellung ist, mit dem Wandel West-Berlins nach dem Mauerfall – zu sehen bis zum 22. Februar. Auf der 1. Etage setzt sich Barbara Steppe in "Private History" mit dem Thema Lebenszeit auseinander. Zu porträtierten Menschen entwirft sie ein Tätigkeitsdiagramm, basierend auf Gewohnheiten, Lebensumständen und Tätigkeiten – zu sehen bis zum 22. März. Das fotografische Projekt "Metacity" von Simon Menner auf der 2. Etage beschäftigt sich mit den Folgen der Globalisierung und denjenigen, die daran zerbrochen sind – bis 15. März.

Berlin: "Anonyme Zeichner"

"Blütenweiß" ist der Titel des Kunstprojektes "Anonyme Zeichner", das von Anke Becker ins Leben gerufen wurde und bei dem jeder mitmachen darf. Inhaltliche Vorgaben gibt es nicht! Aus dem Namen des Projekts geht schon hervor, dass Herkunft und Biografie der Künstler nicht relevant sind. Aus 1500 seit 2006 eingesendeten Zeichnungen wurde ein Archiv mit zirka 500 Bilder erstellt, aus dem nun wiederum 100 selektiert wurden, die ab dem 6. bis zum 21. Februar gezeigt werden. Nachdem seit 2006 schon neun Ausstellungen in unterschiedlichen Räumlichkeiten stattgefunden haben, präsentieren sich die "Anonymen Zeichner" jetzt erstmals in der Galerie "Fruehsorge". Dort kann man die größtenteils reduzierten, monochromen Zeichnungen zu einem symbolischen Einheitspreis von 200 Euro erwerben.