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Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche
Heinz Mack ist einer der wegweisenden Künstler für die Entwicklung der OP Art und der Kinetischen Kunst. Sein "Kleiner Lichtwald", 1959/60, Aluminum, Plexiglas, Elektrizität, 141 x 39 x 39 cm ist zurzeit in der Galerie Arndt in Berlin zu sehen. (© VG Bildkunst, Köln 2012/Courtesy: Atelier Mack)

DIE FÜNF AUSSTELLUNGSTIPPS DER WOCHE

Jede Woche präsentieren wir Kunstereignisse, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal mit OP Art von Heinz Mack, Kunst in "Puppenhausgröße" und dem Neubau der Kunsthalle Mannheim.
// ANN KIMMINICH, STEFFI PARLOW
Berlin: Urgestein und Visionär

Das Licht in seiner kosmischen Dimension zu erforschen und darzustellen ist seit Jahrzehnten die Aufgabe des Künstlers Heinz Mack, der vergangenes Jahr seinen 80. Geburtstag feierte.

Mack gilt als einer der wegweisenden Künstler für die Entwicklung der OP Art und der Kinetischen Kunst in Deutschland. Sein Einfluss auf jüngere Künstlergenerationen ist deutlich erkennbar. Gezeigt werden Hauptwerke aus allen Schaffensperioden – insgesamt 40 Reliefs, Bilder, Skulpturen, kinetische Arbeiten und Arbeiten auf Papier von 1958 bis hin zu den jüngsten Bildern und Reliefs, die in diesem Jahr entstanden sind. Die Werke verdeutlichen das Bekenntnis des Künstlers zur Stadt Berlin, wo er seit seinem frühesten Kunstschaffen an in Galerien, privaten und öffentlichen Sammlungen wirkt und zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum geschaffen hat.

Die Ausstellung "Heinz Mack in Berlin – Werke von 1958-2012" ist vom 26. Oktober bis zum 28. Februar 2013 im Arndt in Berlin zu sehen.

Baden-Baden: Braucht Gesellschaft Kunst?

Mit dieser Frage geht die Kunsthalle Baden-Baden dem konkreten Einfluss von Kunst auf die öffentliche Diskussion nach. Die Ausstellung – unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck – zeigt anhand einzelner Kunstwerke, wie und wodurch Kunst in den letzten 60 Jahren in unsere Gesellschaft eingewirkt hat. Das Auswahlkriterium für die gezeigten Werke: ihre nachweisbare Wirkung in einem zivilgesellschaftlichen Umfeld. Christoph Schlingensiefs Abschiebungsinszenierung "Ausländer Raus!" aus dem Jahr 2000 ist eines dieser Werke. Er hatte damals in direkter Nachbarschaft zur Wiener Staatsoper ein Containerdorf mit Asylbewerbern errichtet und einen der Big Brother-Show nachgeahmten Wettkampf um Aufenthaltsgenehmigungen veranstaltet. Zu sehen ist auch Gerhard Richters Gemälde "Onkel Rudi", das seinen Onkel in Wehrmachtsuniform abbildet. Installationen, wie "When Faith Moves Mountains" von Francis Alÿs, bei der 2002 in Lima mehr als 500 Freiwillige, nur mit Schaufeln ausgestattet, den Versuch unternahmen, gemeinsam einen Berg zu bewegen, zeigen, dass das Spektrum der Ausstellung genauso breit gefächert ist wie unsere Gesellschaft.

Die Ausstellung "Bilderbedarf. Braucht Gesellschaft Kunst?" ist noch bis zum 17. Februar 2013 in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zu sehen.

Düsseldorf: Master of Puppets

Die Arbeiten der polnischen Bildhauerin Katarzyna Kozyra bewegen sich humorvoll und provokant zwischen Bildhauerei, Fotografie, Videokunst, Performance, Theater und Musik. Für die Ausstellung in den Räumen des Schmela Hauses hat sie ein cleveres Konzept für die Gesamtsumme ihres bisherigen Schaffens entwickelt. Mit zum Teil auf Puppenhausgröße reduzierten Arbeiten reflektiert die Künstlerin Sehgewohnheiten und das Rezeptionsverhalten der Betrachter, die sie aktiv in ihre Kunstproduktion mit einbezieht. Mit ihren Arbeiten wirft Kozyra Fragen nach Identität und Identifikation auf und beschäftigen sich mit tradierten Rollenklischees aber auch mit den Mechanismen des Kunstmarkts. Als Vertreterin des Polnischen Pavillons auf der 47. Biennale in Venedig hat sie 1999 die Ehrenauszeichnung der Jury erhalten.

Die Ausstellung "Katarzyna Kozyra. Master of Puppets" ist vom 26. Oktober bis zum 10. März 2013 im Schmela Haus, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu sehen.

Remagen: Florian Slotawa

Der Berliner Konzeptkünstler Florian Slotawa ist bekannt geworden mit seinen "Besitzarbeiten" in denen er sein Hab und Gut für Installationen und Fotografien neu arrangiert hat und zu Kunst erklärte. Für die historischen Ausstellungsräume im Bahnhof Rolandseck im Museum Arp in Remagen konzentriert sich der Künstler auf Schwarzweißaufnahmen seines Ateliers, die er seit drei Jahren kontinuierlich fotografiert. Offengelegt werden nicht die Dinge, die dort existieren, sondern deren Abwesenheit. Slotawa wählt einzelne Wände der Ausstellungsräume von Haus Esters in Krefeld aus und baut diese nach. Sie dienen als skulpturales Objekt und sind zugleich Präsentationsfläche für die gezeigten Fotografien. Der Künstler stellt die Anwesenheit und Abwesenheit seiner Arbeit in den Mittelpunkt der Ausstellung, verlagert sein Atelier in die Ausstellungsräume, zitiert diese und benutzt sie als Display. Architektur wird zum Foto, wird zum Objekt, wird zur Präsentationsfläche.

Die Ausstellung "Florian Slotawa. Andere Räume" ist vom 26. Oktober bis zum 01. April im Arp Museum in Remagen zu sehen.

Mannheim: Räume denken

Aus dem internationalen Architektenwettbewerb für den Neubau der Kunsthalle Mannheim sind drei Siegerentwürfe hervorgegangen. Sie zeigen, wie differenziert Planen und Gestalten von Museumsarchitektur im 21. Jahrhundert sein kann. Im Rahmen des geplanten Neubaus veranstaltet die Kunsthalle Mannheim gemeinsam mit der Stiftung Neubau Kunsthalle Mannheim ein interdisziplinäres Symposium bei dem aus unterschiedlichen Perspektiven über die Anforderungen an ein zukunftsweisendes Museum diskutiert werden soll. Unter den Referenten befinden sich Wolfgang Kemp, der sich mit der kunstwissenschaftlichen Rezeptionsästhetik beschäftigt und Markus Brüderlin, Gründer des Kunstraums Wien und der Zeitschrift "Springer". Ziel der Tagung ist es, einen "Denkraum" zu schaffen, um Erkenntnisse für das Mannheimer Neubaukonzept zu gewinnen und Anstöße für die praktische Umsetzung zu geben.

Das "Interdisziplinäre Symposium" findet am 26. und 27. Oktober in der Kunsthalle Mannheim statt.

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