Gib mir fünf! - Tipps der Woche

DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Marie-Hélène von Montgelas empfiehlt diese Woche: Eine neue "Arte"-Serie, Handybilder und eine Hommage an das Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven.

Berlin: "Tomas Erhart – Cell Phonology and the mobile diaries"

Das Zeitalter der Handyfotografie eröffnet der Kunst neue Möglichkeiten. Die gewaltige Ausdruckskraft des Fotojournalismus, die einem die digitale Fotografie des mobilen Telefons näher bringt, wird vom 6. bis 10. März in der Galerie Scala in Berlin gezeigt. Einen umfassenden Einblick in das Innenleben des Künstlers Tomas Erhart liefert die Fotoausstellung "Cell Phonology and the mobile diaries", in der Besucher auf eine Reise in Erharts Welt mitgenommen werden und dabei seine Reise-, Sex-, Frauen,- und Berlin-Eindrücke miterleben können.

"Arte: Die neue Doku-Serie Grand'Art"

Jeden Sonntag im März, um 23.15 Uhr, zeigt der Kultursender "Arte" seine neue Kunst-Dokumentationsreihe "Grand'Art". Der in Frankreich bekannte Kunstexperte und Buchautor Hector Obalk verschafft dem Zuschauer einen persönlichen, aber nicht chronologischen Überblick über die Kunstgeschichte. Hierbei verzichtet er bewusst auf Experteninterviews. In der "Arte"-Reihe soll die pure Kunst im Vordergrund stehen. Die nächsten Folgen widmen sich Ingres und Tizian und lassen auf äußerst informative, aber auch entspannende Wochenausklänge hoffen.

Videoausschnitt – "Arte: Grand'Art / Ingres érotique"

Hamburg: "Stephan Dillemuth – Marktverficktes Sein"

In Zeiten der Wirtschaftskrise liefert nun auch die Kunst ihren Beitrag zu einer kritischen Reflexion: Die Hamburger Galerie für Landschaftskunst zeigt vom 5. März bis zum 9.April die Ausstellung "Marktverficktes Sein", in der die zeitgenössische Ökonomie in der bildenden Kunst repräsentiert wird. Stephan Dillemuth nahm in den letzten Jahren zusammen mit Nils Norman die verschiedenen Ausprägungen von Kunst und Ökonomie genauer unter die Lupe. In einem Gedicht von Dillemuth heißt es hierzu: "Baut ab der Bilder schnöden Schein, zergliedert das vom Markt verfickte Sein, und baut es neu mit Taten". Für die Hamburger Ausstellung hat er ein unbehagliches Bild entworfen, das das von der Totalität des Marktes unterworfene Dasein des Menschen zur Schau zu stellen soll.

Hamburg: "Schiltje / Portielje – Rolmodellen"

Die Hamburger Galerie Hilaneh von Kories zeigt vom 5. März bis 7. Mai eine Ausstellung des niederländischen Fotokünstler-Dreamteams Schiltje und Portielje. Die Bilder sind ausschließlich schwarzweiss. Auffällig ist ebenso die extravagante Garderobe, die die Frauen tragen. Diese werden fast nur in der Rückenansicht präsentiert. Ebenso prägnant sind leicht surrealistische Züge, die jedoch von den Künstlern nicht in Form eines Werkstitels gedeutet wird. Vielmehr soll dem Betrachter eine Art purer Blick auf die Werke gegeben werden, um eine eigene, subjektive Interpretation möglich zu machen. Ausstellungskatalog: "photoworks beyond reality".

"Frankfurt: 40 Jahre Kabinett für aktuelle Kunst – Double"

Den Auftakt der Ausstellungsreihe "Double", die von Gregor Schneider und Moritz Wesseler im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main kuratiert wird, bildet die Ausstellung "umgekippte Möbel" von Reiner Ruthenbeck, Meisterschüler von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie. Unter dem Titel "Objekte" war die Schau erstmals im Jahr 1971 im legendären Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven zu sehen. Tische, Stühle, sowie eine Chaiselongue erscheinen im Raum zufällig und etwas wirr angeordnet, als wäre das festgefahrene System der bürgerlichen Ordnung durcheinandergeraten. Die Reihe "Double" läuft bis Mitte 2010 und präsentiert in einem exakten Nachbau des Kabinetts für aktuelle Kunst die Höhepunkte des Bremerhaver Experimentierraums.