Sammlung Pietzsch

Berlin

Durchbruch für Moderne-Museum in Berlin
Heiner und Ulla Pietzsch präsentieren "Bilderträume", die Ausstellung ihrer Privatsammlung in der Neuen Nationalgalerie 2009 (Foto: Eva Oertwig/dpa)

DURCHBRUCH FÜR MODERNE-MUSEUM IN BERLIN

Dalí, Miró, Magritte, Rothko, und, und, und – die Sammlung Pietzsch ist hochkarätig wie kaum eine andere Privatsammlung der Moderne weltweit. Jetzt gibt es unerwartet Geld vom Bund, um sie auch zeigen zu können.
// DPA

Durchbruch für das seit langem geplante Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin: Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte am Dienstag überraschend 10 Millionen Euro für den Umbau der Gemäldegalerie am Kulturforum, wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mitteilte. Damit seien die Weichen für eine dauerhafte Unterbringung der weltberühmten Sammlung Pietzsch im Kontext der Nationalgalerie gestellt. Das Sammlerehepaar Ulla und Heiner Pietzsch hat dem Land Berlin seine auf 120 Millionen Euro geschätzte Sammlung vertraglich zugesagt – vorausgesetzt, sie wird dauerhaft gezeigt. Die Kollektion gilt mit ihren rund 150 Werken weltweit als eine der wichtigsten Privatsammlungen der Moderne.

Mit den jetzt bewilligten 10 Millionen Euro kann laut Neumann eine große Rochade zum Umbau der Berliner Museumslandschaft anlaufen. Die Alten Meister aus der Gemäldegalerie wandern vorübergehend ins Bode-Museum auf die Museumsinsel. Dafür kann die Sammlung Pietzsch in die dann freie und umgestaltete Gemäldegalerie einziehen. Zusammen mit der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Neuen Nationalgalerie soll daraus einmal das Museum des 20. Jahrhunderts entstehen. Den Plan gibt es seit Jahren. Bisher fehlte das Geld.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Dachgesellschaft der Staatlichen Museen in Berlin, begrüßte den Beschluss zum Nachtragshaushalt. "Das ist ein wunderbarer Schritt, um Berlin als Stadt der Moderne international herausragend zu profilieren", sagte Präsident Hermann Parzinger. Ausdrücklich dankte er Neumann für seinen Einsatz bei dem Projekt. Auch Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) zeigte sich hocherfreut. "Diese Entscheidung des Bundestages ist Voraussetzung dafür, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ihren Teil des Schenkungsvertrages erfüllen und Berlin das großzügige Geschenk des Sammlerehepaares Pietzsch annehmen kann." Das Land soll die Werke als Dauerleihgabe an die Museumsstiftung weitergeben.

Für die Alten Meister soll nach Angaben von Neumann langfristig ein Galerieneubau gegenüber dem Bode-Museum entstehen, damit sie auf Dauer im bisherigen Umfang gezeigt werden könnten. Damit sei jedoch erst "deutlich nach 2018" zu rechnen, betonte der Staatsminister. Parzinger bekräftigte, die Stiftung arbeite mit Hochdruck an dem Projekt. Schwerpunkt der Sammlung Pietzsch sind Werke des Surrealismus und Abstrakten Expressionismus, unter anderem von Max Ernst, René Magritte, Joan Miró, Salvador Dalí, Frida Kahlo, Jackson Pollock und Mark Rothko. Sie war 2009/2010 in der Neuen Nationalgalerie erstmals öffentlich gezeigt worden. Die Ausstellung unter dem Titel "Bilderträume" zog innerhalb von sieben Monaten fast 200 000 Menschen an.

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