Off Spaces: plan.d

Düsseldorf

Off-Spaces: plan.d
Plan.d zeigt immer wieder ungewöhnliche Installationen. 2004 spannte Lisa Lukas ein Watteflies auf Schulterhöhe horizontal im Raum auf. Es war mit kreisrunden Ausschnitten versehen, durch die die Besucher ihre Köpfe stecken konnten. Über dieser Fläche befand sich umlaufend ein Spiegellfries, das den Blick über die Wattefläche unendlich verlängerte. (Foto: Peter Clouth)

OFF-SPACES: PLAN.D

In der Serie "Off-Spaces" präsentiert art alternative Kunstorte. Diesmal: plan.d in Düsseldorf.

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die "Bombe" platzte aus allen Nähten. Grundsätzlich sind wir immer mit dem Besucherinteresse zufrieden. Unsere Erwartungen an die Besucherzahlen wurden bei unseren Jubiläumsausstellungen "Handgemenge", 5 Jahre plan.d. (2004 mit 140 ausgestellten Arbeiten) und "Bombe", 10 Jahre plan.d., (2009 mit 204 ausgestellten Arbeiten), gesprengt.

Beiden Ausstellungen lagen Kunstausschreibungen mit Themenvorgaben zugrunde. Mit ihnen wandten wir uns an Künstler und Künstlergemeinschaften, mit denen wir in den in den Jahren reger Ausstellungstätigkeit zusammengearbeitet haben. Eine kompetente Jury beurteilte die Arbeiten und bestimmte die Preisträger: 2004 gewann der Künstler und Zeichner Wolf Erlbruch, 2009 die Künstlergruppe N-E-S-T. Beide Ausstellungen wurden in und vor der Galerie mit unzähligen Besuchern eröffnet.

Und der größte Misserfolg?

12 Jahre keinen :-)

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Ein großes, zeitgleiches, internationales Ausstellungsprojekt mit unseren Kooperationspartnern in den unterschiedlichen Ländern.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz?

Plan.d. versteht sich als eine Drehscheibe für Künstler im In- und Ausland und möchte Künstler vernetzen.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Die Möglichkeit neue Positionen der Kunst kennenzulernen und die eigene Arbeit durch die Präsentation anderer künstlerischer Arbeiten zu reflektieren. Unsere Räume werden 13-mal im Jahr völlig unterschiedlich bespielt.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Die Kunst der Bewerber muss uns so spannend erscheinen, dass wir sie unserem kritischen Publikum vorstellen möchten. Dabei spielen Alter und Werdegang der Künstler keine Rolle. Gerne fördern wir den Dialog zwischen zwei oder mehreren Künstlern in einer Ausstellung.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Eine geplante Ausstellung mit russischen Künstlern, die eine Woche vor der Eröffnung plötzlich nicht mit ihren Arbeiten anreisen konnten, hätte uns beinahe eine drei Wochen leerstehende Galerie beschert. Spontan entschlossen wir uns zu einer gefakten russischen Ausstellung mit dem Titel "Mir, Druschba, Gum", in der die betreibenden Künstler der Galerie den Klischees von russischer Kunst nachspürten. Nicht nur durch den in Strömen fließenden Wodka erlangte diese Ausstellung dann doch noch große Aufmerksamkeit.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

Inhaltlich hört die Freiheit nirgendwo auf.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Eine Bäckerei – Brot ist neben der Kunst wohl in unserer Kultur das zweite Grundnahrungsmittel.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Energie und "schnöder Mammon" für die nächsten 12 Jahre.

Fakten, Fakten, Fakten:
Gründungsjahr: 1999
Leitung: die 12 plan.d.- Mitglieder
Wie viele Helfer/Mitarbeiter: die 12 plan.d.-Mitglieder, Freunde, Fans und Familie
Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: viele Stunden
Ausstellungsfläche: zirka 120 qm
Altersdurchschnitt der Besucher: 35
Jahresbudget: variiert

plan.d. produzentengalerie e.V.

Dorotheenstr. 59 40235 Düsseldorf

http://www.galerie-plan-d.de

mail@galerie-plan-d.de

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1 Leserkommentar vorhanden

Blau Auge

15:47

26 / 02 / 11 // 

Künstlernetzwerke? - Das ich nicht lache!

Ich kenne nur Künstler die sich gegenseitig nicht leiden können, wie sollte da ein Netzwerk funktionieren. In der Jugend glaubt man gerne daran, dass man miteinander was realisiern könnte. doch da alle nur den schnöden Mammon wollen und die meisten nur Künstlerdarsteller sind, kommt unweigerlich der Tag an dem Neid und Missgunst jedes blauäugige Netzwerk zerreissen. Schaut in die Kunstgeschichte.

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