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Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: schräge Melodien, Licht-Zeichnungen und Affenbilder
// LARA RATH UND NADINE HARTMANN
"illust_ratio 3" – Kunstverein Rüsselsheim

Die junge Ausstellungsreihe "illust_ratio" der Stadt und des Kunstvereins Rüsselheim zeigt Kunst mit internationaler Ausrichtung und sieht sich als Schnittstelle zwischen Illustration, Kunst und Comic.

So wurde im Rahmen dieser Veranstaltung 2009 ein Nachwuchskünstler-Workshop veranstaltet. Auch der Aspekt des Sammelns und Bewahrens kommt nicht zu kurz: Alle Werke werden in der "illus_tratio magic box" archiviert, und der Aufbau einer eigenen Sammlung wird vorangetrieben. Ab dem 23. Oktober werden Arbeiten von 18 Illustratoren der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" aus unterschiedlichen Ressorts wie Sport, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft in einer Zusammenschau zu sehen sein. Sie wurde vom Kurator und Art Director der FAZ Peter Breul so gestaltet, dass die individuellen Stilmittel der Künstler als entscheidende Charakteristika ihrer Illustrationen betont werden. Dem Betrachter wird so vor Augen geführt, wie bereichernd eine treffende Illustration zur Vermittlung und Kommunikation in den Printmedien beitragen kann. Die Ausstellung wird in den Räumen der Werkshalle A 1 im Autowerk Rhein am Main zu sehen sein.

Nikola Dicke – Graffiti-Mobil

"Ein roter VW-Bulli fährt langsam durch die dunklen Straßen und wirft aus seinem Fenster einen Lichtschein auf Häuser, Mauern und Bäume. An einigen Stellen scheint eine Zeichnung auf, Linien und Lichtspuren werden scharf und lassen Worte und Zeichen erkennen, dann wieder trifft das Licht auf Untergründe weiter weg, und die Spuren werden diffus und unscharf. Dazu erklingt eine etwas schräge, dennoch eingängige Melodie, die das "Graffiti-Mobil" wie einen Eiswagen schon von weitem ankündigt." So beschreibt die Künstlerin Nikola Dicke die Idee hinter der Aktion. Ihre Licht-Zeichnungen entstehen direkt vor Ort. Dabei zeichnet sie auf das Glas des Diarahmens die originalen Miniatur-Handzeichnungen. Die Inspirationen holt sich Dicke von Elementen der vorhandenen Architektur, der Atmosphäre des Ortes und den Geschichten, die diesen Ort beleben. Bis zum 10. Dezember tourt das "Graffiti-Mobil" durch den Kreis Steinfurt. (nächster Termin: 24. und 25. Oktober 2010 jeweils um 20 Uhr an der Klostermühle Gravenhorst, Hörstel und am Hannah-Arendt-Gymnasium, Lengerich)

Gabriel von Max: "Malerstar, Darwinist, Spiritist"

Der Titel dieser Ausstellung entbehrt jeder Bescheidenheit und doch hält er, was er verspricht: Erstmals wird der Versuch unternommen, alle Facetten des Künstlers Gabriel von Max zu zeigen, der neben der Malerei auch als Sammler, Forscher und Anthropologe tätig war. Die Hauptmotive seiner Werke waren zunächst religiös und mythologisch beeinflusst, wurden jedoch durch seine Begeisterung für die Wissenschaft um evolutionstheoretische Aspekte wie Vivisektionen, Medizin und Darwins Theorien erweitert. Die neuen Forschungsfelder des 19. Jahrhunderts inspirierten Gabriel von Max zu einer neuen Bildsprache, von der noch heute seine berühmten Affenbilder zeugen. Die Ausstellung im Lenbachhaus in München verbindet diese unterschiedlichen Aspekte zu einer enzyklopädischen Zusammenschau. Allen seinen zahlreichen Betätigungsfeldern scheint ein gemeinsamer Antrieb zugrunde zu liegen: Die Suche nach dem Ursprung. (23.Oktober 2010 bis 30. Januar 2011)

Jürgen Klauke: "Ästhetische Paranoia"

"Ich sehe die Kunst als Ausdruck von Freiheit, nicht l'art pour l'art, sondern dem Leben zugewandt, versuche ich meine Erfahrungen, Erinnerungsreste sowie Ablagerungen meines Unterbewusstseins im Bild mitschwingen zu lassen." Mit diesen Worten äußerte sich der Künstlers Jürgen Klauke über seine Zeichnungen, Photo- und Video-Arbeiten, die über die Erforschung und Darstellung seines Selbst eine breite Palette menschlicher Erfahrungen thematisieren. Er verwendet alltägliche Materialien als Mittel der Bildinszenierung, um auf die Absurdität des Lebens und die systemische Kollision zwischen Institution und Individuum hinzuweisen. Die Ausstellung im Museum der Moderne in Salzburg beinhaltet die Zyklen "Ästhetische Paranoia" (2003-06) und "Wackelkontakt" (2003-06) sowie die Videoinstallation "Ich gehe – Ich stehe" (2003). (23. Oktober 2010 bis 6. März 2011)

"Plus de Lumière" – Kunstraum Alexander Bürkle

Dass Schrift frei sein kann von aller Zweidimensionalität, so dass sie in Verbindung mit Licht sprachliche Botschaften räumlich entfalten kann, das zeigt die Arbeit "Plus de Lumière" des Künstler Claude Lévêque, die der Ausstellung im Kunstraum Alexander Bürkle in Freiburg ihren Titel gibt. Zu sehen ist ein breites Spektrum klassischer und zeitgenössischer Lichtkunst, wobei der vielfältige Umgang mit dem Medium Licht im Mittelpunkt steht. Der Künstler Mathieu Mercier formt Neonröhren zu Kreisen und hängt sie an einem Haken auf. Dadurch entsteht der Eindruck einer dem Material uneigenen Flexibilität. Skulpturale Arbeiten mit raumgreifender Wirkung sind Kennzeichnen des Amerikaners Keith Sonnier, der mit Hilfe von Neonlicht malerische Farbigkeiten in sein Werk einführt. Weiter werden Werke der Lichtkünstler Olafur Eliasson, Dan Flavin, Maurizio Nannucci, Christian Herdeg, Brigitte Kowanz, François Morellet, Paul Schwer, James Turell und Michel Verjux präsentiert. (24. Oktober 2010 bis 20. März 2011)

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