Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art- Autorin Judith Behnk empfiehlt diese Woche jungen konkreten Stoff und immer wiederkehrende Masken aus Tentakeln und Haaren.
Die Tipps der Woche:Konkreter Stoff und Lichinstallationen

Katharina Veldhues und Gottfried Schumacher: Passage 1

Hamburg: Masken aus Tentakeln und Haaren

"Don’t worry bout a thing" heißt die aktuelle Ausstellung in der Hamburger Galerie "Heliumcowboy Artspace". Dort sind die teilweise übermalten Fotografien eines mysteriösen Künstlers namens "Alex Diamond" zu sehen, der angibt aus dem (Fantasie-)Ort "Lost Vegas" zu stammen. Wer genau hinter dieser Kunstfigur steckt, ist ein Geheimnis und Teil der Aktion. Seine Mixturen aus Fotografie und Malerei wirken befremdlich auf den Betrachter, denn von keiner der oftmals nackt dargestellten Personen ist das Gesicht zu sehen. Die Unkenntlichkeit ist Programm, und nur so viel ist sicher: er selbst ist es, der oft als Protagonist auftaucht. Ein Hauptelement ist eine immer wieder auftauchende Maske aus Haaren, die das Gesicht der dargestellten Person verdeckt und eine Personalisierung unmöglich macht. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. November zu sehen.

Herne: Kuboshow und demokratischer Kunstpreis

Im Rahmen der "Ruhr.2010", einem kulturellen Großprojekt, an dem alle namhaften Museen und Kulturstätten der Region beteiligt sind, findet die Kunstmesse "Kuboshow" statt. Am 24. und 25. Oktober eröffnet sie bereits zum 14. Mal, diesmal in den Hallen der ehemaligen Schlosserei Flottmann in Herne. 105 junge Künstler bekommen hier die Chance, ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Insgesamt stehen 1100 Arbeiten von 71 Malern, 17 Bildhauern sowie Grafikern und Fotografen zum Verkauf. Wer einfach nur zum Schauen und Schlendern vorbeikommen möchte, kann den jungen Künstlern aber trotzdem helfen, indem er eine Bewertung für sie abgibt. Denn derjenige der die meisten Stimmen erhält, bekommt den Kunstpreis "Kubo", der mit 2200 Euro dotiert ist.

Bad Rothefelde: Lichtinstallationen im historischen Gradierwerk

Bereits zum zweiten Mal findet in der Saline Bad Rothefelde die "Projektions-Biennale" statt, ein Festival der Lichtkunst. Den Künstlern steht ein ganz besondere Projektionsfläche für ihre ARbeiten zur Verfügung: eine fast einen Kilometer lange und 12 Metern hohe, aus Reisigbüscheln geflochtene Wand eines Gradierwerks – das ist eine altertümliche Anlage zur Salzgewinnung. Der Künstler Xavier de Richemont, der bereits Lichtinstallationen an der Kathedrale von Chartres in Frankriech zelebrierte, wird in Bad Rothefelde in einer Videoinstallation einen einsamen Wanderer zwischen endlos erscheinenden Baumlabyrinthen umherirren lassen. Der außergewöhnliche Ort verlangt den Künstlern viel ab, denn durch die natürlichen Unebenheiten der Wandstruktur resultieren ungeahnte Bedingungen und Ergebnisse. Die Lichtinstallationen kann man noch bis zum 10. Januar 2010 bestaunen.

Eisenach: Auktion im Kunstpavillon

Vielleicht wollten Sie ja schon immer mal eine echte Lithographie von Picasso besitzen oder eine Skulptur von Dalí? Dann hätten Sie am 24. Oktober ab 14 Uhr die Gelegenheit, ein solches Werk zu erwerben; und zwar auf der zweiten "Mitteldeutschen Kunstauktion" im Kunstpavillon in Eisenach. Über 270 Exponate warten auf einen neuen Besitzer, für deren Vermittlung der Leipziger Auktionator Volker Zschäckel sorgen wird. Die Werke können bereits ab dem 17. Oktober in Eisenach vorbesichtigt werden. Das Angebot umfasst neben den Arbeiten der genannten hochkarätigen internationalen Künstlern auch zahlreiche Werke von Künstlern aus der thüringischen Region. Einen Katalog der Exponate gibt es im Internet zum Download.

Neumünster: Verführung & Ordnung

In der Ausstellung "Verführung & Ordnung" in der Villa Wachholtz im Gerisch-Skulpturenpark in Neumünster, beweisen die beiden Künstler Pit Kroke und Heike Weber das auch so etwas vermeintlich Trockenes wie lineare Strukturen die Kraft besitzen, Menschen zu verführen können. Bei Kroke, der vor allem für gigantische, geometrische Stahlskulpturen bekannt ist, dominieren architektonische-funktionale Linienformen, während Heike Weber Fußböden in abstrakte Wellenlinien taucht.