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Lesetipps des Monats

Die Lesetipps des Monats
Die spannendsten Kunstbücher des Monats (Foto: art - Das Kunstmagazin)

DIE LESETIPPS DES MONATS

art-Redakteurin Ulrike von Sobbe stellt Ihnen in unserer Rubrik "Bookmarks" diesmal zehn neue Bücher für Ihre Reisen zur Kunst vor. Das Spektrum reicht von Lektüre für Kassel über einen Guide zu privaten Kunstsammlungen bis zu neuen Kunstführern für London und New York
// CORNELIA GOCKEL, PETER MEYER, ULRIKE VON SOBBE
Harald Kimpel (Hrsg.): documenta emotional

Nachdem er bereits 1997 ein Buch zu "Mythos und Wirklichkeit" der documenta herausgegeben hatte, hat Kimpel in dem handlichen Band diesmal Auzüge aus Autobiografien, Zeitschriften oder Zeitungen gesammelt: Menschen aus dem Kunstbetrieb erinnern sich an Faszinierendes, Bewegendes oder Komisches, das ihnen auf der documenta irgendwann widerfahren ist.

So wie der Kunstkritiker und langjährige art-Redakteur Alfred Nemeczek, den die Beschäftigung mit der Kunst seit der ersten Schau 1955 nicht mehr losgelassen hat.

(Jonas Verlag, 128 S., 20 Euro)

Christian Saehrendt: Ist das Kunst oder kann das weg? Kassel. Documenta-Geschichten, Märchen, Mythen

Der in Kassel geborene Kunsthistoriker und Autor nähert sich der documenta-Stadt über die einst von den Brüdern Grimm in Hessen gesammelten Märchen, bevor er unterhaltsam, kundig und informativ die bisherigen zwölf Ausstellungen nacherzählt. Ein nützliches Begleitbuch auf dem Weg ins hessische Bergland und zugleich eine charmante Gebrauchsanweisung für documenta-Besucher.

(DuMont Buchverlag, 240 S., 16,95 Euro)

art spezial documenta 13

Im art-Sonderheft gibt es einen vollständigen Rundgang durch die Ausstellung, dazu ein komplettes Künstlerlexikon, ein Interview mit documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiew, Informationen über das Begleitprogramm und eine ausführliche Darstellung aller vorangegangenen documenta-Ausstellungen seit 1955.

(Erhältlich im Zeitschriftenhandel oder zu bestellen über www.art-magazin.de, 12,80 Euro)

BMW Art Guide by Independent Collectors

Kunstfreunde auf Reisen werden den Guide schätzen. Denn der Führer im handlichen Taschenformat versammelt weltweit 173 private Sammlungen für zeitgenössische Kunst, die man auch besichtigen kann. Neben einem informativen Kurztext über die Sammlerpersönlichkeit und die Schwerpunkte der Kollektion werden Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinformationen bereitgestellt. Die es unbedingt zu beachten gilt, denn ein großer Teil der Sammlungen ist nur nach Voranmeldung zu besichtigen. Der Kunstführer ist ein Kooperationsprojekt von BMW und Independent Collectors, einem Online-Portal, das Sammler zeitgenössischer Kunst miteinander vernetzt.

(Hatje Cantz Verlag, 164 S., 58 Abb., 15 Euro)

Swinging London. The Sixties. Leben und Kultur 1956-1970

Die Sechziger sind eigentlich verdammt lange her, aber dann schlägt man diesen dicken, schicken, pop-pinkfarbenen Band auf und zack beginnt eine turbulente Zeitreise: London in den Sechzigern, das war die Trend-Hauptstadt der Welt. Ob Pop-Art oder Mini-Rock, Beatles oder Stones, Rocker oder Mods, Emma Peel oder James Bond – an der Themse wusste man, was gerade "in" war oder das nächste große Ding werden konnte. Zwar wird die Bilderflut in diesem Band von einem Text begleitet, der sich gelegentlich in soziologische Gelehrsamkeit aufschwingt, aber das tut der munteren Sache keinen Abbruch: Ein anregendes Bilderbuch allemal, bevor man sich in das coole London von heute aufmacht.

(Brandstätter Verlag, 368 S., ca. 350 Abb., 49,90 Euro)

Bauhaus Reisebuch. Weimar. Dessau. Berlin.

Gerade mal 14 Jahre existierte das Bauhaus, dann löste sich das wegweisende Institut, von den Nazis schikaniert, 1933 auf. Lehrer und Schüler wurden über die ganze Welt verstreut. Was im Lande blieb, waren die Bauten: vor allem in Weimar, Dessau und Berlin. Zu diesen drei Stationen des Bauhauses führt nun ein neues Reisebuch, das in drei großen Kapiteln in einer sehr informativen Mischung aus Essay, Geschichte und Service dokumentiert, was noch zu sehen ist von dieser revolutionären Architektur. Entdeckungen sind dabei nicht ausgeschlossen.

(DuMont Buchverlag, 304 S., 232 Abb. 19,95 Euro)

Morgan Falconer: Unterwegs zur Kunst: New York; Sam Phillips: Unterwegs zur Kunst: London

Damit der Besucher in den Riesenstädten zumindest bei den Museen und Galerien die Übersicht behält, widmet der DuMont Verlag den beiden Metropolen New York und London die zwei ersten Titel seiner neuen Reihe "Unterwegs zur Kunst". Um das üppige Angebot zu bewältigen, hat man sich allerdings ein eigenwilliges Prinzip ausgedacht: Die beiden hübsch aufgemachten Bände mit den flexiblen Umschlägen sind nach Epochen gegliedert. Folge: Londons riesiges Victoria & Albert Museum etwa kommt an über 20 Stellen vor. Doch man wird dafür mit detaillierten Informationen entschädigt, und selbst die oft klein geratenen Abbildungen erfüllen noch einen Zweck: Man möchte sich – mit dem Führer unterm Arm – unverzüglich die Originale ansehen.

(DuMont Buchverlag, je 240 S., rund 200 Abb., 18 Euro)

Katharina Knieß: In Bed with Art

Der Untertitel des handlichen Taschenbuchs verspricht "100 Möglichkeiten, sich mit Kunst zu betten". Und diese Ankündigung darf man durchaus wörtlich nehmen: 87 Adressen in Europa und 13 weitere weltweit wurden zusammengetragen. Ob man ein Apartment im Hamburger Fleetviertel mietet oder ein Dachzimmer in einem Galeriehaus im bayerischen Murnau, ein kleines Studio am Pariser Montmartre wählt oder ein eher luxuriöses Zimmer im Hotel eines Schweizer Kunstsammlers – überall kann man der Kunst nahe sein, wie sich in den übersichtlichen, anregenden Beschreibungen nachlesen lässt, die nicht nur über Ausstattung und Preise informieren, sondern auch Auskunft geben über Hausherren und Vermieter.

(Verlag Hellblau, 224 S., 14,95 Euro)

Das Web-Adressbuch für Deutschland 2012

Der Internet-Bestseller ist auch in seiner 15. Auflage ein ebenso nützliches wie beliebtes Handbuch, für alle, die sich nicht ziellos im Internet treiben lassen wollen. Auch diesmal gibt es unter den rund 6 000 Adressen viele Geheimtipps und neue Seiten zu entdecken.

(M.W. Verlag, 766 S., 16,90 Euro)

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