Friedrich Christian Flick

Hamburger Bahnhof

Kunstgeschenk für den Hamburger Bahnhof
Georg Baselitz: "Der Hirte", Ölgemälde aus den Jahr 1966 (© Georg Baselitz. Foto: Ch. Schwager, Winterthur)

KUNSTGESCHENK FÜR DEN HAMBURGER BAHNHOF

Der Kunstsammler Friedrich Christian Flick und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Klaus-Dieter Lehmann haben heute einen Vertrag über eine Schenkung von 166 Kunstwerken unterzeichnet. Dies sei, so eine Pressemitteilung der Stiftung, "das Ergebnis der konstruktiven und erfolgreichen Zusammenarbeit des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart mit dem Sammler".
// PETRA BOSETTI

Flick besitzt eine der weltweit herausragendsten Sammlungen von Gegenwartskunst, die jetzt geschenkten Werke wurden zum Teil schon in Ausstellungen im Hamburger Bahnhof gezeigt. Die Werke stammen – mit Ausnahme der Fotografien des neusachlichen Fotografen Alfred Renger-Patzsch (1897 bis 1966) – allesamt aus den letzten 40 Jahren.

Namen wie Vito Acconci, Robert Barry, Marcel Broodthaers, John Cage, Nam June Paik, Dan Graham, Dieter Roth oder Gordon Matta-Clark stehen für die konzeptuelle und grenzüberschreitende Kunst der sechziger und siebziger Jahre. Die mittlere Generation der achziger Jahre ist mit Namen wie Peter Fischli & David Weiss, Stan Douglas, Isa Genzken, Rodney Graham, Douglas Gordon, Martin Kippenberger, Axel Hütte, Pipilotti Rist oder Thomas Schütte vertreten. Andere Künstler wie Eija-Lisa Ahtila, de Rijke/de Rooij, Jason Rhoades, Christoph Büchel, David Claerbout, Andreas Hofer, Raymond Pettibon, Anri Sala und Wolfgang Tillmans zählen zu der jüngsten Generation.

Highlights der Schenkung sind unter anderem "Room With My Soul Left Out, Room That Does Not Care" (1984) von Bruce Nauman, "Saloon Theatre" von Paul McCarthy, der "Hirte" (1966) von Georg Baselitz, Werkkomplexe von Nam June Paik oder frühe Interieurs von Thomas Ruff. Eine besondere Stellung nimmt die 40 Meter lange "Gartenskulptur" von Dieter Roth ein.

"Die Auswahl bezieht sich auf museal bedeutende Werke, meist Hauptwerke der jeweiligen Künstler", sagte Friedrich Christian Flick. "Wenn ich mich für einen Künstler interessierte und mich dann für seine Kunst entschied, so habe ich immer versucht, in die Tiefe zu sammeln und Werkblöcke zusammenzustellen. Das wollte ich auch in der Schenkung widerspiegeln." Und Lehmann dankte: "Die Schenkung ist viel mehr als eine Geste eines Sammlers. Sie ist im Hinblick auf den vorhandenen Museumsbestand klug ausgewählt und ein besonderer Ausdruck eines gemeinsamen Verständnisses über den Aufbau einer Sammlung."

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