Gib mir fünf! - Die Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Regine Ehleiter empfiehlt diese Woche das große Bilderrauschen, Rotlichtfotografien und Theater in der Volvo Bar.

Berlin: Herbstauktion "Bilderrauschen"

"150 Euro! Wer bietet mehr?" Bei der Herbstauktion "Bilderrauschen" im Kuppelsaal des Postfuhramts-Mitte werden diesen Sonntag 60 Kunstwerke – Gemälde, Fotografien und Sklupturen – versteigert. Die Veranstalter locken mit Namen wie Gerhard Richter und Raymond Pettibon, auch Street-Art-Künstler und Shootingstar xoooox ist vertreten. Doch die Liste ist lang, und unter den restlichen Künstlern sind mit Klaus Münzner, Jan Petersen oder Selina Ohneberg auch noch viele spannende Entdeckungen zu machen. Allerdings sind die Plätze begrenzt. Wer bei der Kunstauktion am Wochenende dabei sein möchte, sollte sich schnell noch per E-Mail anmelden: fly@art-advise.com

München: Liam Gillick

Als im Mai bekannt wurde, dass der Engländer Liam Gillick von Nicolas Schafhausen benannt wurde, um den Deutschen Pavillion bei der 53. Biennale in Venedig zu gestalten, waren die Meinungen darüber zunächst geteilt: ein Brite für Deutschland? Warum nicht lieber einen Young German Artist? Doch so wie der Vorschlag Schafhausens konsequent anerkennt, dass nationale Zugehörigkeiten in der globalisierten Kunstwelt längst an Bedeutung verloren haben, steht auch die Leistung Gillicks für die grenzüberschreitende Erweiterung des Begriffs der Skulptur außer Frage. Bei der dritten Station seiner Wanderretrospektive "Three Perspectives and a Short Scenario" im Kunstverein München hat Gillick ein Theaterstück mit dem Titel „Mirrored Image: A Volvo Bar“ konzipiert, das am Sonntag, 28. September, um 15 Uhr uraufgeführt wird. Die Ausstellung wird bereits am Freitagabend eröffnet und läuft bis zum 16. November.

Mannheim: Miriam Vlaming

Miriam Vlamings Gemälde sind düster und schön zugleich. Das Bild "Schwimmer" zeigt die Silhouetten zweier blasser Körper, die leicht versetzt nebeneinander auf einer dunkelgrünen Wasseroberfläche treiben, die Arme weit ausgestreckt, regungslos. Weiter unten im Bild zeichnen bunte Lichtreflexe die Bewegung der Wellen nach. Die Gemälde der 1971 geborenen Künstlerin, die als Meisterschülerin bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig studiert hat und der "Neuen Leipziger Schule" zugerechnet wird, haben Sogwirkung. Bei ihrer Einzelausstellung mit dem Titel "You promised me" werden in der Kunsthalle Mannheim zirka 50 überwiegend großformatige Gemälde aus den Jahren 2003 bis 2008 gezeigt. art-Autorin Susanne Altmann wird bei der Eröffnung am 26. September Miriam Vlaming vorstellen.

Braunschweig: Jerry Berndt

Die Stadt bei Nacht, das Bostoner Rotlichtviertel, Obdachlose und die Anti-Vietnam-Bewegung – das sind die großen Themen in den Schwarz-Weiß-Serien des amerikanischen Dokumentarfotografen Jerry Berndt. "Insight" heißt die Retrospektive des 1943 geborenen Künstlers im Braunschweiger Museum für Photografie, die noch bis zum 2. November zu sehen ist. Die Arbeiten des amerikanischen Fotografen geben sich bei der Darstellung des Nachtlebens in den 1960er und 1970er Jahre nicht auf einen oberflächlich-voyeuristischen Blick zufrieden, sondern Jerry Berndt tauchte ganz die berüchtigte Szene ein. Er legte seine Projekte über einen langen Zeitraum an, recherchierte gewissenhaft und suchte vor allem die Nähe zu den Porträtierten. "Jerry Berndt geht irgendwo hin und lässt uns spüren, wie es sich dort angefühlt hat, nicht bloß wie es dort aussah", bemerkte der Magnum-Fotograf Eugene Richards über seinen Kollegen.

Dortmund: Tagung "Kreative Arbeit und Urheberrecht"

"Arbeiter 2.0" haben die Organisatoren der Tagung vom Hartware MedienKunstVerein und iRights.info die neue Liga der Kreativschaffenden getauft, deren Arbeitsverhältnisse sich fundamental von denen früherer Generationen unterscheiden: Das betrifft zum Beispiel Musiker, die nicht über ein Label vermarktet werden, sondern etwa bei "MySpace" Erfolge feiern und so im Internet plötzlich ein Millionenpublikum erreichen, oder "freie" Autoren und Fotografen, deren Werke tausendfach von einer Website auf die andere kopiert werden und die so kaum einen Überblick darüber behalten können, wie ihre Arbeiten weiterverwertet werden. Wie lässt sich als "Arbeiter 2.0" ohne Einkommen über die klassischen Verwertungsgesellschaften überhaupt ein Lebensunterhalt bestreiten? Und wie müsste dafür ein zeitgemäßes Urheberrecht aussehen? Wer sich zu diesen Themen gerne informieren oder mitdiskutieren möchte, kann sich hier noch zur Tagung vom 26. bis 28. September in der Phoenix Halle in Dortmund anmelden.