Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Dieses Mal: Urs Lüthis skurrile Selbstinszenierung, eine provokante Bronzeskulptur von Marc Quinn und eine Schau der Hamburgerin Cordula Ditz, die sich mit Horrorfilmen beschäftigt hat.

Salzburg: Marc Quinn – "Carbon Cycles"

Ein Mann mit verhülltem Körper und Kopf balanciert auf einem kleinen Kasten, die Haltung erinnert an Jesus Christus am Kreuz, an den geöffneten Händen sind Drähte befestigt. Die schwarze Arbeit "Mirage" des Engländers Marc Quinn, die im Zentrum der Ausstellung "Carbon Cycles" steht, bezieht sich auf das um die Welt gegangene Bild eines mit Elektroschocks gefolterten Gefangenen des amerikanischen Gefängnis Abu Ghraib im Irak. Der britische Künstler versucht mit seinen experimentellen Werken die Werte und Normen der Kunstwelt herauszufordern. Alle Objekte der Ausstellung beschäftigen sich mit Grenzüberschreitung und hinterfragen etablierte Vorstellungen: vom 30. Mai bis zum 11. Juli in der Galerie Thaddaeus Ropac in Salzburg.

Frankfurt am Main: Schirn-Kunsthalle – "The Making of Art"

Sammler, Galerist, Künstler und Kurator bilden ein komplexes Beziehungsgeflecht, das nicht selten den Inhalt der zeitgenössischen Kunst beeinflusst. Die Schirn-Kunsthalle Frankfurt thematisiert in "The Making of Art" bis zum 30. August das komplizierte System der Kunstwelt. Beginnend in den sechziger Jahren bis heute zeigt die groß angelegte Ausstellung einen Überblick verschiedener Positionen von Künstlern wie Joseph Beuys, Tracey Emin, oder dem Künstlerduo Peter Fischli/David Weiss. 150 Gemälde, Zeichnungen, Objekte, Installationen und Videos reflektieren die Kriterien der Kunst und hinterfragen Institutionen, Beziehungen und Netzwerke.

Hamburg-Harburg: Urs Lüthi – "Art ist the Better Life"

Der Schweizer Urs Lüthi ist ein Meister der Selbstdarstellung. In skurrilen bis alltäglichen Selbstporträts inszeniert sich der Künstler immer wieder neu und analysiert dabei die Gesellschaft und ihre Klischees. Gegenwärtig beschäftigt sich Lüthi hauptsächlich mit dem Thema Werbung, ihrer Ästhetik und mit den daraus resultierenden Veränderungen des Individuums. Die Sammlung Falckenberg zeigt bis zum 28. September in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Luzern das breite Schaffensspektrum des Künstlers in der Retrospektive "Art is the better life".

Hannover: Kunstverein – "Oppositions & Dialogues"

Kunst lebt von den Konflikten und vom Dialog. Der Kunstverein Hannover zeigt in der Ausstellung "Oppositions & Dialogues" Arbeiten verschiedener Künstler, die sich mit Gegensätzlichem und Kontroversen beschäftigen. Dabei geht es um die inhaltliche Auseinandersetzung mit politischen und kulturellen Konflikten, aber auch um Konfrontation als formales künstlerisches Ausdrucksmittel: Zu sehen ist die Gruppenausstellung vom 30. Mai bis zum 9. August im Kunstverein Hannover.

Hamburg: Galerie Conradi – Cordula Ditz

"Are You Going To Kill Me or Are We Just Making Small Talk" steht auf einem großformatigen Bild der Hamburgerin Cordula Ditz. Die Galerie Conradi widmet der jungen Künstlerin jetzt eine Einzelschau, in der Ditz Videoinstallation und Malerei atmosphärisch miteinander vereint. Die Ausstellung thematisiert unter anderem das "Final Girl", die weibliche Figur im Horrorfilmgenre – sie ist Opfer, letzte Überlebende und Heldin eines Grauen erregenden Kampfes mit dem mordenden Unbekannten. Ditz demontiert diese Figur und ihre Geschichte, der Schrecken verschwindet weitgehend. Es bleiben komplexe Bruchstücke: vom 28. Mai bis zum 4. Juli in der Galerie Conradi in Hamburg.