WASH Social Art Festival - Hamburg

Tropfen für Tropfen

In zu vielen Ländern der Welt ist Trinkwasser Mangelware. Man muss erfinderisch sein, um etwas dagegen zu tun. Genau das passiert zurzeit in Hamburg beim Social Art Festival WASH. Elf Streetart-Künstler aus neun verschiedenen Ländern – manch einer ist auch selbsternannter globaler Nomade – beschäftigen sich zehn Tage lang mit dem Thema Wasser. Die Ergebnisse sind käuflich zu erwerben, der Erlös geht zu 50 Prozent an die Welthungerhilfe in Äthiopien

WASH steht für "WAter Sanitation Hygiene", Dreh- und Angelpunkt des Festivals ist das WASH-Camp mitten im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Hier sammeln sich die Künstler, um Wasser und alles was damit zusammenhängt, zum Mittelpunkt ihres Schaffens zu machen. Sie kommen unter anderem aus Brasilien (Zezao), Afghanistan (Shamsia) oder Mexiko (Dhear), auch heimische Künstler sind vertreten (Mittenimwald, Klub7, Bitte alles ändern).

Blaue Klebestreifen weisen den Weg in die Räumlichkeiten, die eigentlich zur Vermietung für Büroräume gedacht sind. Ein langer Flur mit vielen Türen, in der Mitte ein imposantes Gebilde aus breitem blauen Gummitape und Gerüstsäulen. Hinter jeder Tür befindet sich ein Arbeitsraum für die kreativen Köpfe. Alle sind hauptberuflich Künstler – bis auf zwei Architekten, NAF und Sago, und arbeiten normalerweise draußen. In Hamburg wird nun die Streetart nach drinnen geholt. "Wir wollten somit indoor eine urbane Welt erschaffen", erklärt Intendantin Dannie Quilitzsch. Das Equipment besteht aus einem Sammelsurium von leeren Plastikflaschen, alten Türen, Holzplatten oder Rückspiegeln und natürlich Farbe. Bis auf Letztere sind fast alle Sachen vom Schrottplatz oder wurden gespendet. Einer der Teppiche lag vorher noch in einer Hamburger Messehalle. Auf insgesamt 600 Quadratmetern rücken die Künstler dem Thema "Wash" mit Kreativität und Fantasie zu Leibe, und die Besucher des Wash-Camps sind live dabei. "Die internationale Vernetzung war uns wichtig. Sie zeigt das Bewusstsein jedes einzelnen mit der Materie umzugehen", erzählt die Intendantin weiter.

Eine Jury aus der Kunstszene hat 22 Künstler ausgewählt, von denen dann per Mausklick auf der Wash-Homepage die elf Gewinner gewählt wurden. Die fertigen Werke stehen zum Verkauf, es lohnt sich also im Laufe der Woche oder zur Finissage am Samstag vorbei zu schauen. Den Besucher erwarten Gemälde, Installationen und Skulpturen, die jeweils käuflich zu erwerben sind. Die Hälfte des Erlöses geht an die Welthungerhilfe, die andere Hälfte an die Künstler. Nicht alles ist in den Räumlichkeiten zu sehen, Street-Art Künstler wären nicht das, was sie sind, wenn sie nicht doch ihr urbanes Umfeld für sich beanspruchen würden. Die Gruppe "Klub7" war bereits am ersten Tag mit Kreide im Viertel um das WASH-Camp aktiv. Wash findet im Rahmen der internationalen Wassertage der Vereinigung Viva con Agua statt. Zum Festival gehört ein Rahmenprogramm mit Konzerten und Feiern in ganz Hamburg unter anderem mit Musikern wie Max Mutzke oder DJ Mad (Beginner). Wer es nicht rechtzeitig bis zur Finissage schafft, das WASH-Camp zu besuchen, der hat im März 2012 in der Millerntor Gallery Hamburg noch einmal die Chance, die vollständigen Werke anzuschauen.

WASH Social Art Festival

Bis 20. November, Schulterblatt 36, Hamburg. Öffnungszeiten täglich 12-20 Uhr, Finissage am 19. November
http://www.washfestival.com/