Liam Gillick

Deutscher Pavillon

Ein Brite für Deutschland
Liam Gillick wird den Deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig 2009 gestalten (Foto: Bob Goedewaagen)

EIN BRITE FÜR DEUTSCHLAND

Den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig 2009 wird ein Brite bespielen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, hat der Kurator Nicolaus Schafhausen den Künstler Liam Gillick ausgewählt, der in London und New York lebt.
// KAREN BOFINGER

Während die wiederholte Berufung von Nicolas Schafhausen durch das Auswärtige Amt erwartbar war, hat der Kurator mit der Wahl eines ausländischen Künstlers für eine Überraschung gesorgt. Nicht umsonst steht Liam Gillicks Venedig-Projekt 2009 unter dem Motto "Die Zukunft verhält sich immer anders." Im letzten Jahr hatte Schafhausen die deutsche Installationskünstlerin Isa Genzken für den deutschen Pavillon ausgewählt.

Liam Gillick, Jahrgang 1964, studierte am legendären Goldsmiths College in London, das die "Young British Artists" wie Damien Hirst hervorbrachte, oft wird auch Gillick zu ihnen gerechnet. Viele seiner minimalistischen Installationen – Kästen, Plattformen und Raumstrukturen aus Aluminium und Kunststoff – sind plakativ, bunt und fröhlich.

Doch Gillicks künstlerische Praxis lässt sich nicht nur einer Disziplin zuordnen, neben Installationen zählen auch grafische Textarbeiten und Wandbemalungen zu seinen Arbeiten, außerdem veröffentlicht er Bücher und schreibt Filmmusik. Auch mit seiner Ehefrau, der amerikanischen Künstlerin Sarah Morris, arbeitet er eng zusammen. Gegenstand seiner Arbeiten sind soziale Utopien, die er in hypothetischen Gesellschaftsmodellen visuell und literarisch vorstellt. Im Jahr 2002 war Gillick für den Turner Prize nominiert.

Mit Liam Gillick bespielt nicht zum ersten Mal ein ausländischer Künstler den deutschen Pavillon, 1993 etwa war der Koreaner Nam June Paik für die Gestaltung verantwortlich, zusammen mit dem Deutschen Hans Haacke. Doch anders als Nam June Paik, der seinerzeit Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie war, ist Gillicks Bezug zu Deutschland nur vage.

Gillicks Kontakt zu Nicolaus Schafhausen hingegen ist eng und beständig: Schon seit den achtziger Jahren arbeiten die beiden zusammen, zuletzt richtete Schafhausen im Frühjahr in seinem eigenen Haus, dem Rotterdamer Kunstzentrum Witte de With, eine große Gillick-Schau aus. Im Vorfeld der Biennale plant das eingespielte Team Veranstaltungen in Deutschland, Europa und den USA, Liam Gillick ist in nächster Zeit mit Einzelausstellungen in Rotterdam, Zürich und München und in Gruppenausstellungen im Stedelijk Museum, Amsterdam und im Guggenheim Museum, New York zu sehen.

Aus kuratorischer Sicht war die Wahl Gillicks für die Biennale also ein logischer Schritt. Muss seine Nationalität da kümmern? Das über 100 Jahre alte Konzept der Länderpavillons bei der Biennale gilt vielen ohnehin als nicht mehr zeitgemäß, längst hat die Kunstszene nationale Grenzen hinter sich gelassen.

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6 Leserkommentare vorhanden

Hans J. Meyers, Frankfurt

00:39

22 / 05 / 08 // 

Erschreckend!

Erschreckend! Weder kann ich mich für das Werk von Liam Gillick begeistern, noch halte ich die Entscheidung Schafhausens für akzeptabel. Um es noch drastischer zu sagen: die Arbeiten des Künstlers Liam Gillick erscheinen mir schlicht weg belanglos. Hans J. Meyers, Frankfurt

Kunstkommentatordiktator

14:24

22 / 05 / 08 // 

-

L.G.? Das ist ja furchtbar!

Saskia L.

09:25

23 / 05 / 08 // 

Als ob......

Ich kann mich der Kritik der vorigen Kommentatoren nur anschließen. Als ob es in Deutschland nicht auch gute Künstler gibt.....

Peter Biun

14:25

24 / 05 / 08 // 

Liam Gillick

Egal wo ich die Arbeiten von Liam Gilick gesehen habe, im Kunstverein Frankfurt, in einer Berliner Galerie, in einem Pariser Musuem, sie haben mich immer gelangweit. SChlechte Wahl! Nein, Sehr schlechte Wahl!!!

KLM123

22:28

24 / 05 / 08 // 

ungeeignet

Ich halte es gleichermaßen für sehr problematisch persönliche Neigungen im Rahmen einer derart prominenten Ausstellung zu präsentieren. Liam Gillick war allenfalls zu Beginn der 90er Jahre interessant und hat sich schnell als Alltagsfliege herausgestellt. Zudem sehe ich kaum eine direkte Verbindung zwischen Gillick und der BRD. Andere Künstler hätten wahrlich besser gepasst!

Ina Weber

11:15

26 / 05 / 08 // 

Warum?

Die Auswahl von Liam Gilick ist auch aus meiner Sicht völlig unverständlich.

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