Sammlung Goetz - Bayern

Kunstgeschenk an Bayern

Die bekannte Kunstsammlerin und frühere Galeristin Ingvild Goetz schenkt ihre millionenschwere Sammlung sowie ihr Museum dem Freistaat Bayern. Das gab Goetz zusammen mit Ministerpräsident Horst Seehofer heute (Freitag, 6. September) auf einer Pressekonferenz bekannt.
Überraschung:Sammlung Goetz geht an Freistaat Bayern

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Kunstsammlerin Ingvild Eva Regina Goetz am 06.09.2013 zusammen auf der Pressekonferenz in München

"Es ist mein Wunsch, dass die Sammlung Goetz in München bleibt und dass mein Museum in Oberföhring auch in Zukunft für die Präsentation von Gegenwartskunst genutzt wird", erklärt Goetz ihre Entscheidung. Die anderen Teile ihrer inzwischen mehr als 4700 Werke umfassenden Sammlung, inklusive der Sammlungen ihres Mannes und ihrer Töchter stelle sie den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Haus der Kunst und dem Neuen Museum in Nürnberg als Dauerleihgaben zur Verfügung.

Anlass für ihre Schenkung stellt das 20. Jubiläum ihrer Sammlung dar, die zu einer der weltweit größten und anerkanntesten der Medienkunst zählt. "Dies ist für den Freistaat Bayern einer der bedeutendsten Kunstzuwächse der letzten Jahrzehnte", fasst Seehofer zusammen. "Bayern wird damit als Kunst- und Kulturstandort nachhaltig gestärkt."

Auch das Münchner Haus der Kunst profitiert von der Schenkung. Bereits 2010 wurde eine langfristige Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz vereinbart, wonach eine Auswahl ihrer Videoarbeiten und Filminstallationen als Dauerausstellung im Haus der Kunst gezeigt werden sollten. Dazu dient der ehemalige Luftschutzkeller, der nach einer Renovierung ausschließlich thematische Ausstellungen der Sammlung präsentiert.

Ingvild Goetz ist eine Tochter des Versandhausgründers Werner Otto und seiner ersten Ehefrau. Von 1973 bis 1984 war sie als Galeristin ihrer Galerie "Art in Progress" in München tätig und begründete ihre Sammlung anschließend mit Werken, die sie in dieser Zeit gekauft hatte. Neben der Videokunst, deren wachsende Bedeutung für die Gegenwartskunst sie schon früh erkannt hatte, sammelte sie Arte Povera, amerikanische Malerei der achtziger Jahre oder auch Young British Artists. Herzog & de Meuron entwarfen 1993 ihr Museum, das 2004 durch den Anbau für Medienkunst "BASE 103" erweitert wurde.

Laut Kunstminister Wolfgang Heubisch habe Ingvild Goetz kontinuierlich Werke der jeweiligen Gegenwart im Hinblick auf das globale Kunstgeschehen erworben. Die Sammlung decke damit die mediale Bandbreite der heutigen künstlerischen Ausdrucksformen ab.

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