Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Frida Mindt Rock 'n' Roll in Essen, Happy Ending und Doodles in Hamburg, Miró in Baden-Baden und Papergirls in Berlin.

Essen: "A Star Is Born - Fotografie und Rock seit Elvis"

Das Museum Folkwang hat bald prominenten Besuch: Ab dem 2. Juli werden in der Ausstellung "A Star Is Born" Fotografien von Annie Leibovitz, Richard Avedon, Olaf Heine und vielen weiteren aus den letzten 60 Jahren der internationalen Musikszene gezeigt. Darunter kann man Musiker wie Elvis Presley, Janis Joplin, David Bowie oder die Arctic Monkeys bewundern.

Auf Konzerttourneen wurden viele Sänger und Bands mit der Fotokamera begleitet. Die Plattencover zeugen noch heute von den Inszenierungen der Studiofotografen, die die Imagebildung der Star mitprägten. Dieses Phänomen wird mit etwa 250 Ausstellungsobjekten wie Zeitschriften, PR-Material der Plattenfirmen und Autogrammkarten illustriert. Die Schau sei in Europa bislang einmalig, berichtete die Kuratorin und Leiterin der Fotografischen Sammlung Ute Eskildsen und ist im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010 entstanden.

Baden-Baden: Joan Miró "Die Farben der Poesie"

"Die Farben der Poesie" kann man ab dem 2. Juli anhand von etwa 100 Werken von Joan Miró aus sechs Jahrzehnten im Frieder Burda Museum entdecken. Bei der Ausstellung über den Katalanen, der die Kunst des 20. Jahrhunderts als Surrealist stark geprägt hat, ist man vor allem stolz auf die selten ausgestellten Exponate aus dem Besitz der Familie Miró und die Leihgaben anderer bedeutender Sammlungen. Der Kurator der Ausstellung ist Jean-Louis Prat, der bereits zu Lebzeiten Mirós Ausstellungen für ihn organisiert hat und gut mit ihm befreundet war. Die farbenreichen Gemälde bilden den Schwerpunkt der Ausstellung und werden durch Papierarbeiten, Keramiken und Skulpturen ergänzt. Sie werden in den großen, hellen Sälen des Museums präsentiert, die eigens zu diesem Anlass umgestaltet wurden.

Hamburg: "Spring #7 - Happy Ending"

Das Happy End des Jahres kommt bereits im Sommer: Im Juli erscheint das neue Spring-Magazin, das Illustration, Kunst und Comic miteinander verknüpft. Spring erscheint seit 2004 jährlich zu unterschiedlichen Themen und wird herausgegeben von der gleichnamigen Gruppe, die jedes Mal neue Gastzeichnerinnen einlädt. Entstanden ist ein 256-seitiger zweifarbiger Band mit lustigen, melancholischen und skurrilen Bildfolgen und Comicerzählungen von 15 Künstlerinnen unter anderem aus Hamburg und Berlin. In der Hansestadt wird die siebte Ausgabe mit dem verheißungsvollen Titel "Happy Ending" auf der Vernissage und Release-Party am Freitag, 02. Juli, ab 20 Uhr in dem Ausstellungsort "Hinterconti" gefeiert.

Hamburg: Jon Burgerman "The Lossy Botany Lab"

Ab Donnerstag, 1. Juli wird Jon Burgerman die Räume der Hamburger Galerie heliumcowboy artspace mit seinen so genannten "Doodles" bespielen. Der junge Brite ( Jahrgang 1979) hat aus dem beiläufigen Kritzeln auf Papier und dem schnellen Skizzieren von Gedankengängen (englisch: to doodle) eine eigene Kunstform entwickelt. In seinen aufmerksamen Zeichnungen, in denen er zwischen abstrakt und figurativ nicht trennt, hält er fest, was um ihn herum gerade passiert. Am Abend der Eröffnung findet die Performance und Installation "Lossy Data Lab" statt. Bei der Performance werden die Besucher als Probanden einbezogen, die in einer nachgestellten Laborsituation mittels Fragebögen und psychologischen Tests charakterisiert und von Burgerman in Porträtskizzen, Doodles und Zeichnungen verbildlicht werden. Wer Lust auf eine dokumentierte Psychoanalyse des Abends hat, sollte sich dies nicht entgehen lassen.

Berlin: "Papergirl #5"

Zum 5. Mal findet das Kunstprojekt "Papergirl" in Berlin statt und präsentiert in der Neurotitan Galerie vom 4. Juli bis 23. Juli die Ausstellung "The art of giving art" mit Arbeiten von insgesamt 238 Künstlern aus 18 verschiedenen Ländern. Durch einen öffentlichen Diskurs über die strafrechtliche Gleichstellung von wildem Plakatieren und dem Sprühen von Graffiti entstand bei der Künstlerin Aisha Ronninger 2006 die Idee zu einem Projekt, das Kunst auf unkonventionelle Weise in die Öffentlichkeit trägt. Nachdem Künstler wie New-Yorks-Street-Art Größe Swoon, der Maler Charles Kaufman, das Künstlerkollektiv Klub7 oder der Aktionskünstler Josef Hack bis Mitte Juli bei Neurotitan ausgestellt haben, werden ihre Werke von den Papergirls wie eine Zeitung vom Fahrrad aus an Passanten verteilt. Käuflich erwerben oder abonnieren kann man die "Zeitung" nicht. Der Zufall entscheidet, ob man ein ausgestelltes Kunstwerk bald in den Händen halten kann.