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Ausstellungstipps



DIE FÜNF AUSSTELLUNGSTIPPS DER WOCHE

Jede Woche präsentieren wir Kunstereignisse, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: eine Neuordnung einer Bibliothek, Kunst aus der Donauregion und ein Treffen deutscher Kunststudenten
// STEFFI PARLOW
Bad Ems: Ausstellung der Stipendiaten 2012

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral vergibt alljährlich Atelierstipendien. Dieses Jahr hatten sechs Künstler die Gelegenheit, im idyllischen Bad Ems zu leben und zu arbeiten: Razvan Botis, Elisabeth S. Clark, Ingo Gerken, Nadja Schöllhammer, Mamiko Takayanagi und Sun You.

Die Ausstellung "november remember september" blickt auf den Stipendienaufenthalt der internationalen Künstler zurück. Der Schwerpunkt liegt dabei auf installativen und konzeptuellen Werken. Razvan Botis betrachtet seine Arbeit anhand eines Spiegels; die Künstlerin Elisabeth S. Clark zeigt ihr Langzeitprojekt, eine Art Neuordnung einer Bibliothek; der in Berlin lebende Ingo Gerken arrangiert auf subtile Weise den Raum neu; Nadja Schöllhammer bezwingt mit ihrer Installation den Raum; die in New York lebende Sun You zeichnet mit ihren fragilen Textilobjekten an die Ausstellungswand; und die Japanerin Mamiko Takayanagi präsentiert ihre Malerei.

Die Ausstellung "november remember september" ist vom 28. September bis zum 7. Oktober 2012 im Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems zu sehen.

Hamburg: 1. Internationales Graphic Design Festival

Wenn man Missstände in einer Stadt bemerkt, kann man diese bejammern, oder selbst aktiv werden, wie Louise und Florian Kunth von der Hamburger Agentur für Veranstaltungen "Here we Go". Zusammen mit dem Design-Studio "I Like Birds" organisieren sie das erste internationale Grafik-Design-Festival in Hamburg. Die Veranstalter wollen die bestehende Hamburger Szene über ihre Stadtgrenzen hinaus bekannt machen und international vernetzen. Das dreitägige Festival "The Joy of Graphic Design" öffnet an diesem Wochenende seine Türen am Hamburger Oberhafen. Vereint werden die Formate Ausstellung, Workshop, Symposium und Messe. Studios aus Hamburg und Norddeutschland werden ihre Arbeiten vorstellen, und Night-Workshops bieten den Besuchern die Gelegenheit, selbst gestalterisch aktiv zu werden. Umrahmt wird das Ganze von DJs und kalten Drinks. Samstag lädt man dann zum Symposium mit internationalen Gästen aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland ein. Der letzte Tag des Festivals bietet die Gelegenheit über die "About Messe" für Kleinverlage und Selbstverleger zu schlendern und sich von deren Arbeit inspirieren zu lassen.

Das erste internationale Grafik-Design Festival "The Joy of Graphic Design" findet vom 28. bis 30. September im Hamburger Oberhafen statt.

Bremen: Vlassis Caniaris

Normalerweise konzentriert sich die Gesellschaft für aktuelle Kunst auf junge, zumeist noch international unbekannte Positionen. Dieses Konzept wird aber auch durchbrochen und durch wegweisende Künstler ergänzt. Die GAK präsentiert nun den 2011 verstorbenen griechischen Künstler Vlassis Caniaris, der außerhalb seines Heimatlandes nur wenig bekannt ist. Sein Schaffen war geprägt von der politischen Situation in Griechenland. Nach Auslandsaufenthalten in Rom und Paris lebte Caniaris von 1967-1969 wieder in Griechenland, verließ aber das Land auf Grund der herrschenden Militärdiktatur wieder in Richtung Paris und Berlin. In seinen Anfängen konzentrierte sich Vlassis Caniaris auf die Dimension der Leinwand, später verstärkte er sein Interesse an dreidimensionalen Objekten und Installationen. Die Ausstellung in der GAK will eine Wiederentdeckung seines Werks einleiten.

Die Ausstellung ist vom 29. September bis 6. Januar 2012 in der Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen zu sehen.

Nürnberg: Beast 2012

Leerstehende Gebäude im urbanen Raum bilden immer wieder Anziehungspunkte für Künstler und vor allem für Kunststudenten, die Plätze und Orte suchen, um ihre Arbeiten außerhalb des Akademiekontextes zu präsentieren. Die Studenten der Nürnberger Akademie haben nun etwas Einzigartiges initiiert: Sie luden Studenten von 19 deutschen Kunsthochschulen ein, sich für die Ausstellung "Beast 2012" zu bewerben, darunter die Akademie der bildenden Künste München, Universität der Künste Berlin, Hochschule für Bildende Künste Dresden und Städelschule Frankfurt. Will man also sehen, was die nachfolgende Kunstgeneration zu bieten hat, muss man sich nicht ärgern, dass man nicht auf jedem Rundgang war, sondern jetzt einfach nach Nürnberg fahren. Dort versammeln sich mehr als 100 junge Künstler aus 18 deutschen Kunsthochschulen in einer insgesamt 12 000 Quadratmeter großen Halle der AEG. "Beast 2012" will mit diesem neuartigen Format über den Tellerrand schauen und interdisziplinär agieren. Das Veranstaltungsprogramm wird von Beiträgen aus Musik, Theater, Tanz und Literatur verstärkt.

Die Ausstellung "Beast 2012" ist noch bis zum 7. Oktober 2012 auf AEG in Halle 18 in Nürnberg zu sehen.

Regensburg: donumenta

Von der Quelle bis zur Mündung legt die Donau 2888 Kilometer zurück. Ihr Weg führt von West nach Ost und durchfließt Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Moldawien, Bulgarien und die Ukraine – eine riesiges Region, die nicht nur Unterschiede in Politik, Wirtschaft und Kunst aufweist, sondern auch Schnittstellen bietet. Das Festival "donumenta" in Regensburg findet bereits seit über zehn Jahren statt und beleuchtet das künstlerische Schaffen in den Donauregionen und angrenzenden Gebieten. Unter dem Titel "14x14 – Vermessung des Donauraumes" versammeln sich zur Jubiläumsschau 14 aktuelle künstlerische Positionen aus 14 Ländern. Mit dabei ist Marina Abramovic aus Montenegro, Anselm Kiefer aus Deutschland, Mladen Miljanovic aus Bosnien und Herzegowina und István Csákány aus Ungarn. Die donumenta stellt sich der Aufgabe, die zeitgenössische Kunst in der Donauregion zu vernetzten und einen regen Austausch zwischen Ost- und Westeuropa zu fördern.

Die "donumenta" ist vom 28. September bis 4. November 2012 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog.

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