Kellys Welt

Sammlerstück

252.334 Originale von Ellsworth Kelly
Titelseite der von Kelly gestalteten "Welt"

252.334 ORIGINALE VON ELLSWORTH KELLY

Die Tagezeitung "Die Welt" enthält heute kein einziges Foto, sondern einen Werkzyklus des amerikanischen Malers Ellsworth Kelly. Das Prestigeprojekt zum Ausstellungsbeginn der Kelly-Schauen in München ist allerdings auch ein echter Umsatzbringer.
// DANIEL BOESE

Es dürfte nicht oft passieren, dass der Londoner Galerist Jay Jopling als Zeitungsverkäufer auftritt. Doch im letzten Jahr versteigerte er ein von Georg Baselitz signiertes Exemplar der Tagezeitung "Welt" für 10 000 Pfund an Tracey Emin.

Baselitz hatte zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit eine komplette Ausgabe gestaltet, ein Jahr später hat nun Kelly, Jahrgang 1923, Meister der Farbflächen-Malerei, einen Werkzyklus aus 33 Bildern zur Redaktion nach Berlin geschickt. Kelly zählt zu den letzten noch lebenden Vertretern der amerikanischen Nachkriegsmoderne, dennoch sind seine abstrakten Formen eine mutige Wahl – Neo Rauch wäre vielen Deutschen wohl eher ein Begriff.

Für den Springer-Verlag ist die Kunstaktion nicht nur ein Prestige-Projekt, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolgt. Am Kiosk war Baselitz die bestverkaufte "Welt" seit Jahren. In fast allen deutschen Groß-Städten war sie gegen Mittag ausverkauft. Aus einem ganz einfachen Grund: viele haben gleich 5 oder zehn Exemplare gekauft, um sie aufzuheben oder zu verschenken. Jan-Eric Peters, Chefredakteur der WELT-Gruppe teilte der Nachrichtenagentur DPA mit, man wolle aus der Aktion eine Tradition machen und plane schon weitere Ausgaben.

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1 Leserkommentar vorhanden

wernerhahn

12:11

19 / 10 / 11 // 

2000: Ellsworth Kelly -"Nobelpreis" für Kunst?

KUNST-NOBELPREIS - NEIN Danke! FAZ nennt missbräuchlich den Praemium Imperiale „Kunst-Nobelpreis“- http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/57279/kunst-nobelpreis-nein-danke-faz-nennt-missbraeuchlich-den-praemium-imperiale-kunst-nobelpreis/ Niklas Maak (FAZ-Kunstkritiker) sieht nach dem Besuch in Münchens Pinakothek der Moderne & Haus der Kunst (Schau Ellsworth KELLY) Schatten anders: als metamorphotische Bilder, als „ephemere Zeichnungen, die die statischen Dinge von sich in den Raum werfen“. Pflanzen waren ein Schlüssel Kellys ABSTRAKTION: Er zeichnete bei den Pflanzenbildern Form ohne Schatten. Glaubte gar „das Wesen der Dinge nur im Schatten zu finden“ - von „Fiktionalisierung des Realen“ ist die Rede: Schatten suggerieren Tiefe, wo keine ist; „schwarze Löcher, wo keine sind“. Kelly ist es wichtig, dass seine schwarzen Bilder „kaum“ etwas mit MALEWITSCH zu tun haben: Kaum zu glauben, dass er 1953 in Paris – als er ,White Square’ und ,Black Square’ malte -, den SUPREMATISMUS (mit der Ikone Malewitschs (,Schwarzes Quadrat’)) nicht kannte! Ein „kunsthistorisches EVOLUTIONs-Modell“ werde abgebildet: „die Entwicklung der Malerei als ein Prozess fortscheitender Abstraktion von der Abbildung der äußeren zum mit den ungegenständlichen Farb- und Formrhythmen KANDINSKYs. Mich erinnert indessen KELLYs Kunstwollen an Philipp Otto RUNGEs Scherenschnitte mit METAMORPHOSE-Gedanken (GOETHE-Kontakt!): Konzentration auf die Form, das Eigentümliche jeder Pflanze - Wesen der Dinge in SYMMETRIEEN. (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/kelly-in-muenchen-schatten-die-schatten-werfen-11484532.html ) Bitte googeln: malewitsch werner hahn suprematismus antisuprematismus.

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