Bookmarks Spezial - Bauhaus

Die Lesetipps des Monats

Kaum ein Kunstereignis hat je so viele Neuerscheinungen der Kunstbuchverlage hervorgebracht wie das Bauhaus-Jubiläum 2009. art-Redakteurin Ulrike von Sobbe stellt Ihnen die Publikationen vor, die zeigen, warum uns die Bauhaus-Idee bis heute bewegt.
Das müssen Sie lesen:Zehn neue, spannemde Kunstbücher für den Monat Juli

Das Bauhaus kommt aus Weimar

Ute Ackermann und Ulrike Bestgen haben einen umfangreichen Katalog zur Ausstellung, die bis 5. Juli an fünf verschiedenen Orten in Weimar zu sehen ist, erarbeitet (Deutscher Kunstverlag. 380 S., über 300 Abb., 35 Euro). Dazu gibt es einen Katalog von Kindern für Kinder. Unter dem Titel: "Half-moon, red wings, form and function – Weißt Du, was das Bauhaus ist?" stellt der Katalog einzelne Objekte vor, die auch in der Ausstellung zu sehen sind (Hrsg.: Klassik Stiftung Weimar. 38 S., 8 Euro).

Modell Bauhaus 1919-2009

Offizieller Katalog zur großen Schau des Bauhaus-Archivs im Berliner Martin-Gropius-Bau (22. Juli bis 4. Oktober), die Geschichte und Wirkung der einflussreichen Kunstschule von Beginn der Moderne bis heute neu bewertet. Rund 70 Hauptwerke werden in Essays eingehend betrachtet (Hatje Cantz Verlag. 416 S., 400 Abb., 49,80 Euro). Dazu erscheint ein Band aus der Reihe Kunst zum Hören mit dem Audio-Guide der Ausstellung (16,80 Euro).

Mythos Bauhaus

Die Herausgeberinnen Anja Baumhoff und Magdalena Droste analysieren, wie die Bauhaus-Idee zum festen Bestandteil der Klassischen Moderne wurde und damit zum Sinnbild für innovativen Fortschritt, Funktionalität und Gleichheit der Geschlechter (Reimer Verlag. 340 S., 120 Abb., 39 Euro).

Seemanns Bauhaus Lexikon

Mit 500 Stichworten, zahlreichen Querverweisen und Übersichtsartikeln, dazu Fotografien von Bauten, Entwürfen, Gemälden, Möbeln und zu Künstlerbiografien von Albers bis Weininger liefert Autor Hajo Düchting ein informatives, umfangreiches Kompendium über die berühmteste Kunstschule der Welt (E.A. Seemann Verlag. 352 S., 174 Abb., 35 Euro).

living_art:Bauhaus

"Ich kämpfe gegen eine Welt von Spießern", war das Motto des Bauhaus-Gründers Walter Gropius. Welche avantgardistischen Köpfe die Schule geprägt haben und wie der studentische Alltag in diesem Labor der Moderne aussah, zeigt der kleine Band von Boris Friedewald mit vielen zeitgenössischen Fotografien und knappen, anschaulichen Texten (Prestel Verlag. 128 S., 120 Abb., 9.95 Euro).

Begegnung Bauhaus. Kurt Schmidt und Künstler der Avantgarde. Von Kandinsky bis Vasarely

Aus Anlass des 90-jährigen Bauhaus-Jubiläums stellen die Kunstsammlungen das Werk des 1991 in Gera verstorbenen Künstlers Kurt Schmidt vor (bis 28. Juni), der während seiner Studienjahre am Bauhaus Dessau 1920 bis 1925 entscheidende Impulse für seine künstlerische Arbeit erfahren hat (160 S., zahlr. Abb., 13 Euro).

Bauhausstil oder Konstruktivismus? Aufbruch der Moderne in den Zentren Berlin – Bauhaus – Hannover – Stuttgart – Frankfurt

Die ästhetische Formensprache des Konstruktivismus hat die Moderne entscheidend geprägt. Der Katalog, der letzten Herbst eine Ausstellung in Ingolstadt begleitet hat (herausgegeben von Tobias Hoffmann), weist die enge Verbindung zwischen bildender und angewandter Kunst nach, die nicht nur am Bauhaus sondern an mehreren Orten in Deutschland vorangetrieben wurde (Wienand Verlag. 288 S., 226 Abb., 39,80 Euro).

Route der Moderne. Vom Welterbe Breslau zum Welterbe Dessau. Architektur 1900 – 1930

Wer die Architektur der klassischen Moderne bereisen möchte, der wird diesen sachkundigen, konzentrierten Führer von Gert Kähler schätzen. Auf dem Weg von der Jahrhunderthalle in Breslau zu den Meisterhäusern in Dessau, führt die Route vorbei an zahlreichen Höhepunkten des modernen Bauens: Architekturgeschichte erfahren im doppelten Sinne (Jovis Verlag. 160 S., 225 Abb., 19,95 Euro).

Bauhaus – Frauen der Moderne

Als das Staatliche Bauhaus 1919 gegründet wurde, war Walter Gropius nicht sehr begeistert über die große Anzahl von jungen Frauen, die sich um einen Studienplatz bewarben. Seine Schule sollte kein Ort für weibliches Kunsthandwerk werden. So wurden die meisten Bewerberinnen in die Weberei geschickt. Um in die anderen Werkstätten für Möbel-, Glas-, oder Metallgestaltung vorzudringen, war ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen gefragt. Was für außergewöhnliche – lange nicht beachtete – Gestalterinnen das Bauhaus dann hervorbrachte, zeigt dieser Band von Ulrike Müller, in dem 20 Künstlerinnen porträtiert werden, darunter Anni Albers, Marianne Brandt oder Ida Kerkovius, aber auch heute weniger bekannte Bildhauerinnen, Fotografinnen oder Architektinnen (Elisabeth Sandmann Verlag. 152 S., um 150 Abb., 24,80 Euro).

Bauhaus Streit. 1919 – 2009

So wie das Innenleben des Bauhaus jede Menge Zwist über Ausrichtung und Ziele der Schule produzierte, so gab und gibt es auch draußen heftigen Disput über die ideologische wie künstlerische Rezeption der Bauhaus-Idee. Das Lesebuch, herausgegeben von Philioo Oswalt, hat Texte von Otl Aicher über Gerda Breuer bis Justus Ulbricht versammelt, die diese bis heute anhaltende Diskussion beleuchten (Hatje Cantz Verlag. 224 S., 30 Abb., 16,80 Euro).

Die Bauhausmeister und ihre Wirkung. Aus Weimar in alle Welt

Der Band von Annette Seemann beschreibt anschaulich, wie die Bauhaus-Idee, entwickelt von einigen der interessantesten Künstler jener Zeit, darunter Johannes Itten, Oskar Schlemmer, oder Wassily Kandinsky, international weiterwirkte und unseren Alltag bis heute prägt (E.A. Seemann Verlag. 160 S., 58 Abb., 24,90 Euro).

Gunta Stölzl. Bauhausmeister

Sie war die einzige Frau unter den Meistern am Bauhaus und als Textildesignerin und Leiterin der Webereiwerkstatt überaus erfolgreich. Das schön gestaltete Buch, herausgegeben von Monika Stadler, zeichnet ein facettenreiches Lebensbild der Künstlerin. Dabei werden nicht nur ihre Entwürfe gezeigt, in persönlichen Aufzeichnungen, Briefen und Fotografien aus ihrer Zeit in Weimar, Dessau und später Zürich formt sich ein lebendiges Porträt ihrer Persönlichkeit (Hatje Cantz Verlag. 132 S., 131 Abb., 29,80 Euro).

50 Bauhaus-Ikonen, die man kennen sollte.

Einstieg leicht gemacht: Knapp und übersichtlich stellt der Band von Josef Strasser 50 Objekte vor, mit denen das Bauhaus weltberühmt wurde – von der Wagenfeld-Lampe über Wassily-Sessel bis zur Teekanne von Marianne Brandt (Prestel Verlag. 176 S., 200 Abb., 19,95 Euro).

Das Bauhaus lebt

Der handliche Band (herausgegeben von Wolfgang Thöner und Ute Ackermann) gibt detaillierten Einblick in die Geschichte, Innengestaltung und Gemeinschaftskultur der Dessauer Meisterhäuser (E.A. Seemann Verlag. 236 S., 315 Abb., 19,90 Euro).

Esoterik am Bauhaus. Eine Revision der Moderne?

Walter Gropius und seine Kollegen hatten stets das Bild des Bauhauses als einer auf Rationalismus und Funktionalität ausgerichteten Kunstschule propagiert. Die in den letzten Jahren aufgearbeiteten Nachlässe von Bauhaus-Künstlern lassen jedoch Fragen zur esoterisch-geistigen Kultur zu. Denn Künstler wie Johannes Itten, Georg Muche, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Gunta Stölzl oder Wassily Kandinsky zeigten sich wohl durchaus offen gegenüber esoterisch-weltanschaulichen Strömungen ihrer Zeit. Das sich daraus ergebende Spektrum von Bauhüttenromantik über Astrologie bis Theosophie untersuchen 13 Autoren (Herausgeber: Christoph Wagner). (Schnell + Steiner Verlag, 280 S., 178 Abb., 49,90 Euro).

Bauhaus Memo. Das Gedächtnisspiel mit Bildern aus dem Bauhaus Dessau.

Die Spielkarten bieten Ansichten von Gebäuden, Räumen, Möbeln, aber auch Details wie Türgriffe oder Scharniere. So lassen sich auf unterhaltsame Weise typische Bauhaus-Formen kennen lernen (E.A. Seemann Verlag, 72 Karten mit 36 Motiven, 9,90 Euro).

Bauhaus

Dieser bereits 1999 erschienene Band von Jeannine Fiedler und Peter Feierabend ist immer noch ein unverzichtbares Standardwerk für alle, die sich eingehend mit der Geschichte des Bauhauses befassen möchten. Eine Fülle von Abbildungen begleitet die umfassende Dokumentation (Ullmann Verlag. 639 S., 29,95 Euro).

Bauhaus und Bauhäusler. Erinnerungen und Bekenntnisse.

Spannend lesen sich die Berichte und Erinnerungen von Künstlern und Lehrern, die jene Aufbruchphase miterlebt haben, herausgegeben von Eckhard Neumann (DuMont Buchverlag, 1985).

Bauhaus Weimar. Entwürfe für die Zukunft.

Ausführlich beschreibt der Band von Michael Siebenbrodt die gestalterische Arbeitsweise von Künstlern, Lehrern und Studenten in den einzelnen Werkstätten (Hatje Cantz Verlag, 2000).

Bauhaus. Kunstschule der Moderne

Mit den grundlegenden pädagogischen Konzepten der Bauhaus-Lehrer und ihrer Abkehr von der traditionellen Kunstausbildung befasst sich Rainer K. Wick in diesem Band, der obendrein durch ein ausführliches Namen- und Sachregister zum verlässlichen Nachschlagewerk wird (Hatje Cantz Verlag, 2000).

Das frühe Bauhaus und Johannes Itten

Das Katalogbuch zur Ausstellung anlässlich des 75. Gründungsjahres des Staatlichen Bauhauses in Weimar wurde bald zum Grundlagenwerk über die Reformkunstschule. Es widmet sich der Chronologie der Anfangsjahre von 1919 bis 1925, die besonders von dem Schweizer Itten geprägt waren, der die handwerkliche Ausbildung der Studenten in der Vordergrund stellte (Hatje Verlag, 1994).