Gib mir fünf - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Diese Woche empfiehlt art-Autor Philipp Bergmann die Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft in Hamburg, den Jahresrundgang der Städelschule in Frankfurt und einen One Night Stand mit Künstlern in Berlin.

Berlin: "Haunch of Venison" mit Nicolas Provost

Premiere: Der Videokünstler Nicolas Provost stellt seinen neusten Film "Storyteller" (2010) vor. Hier setzt er, wie auch in seinen bisherigen Werken, altes Filmmaterial bildhaft neu zusammen. Diesmal hat er seinen Fokus auf die Skylines verschiedener Städte gesetzt. Seine Arbeit weist Züge von Science Fiction auf.

Begleitend zu den 60. Internationalen Filmfestspielen in Berlin stellt die Galerie "Haunch of Venison" in einer Einzelausstellung dieses Werk vor (12. Februar bis 3. April). Auf der Berlinale wird noch ein weiterer Film Provosts in der Sektion "Berlin Shorts" uraufgeführt: "Long Live the New Flesh" (2009) – ein aus Horrorfilmfragmenten zusammengesetzter Kurzfilm. Der Künstler zerlegt verschiedene Filmabschnitte und fügt die Bilder so zusammen, dass es scheint als würden diese ineinander zerfließen. So ist ein Werk entstanden, das Geschichten abseits der ursprünglichen Horrorsfilmszenen erzählt.

Hamburg: White Trash Contemporary "Die Nacht"

In seiner Serie "Die Nacht" zeigt der US-Fotograf Jerry Berndt die Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft mit kontrastreichen, brillant komponierten Schwarzweißbildern auf. Die menschenleere Großstadt stellt er genau wie das Treiben in Stripclubs mit Sensibilität für die sozialen und politischen Schwingungen der Situationen dar. Er konserviert die außergewöhnliche Atmosphäre, die nur in der Nacht, beim Spiel von Licht und Schatten herrscht. Die Galerie White Trash Contemporary zeigt ab dem 11. Februar seine Arbeiten. In Deutschland wurde Berndt vor allem durch die Ausstellung "Jerry Berndt. Insight" im Museum für Fotografie in Braunschweig 2008 bekannt.

Frankfurt: Rundgang Städelschule 2010

Es ist wieder so weit: Die international angesehene Städelschule in Frankfurt lädt zu ihrem Jahresrundgang vom 12. bis 14. Februar ein. Gezeigt werden aktuelle Arbeiten der 167 Studenten der Freien Bildenden Kunst und Architektur. Wie in den vergangenen Jahren können sich die Besucher in den verschiedenen Ateliers sowie Ausstellungsräumen umsehen und Arbeiten aus den Bereichen Freie Malerei, Film, Architektur, Freie Bildende Kunst und Bildhauerei betrachten. Mit dabei sind auch die Klassen von den Star-Künstlern Tobias Rehberger und Simon Starling. Das Filmprogramm in der Aula startet täglich ab 11 Uhr. Die Ausstellung ist das gesamte Wochenende von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Berlin: Neuer Berliner Kunstverein "Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik"

Durch Originaltöne fiktive Räume schaffen, die Fähigkeit geografische Distanzen aufzuheben, das Spiel mit den Grenzen von öffentlichem und privatem Raum und das Paradox, in einem "körperlosen" Medium greifbare Klangbilder herzustellen: Die Künstler des Radiokunstprojekts "rádio d-cz" erkunden ungewöhnliche Fakten dieses Mediums.
Ihre 25 Werke stehen für die fünf Bereiche der Radiokunst: Feature, Sound-Art, Doku-Fiktion, Intervention/Performance und literarisches Hörspiel. Der Neue Berliner Kunstverein stellt vom 13. Februar bis 28. März diese Arbeiten, die im Rahmen eines deutsch-tschechischen Projekts "rádio d-cz" entstanden sind, vor. Realisiert wurden sie in Zusammenarbeit mit Zipp, einem Verein, der Künstler und Kulturschaffende beider Länder in Projektarbeiten zusammenbringt. Außerdem verlegt die Musikexpertin Ursula Block ihr Archiv zur Geschichte der Neuen Musik und akustischen Kunst für den Zeitraum der Ausstellung in die Räume des Neuen Berliner Kunstvereins.

Berlin: Salon Neucologne "One Night Stand"

Ein Kollektiv von Kreativen wird am Samstag in Berlin Straßenmusik machen. Unter dem Slogan "musical penetration for the sake of gentrification" will der Veranstalter und Kurator Peter Schiering eine kreative Antwort auf den Prozess der Yuppisierung in seinem Stadtteil geben. Mitmachen werden unter anderem renommierte Künstler wie Christian Jankowski, Lisa Junghanss sowie die Galeristen Thomas Schulte und Mehdi Chouakri. Der Salon Neucologne lädt am 13. Februar zur Veranstaltung "One Night Stand" ein. Beginnen wird die Aktion in der U Bahn-Station Herrmannplatz in Neukölln. Der Hauptteil wird dann um 22:30 Uhr im Ballhaus Rixdorf (Kottbusser Damm 76) stattfinden.