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Ausstellungstipps



DIE FÜNF AUSSTELLUNGSTIPPS DER WOCHE

Diesmal mit vielfältigen Moschee-Architekturen, dem Hector Kunst- und Förderpreis und der Kriegsberichtserstatterin, Surrealistin und Modefotografin Lee Miller

Berlin: Kubus oder Kuppel. Moscheen, Perspektiven einer Bauaufgabe

Immer wieder wird über den Neubau von Moscheen in Mitteleuropa diskutiert. Für den Bau einer Moschee gibt es keinerlei architektonische Gestaltungsvorgaben – wichtig ist nur, dass das Gebäude exakt nach Mekka ausgerichtet ist.

Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) Berlin, das sich weltweit für Kunstaustausch und einen Dialog der Zivilgesellschaften einsetzt, stellt sich die Frage: "Was macht eine Moschee zur Moschee?" Die Ausstellung "Kubus oder Kuppel. Moscheen, Perspektiven einer Bauaufgabe" beleuchtet ganz unterschiedliche Ansätze dieser Fragestellung. In vier Sektionen unterteilt, wird die Bandbreite von Entwürfen, Modellen, Fotografien aber auch künstlerischen Projekten, die sich mit dem Gebetshaus befassen, vorgestellt. Die gezeigten Beispiele reichen vom islamischen Forum in Penzberg, der Moschee in Albuquerque in New Mexico bis hin zum Entwurf eines Kleidungsstücks, der "Dirndlmoschee".

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September 2012 in der ifa-Galerie Berlin zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein 144-seitiger Katalog zum Preis von 16 Euro.

Rostock: Portfolio Berlin 02

Der Reiz, den Berlin als Kunstmetropole versprüht, ist offenbar ungebrochen. Die Metropole glänzt als "It-Place" für Künstler und Kulturschaffende, auch wenn Berlin chronisch pleite zu sein scheint. Der Strom in Richtung Hauptstadt will nicht abreißen. Auch die Rostocker Kunsthalle richtet bereits zum zweites Mal ihr Augenmerk auf Berlin. Im Fokus stehen Künstler, die in Berlin ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt haben. Während man sich in der Vorgängerausstellung auf malerische Positionen konzentrierte, werden nun in "Portfolio Berlin 02" skulpturale und installative Arbeiten vorgestellt. Sieben international renommierte Bildhauer und Installationskünstler repräsentieren die Hauptstadt: Monica Bonvicini, Björn Dahlem, Olafur Eliasson, Alicja Kwade, Via Lewandowsky, Michael Sailsdorfer und Bettina Pousttchi.

Die Ausstellung ist bis zum 7. Oktober 2012 in der Kunsthalle Rostock zu sehen. Der Katalog zur Ausstellung erscheint mit Beiträgen von Christiane Meixner, Dominikus Müller, Daniel Völzke, Sebastian Preuß und Lisa Zeitz.

Berlin: Lee Miller

Kriegsberichterstatterin, Surrealistin, die Modefotografin – Lee Miller war eine ungewöhnliche Fotografin mit vielen Facetten: Für US-Army dokumentierte sie 1944 die Eroberung von Paris durch die Alliierten. Sie war dabei, als 1945 das Konzentrationslager Dachau befreit wurde und wohnte einige Tage in der Wohnung Adolf Hitlers in München. Ihre hier entstandenen Fotografien sowie Objekte, die sie mitgenommen hatte – etwa ein Handtuch mit den Intitialen A.H. und Eva Brauns Puderdose – sind im "Brain" der documenta 13 ausgestellt. Im Leben dieser Fotografin gab es aber auch eine andere Seite. Denn Miller, die ab 1927 in New York als Fotografin gearbeitet hatte, ging 1929 nach Paris, machte zunächst Modefotos und schloss sich rasch der künstlerischen Avantgarde an, besonders den Surrealisten. Mit einer ihrer Leitfiguren, dem Amerikaner Man Ray, arbeitete sie zusammen und war kurz mit ihm liiert. Beide experimentierten mit dem verfremdenden Effekt der Solarisation. Ihre Experimente sind in einer Ausstellung der Berliner Galerie Hiltawsky zu sehen, die einen Überblick über das gesamte Werk Millers zeigt – Porträts ihrer Künstlerfreunde wie Pablo Picasso, Modeaufnahmen, Impressionen aus Ägypten und die Aufnahmen als Kriegsberichterstatterin.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Oktober 2012 in der Galerie Hiltawsky in Berlin zu sehen.

Mannheim: Hector-Kunstpreis und Hector-Förderpreis

Alle drei Jahre sucht die Kunsthalle Mannhein und die H.W.& J. Hector Stiftung in einer öffentlichen Ausschreibung Künstler, die sich mit den Themen Skulptur, Objektkunst und Rauminstallation auseinandersetzten. Vergeben wird der Hector-Kunstpreis und der Hector-Förderpreis. Im Juli wurde die im Iran geborene Künstlerin Nairy Baghramian mit dem Kunstpreis ausgezeichnet. Hannes Broecker erhielt den Förderpreis. Beide Künstler stellen ihre Arbeiten bis zum 28. Oktober 2012 in der Kunsthalle Mannheim aus. Nairy Baghramian verfolgt einen konzeptuellen Ansatz und untersucht gleichzeitig den sozio-kulturellen Raum. Ihre Arbeiten sprechen die Formensprache des Modernismus und bewegen sich im Spannungsfeld von Fragilität und Materialität. Der 1980 in Norddeutschland geborene Hannes Broecker ist geprägt von der Medien- und Street-Art-Kultur der neunziger Jahre. Seine Bilder und Installationen verweisen auf das städtische Leben und führen einen Dialog zwischen öffentlichem und privatem Raum. Grell bemalte Wände treffen auf Matratzen, Wolldecken und abgedunkelte Räume. Parallel zu den Präsentationen der Preisträger ist eine Gruppenausstellung mit den Förderpreis-Nominierten Robert Ludwig, Pauline M’barek und dem Kollektiv Jochen Schmidt in der Kunsthalle zu sehen.

Die drei Ausstellungen werden bis zum 28. Oktober 2012 in der Mannheimer Kunsthalle präsentiert und werden von jeweils einem Katalog begleitet.

Dresden: "Various Stages – Bedingte Bühnen"

Die Bühne ist ein Ort für Interaktion, Prozesse, Inszenierung und Performance. In welchem Kontext kann das Thema der Bühne verhandelt werden? Wie relevant sind performative Bedingungen für die zeitgenössische Kunst? Im Kunsthaus Dresden präsentieren internationale Künstler, unter anderem Steven Claydon, Nairy Baghramian und Nevin Aladag, in "Settings" skulpturale Formen der Bühne – es entstehen bühnenähnliche Arrangements und Situationen. "Various Stages – Bedingte Bühnen" umfasst drei Veranstaltungsformate, die sich als bewegliche und interagierende Plattformen begreifen: die Ausstellung "Settings", der wöchentliche "Salon Rähnitz" und das dreitägige Festival "Test Run", das vom 12. bis 14. Oktober 2012 in Kooperation mit dem Museum Sztuki in Lodz stattfindet. Alle Formate bieten Raum für einen kontroversen Austausch von Künstlern, Performern und Publikum zu dieser Thematik.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Oktober 2012 im Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst zu sehen.

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