Julia Stoschek - Durch den Monat mit:

Das erste Mal im Museum

In unserer Serie präsentieren Kunstprofis jeden Monat ihre persönlichen Höhepunkte. Diesmal: Die Düsseldorfer Sammlerin Julia Stoschek, 34.
Das erste Mal im Museum:Die Sammlerin Julia Stoschek plant ihren Monat

Julia Stoschek, 34, sammelt vor allem Medienkunst und zeigt sie in der Julia-Stoschek-Collection in Düsseldorf

Der April wird für mich als Sammlerin zweifelsohne ein ganz besonderer Mo­nat werden: Zum ersten Mal seit der Eröffnung der Julia-Stoschek-Collec­tion im Jahr 2007 werden große Teile meiner Sammlung in einem öffentlichen, musealen Kontext außerhalb meines Ausstellungshauses gezeigt! Deshalb wird mich mein Weg in der ersten Hälfte dieses Monats sicherlich öfter in die Deichtorhallen nach Hamburg führen, in deren großer Nordhalle die Ausstellung gezeigt werden wird. In unserer bisher größten Schau, die am 16. April eröffnen wird, wer­den über 50 Künstler aus meiner Sammlung vertreten sein. Der Schwerpunkt wird im medialen Bereich liegen, aber auch Fotografien, die noch nie gezeigt wurden, und große Installationen werden zu sehen sein. Darauf freue ich mich besonders!

Nicht entgehen lassen möchte ich mir die Retrospektive von Marina Abramovic, "The Artist Is Present", im Museum of Modern Art in New York! Ich schät­ze ihre Arbeiten ungemein: Die Disziplin, die Kraft und die Ausdauer, mit der sie agiert, macht sie für mich zur wichtigsten Person in der Performance-Kunst über­haupt! Gespannt bin ich auf die Präsentation, die sicherlich neue Maßstäbe im Bereich Performance Art setzen wird.

Apropos: In meinen eigenen Räumen werden im Rahmen des Performance-Programms "Number Three: Here and Now" der Künstler Jimmy Robert (9. April) eine neue Arbeit und die US-amerikanische Künstlerin Jen DeNike (24. April) ihr Ballettstück "Scrying" live aufführen. Die Ballett-Performance, deren Choreografie DeNike gemeinsam mit einem professionellen Choreografen mit Bal­lettausbildung entwickelt hat, wurde inspiriert durch den neoklassizistischen Strukturstil des New Yorker Choreografen George Balanchine und überträgt das traditionelle Bild der ikonischen Ballerina in eine originäre, zeitgemäße Partitur und Choreografie. Darauf bin ich sehr gespannt.
Spannende Ausstellungen erwarte ich auch während des Gallery Weekends am letzten Wochenende im April in Berlin. Auf keinen Fall verpassen werde ich natürlich die Ausstellung von Andreas Gursky bei Sprüth Magers, und ein weiteres Highlight wird sicherlich die Ausstellung von Elizabeth Peyton im temporären Raum der Galerie neugerriemschneider sein.

"Julia Stoschek Collection: I want to see how you see"

Termin: 16. April bis 25. Juli 2010, Deichtorhallen Hamburg
http://www.deichtorhallen.de/656.html