Jeff Koons

Der Überflieger

Mach den Flieger!
Jeff Koons eröffnet seine Ausstellung im Liebieghaus in Frankfurt. Vor der Skulptur "Ballon Venus" (2008-2012) setzt er zu seinem berüchtigten Flieger an (Foto: action press / Bernd Kammerer)

MACH DEN FLIEGER!

Keiner fliegt so schön wie er – Jeff Koons hat die Künstlerpose zur Perfektion gebracht. Eine Beweisführung in Bildern

Usain Bolt war bei den Olympischen Spielen in London nicht nur derjenige, der den anderen Teilnehmern sportlich die Show stahl. Auch im Jubel setzte der jamaikanische Läufer Maßstäbe – ein zum Himmel gestreckter linker Zeigefinger gibt dem nachziehenden rechten Arm die Richtung vor. Die Botschaft dieser zum Markenzeichen geronnen Pose ist klar: Hier setzt jemand an zum Höhenflug.

Die Siegergeste, wie sollte es anders sein, hat ihre künstlerischen Vorläufer. Den kühn gestreckten Zeigefinger, den gereckten Oberkörper, der kühne Blick zum Himmel – man findet sie zuhauf in den Darstellungen der griechischen und römischen Antike. Der Meister des Abflugs aber ist ein Zeitgenosse: Jeff Koons. Der amerikanische Pop-Art-Künstler hat die Fliegerpose in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur ihrer Perfektion geführt. Fast ist es, als geriete seine millionenschwere Kunst zur Nebensache, wenn die Fotografen wieder einmal zu einer Ausstellungen pilgern, um Jeff Koons fliegen zu sehen. Kein Presseshooting ohne dieses Kunststück: Bitte, mach den Flieger!

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10 Leserkommentare vorhanden

boris nieslony

19:02

14 / 08 / 12 // 

Danke, art!

Jetzt weiß ich, dass die Saure-Gurken-Zeit ihren Höhepunkt erreicht, der noch messbare geistige Dünnschiss seinen Zenit erklommen hat: Ja, was haben wir denn da für Neuigkeiten aus der Kunstwelt? Auf der einstigen Zufluchtsinsel für wohlhabende Ausgeflippte - auch Kunstfreunde - Gomera brennt die Erde, neue Erdbeben machen den Iran unsicher, die Wissenschaftler bestätigen kleinlaut, dass die Klimakatastrophe doch wohl schon da ist - ja, da kommt die art-Redaktion mit einem Aufsätzchen über die Posen von Herrn Koons, dem Liebling der Oligarchen und Kapitalisten, aus dem Strandkorb. Und wie es da an Informationen nur so hereinprasselt. Wo hat er nicht schon - der Jeff - überall seine lächerliche Kackstellung ins Bild gesetzt! Toll, das wir das jetzt mit einer Bilderstrecke erfahren durften! Machmal ist es doch was ganz Besonderes, dem geistigen Leerlauf zuschauen zu dürfen - doch: darauf hab ich keinen Bock! Holt euch doch, wenn ihr es braucht, einen auf eure Glitzerstars runter, aber macht es bitte nicht in aller Öffentlichkeit!

Elmar

09:54

15 / 08 / 12 // 

Ironie...

... ist ja nicht jedermanns Sache. Und sie wird oft nicht verstanden. Hier find ich sie aber relativ unmissverständlich: "Im Jahr 2000 schließlich gelingt Koons die erste Fliegerpose in vollkommener Perfektion. Stolz sockelt er das Ergebnis jahrelanger Übung." *LOL*

Julia Brehmke-Schnittgen

21:17

15 / 08 / 12 // 

Mir geht das ebenfalls auf die Nerven

allein, dass Sie so einen Rummel um diesen aufgeblasenen Kunstclown machen, finde ich - bei allem Humor - ziemlich besch.... Dabei gibt es viele gute Akteure, die es verdient hätten, den Platz dieser Meldung einzunehmen. Hierzu empfehle ich den Artikel im greenpeace-Magazin, Juni-Ausgabe "Künst-Stücke", wo Koons, Hirst und andere kapitale Marktgrößen Künstler/innen gegenübergestellt werden, welche die Gesellschaft wirklich weiterbringen und nicht nur den wenigen Großkapitalisten huldigen.

xxx

09:35

16 / 08 / 12 // 

der ???? artikel

der gefühlt 5. artikel zu koons in den letzten tagen. künstler hin oder her, er war, ist und bleibt ein lackmeier

U.Kurze

10:48

18 / 08 / 12 // 

Koons-Factory

...meine Sache ist das auch nicht. Aber gutes Marketing für seine von südkoreanischen Kitsch angehauchten Werke. Den perfekten Flieger stellt er auch nicht da. Besser - you tube - Ulrich Kurze - bis dahin Ulli K.

Mirco Zschkowjetzschko

22:04

18 / 08 / 12 // 

nicht nur

sind Koons Werke von südkoreanischem Kitsch angehaucht - er lässt sie auch dort von fleißigen Billigproduzenten fertigen. Also alles künstlich - keine Kunst!

pantok brmmrad burundarangawegasi

23:25

20 / 08 / 12 // 

wie gut, das ihr habt keine andere sorge

warum geht diese mann nicht auf die flughafen und macht flugreise. kann sich das leisten. wer interessier was macht mit körper? das nicht gut zu verstehe.

wegiwagnurupontibulo kwaguari kwotooto

20:39

21 / 08 / 12 // 

Purer Kulturkukuruk

wer liest das die ganze kulturuck, ist emotional brachial durrokiturakt, jonathan meese is da geweese - geistiger katarakt der manchmal in die synapsen kackt.

dada extrem rapandaremdaladodelei repurani pashnawal

21:52

22 / 08 / 12 // 

die ameise der kunst

ist in gehirn aa gemacht von der grosse swarze mann mit de lange haar und de bart und de mama. wer weiss der bescheidt. mit de addidas streife auf schwarze jacke,ne.

Adolphe Lechtenberg

16:55

10 / 10 / 12 // 

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Siegergesten? Fliegerposen? = Hohles Gebaren, wie in jeder banalen Werbesendung. Entertainment und Event anstelle von Kunst. Markenzeichen anstelle von Substanz.

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