Gib mir fünf!

Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diese Woche empfehlen wir Ihnen Sport in Salzburg, Plattencover im Internet, Helden im Vitra-Design-Museum und Funk in Leipzig.
// MATTHÄUS MAIER, CHARLOTTE REIMERS, NORA GOHLKE
Salzburg: "Elitekörper // Revolte"

Schönheit, Sport sowie Vorstellungen von Sauberkeit und Schmutz sind die Themen in der als Gesamtinstallation angelegten Ausstellung der Künstlerin Ulrike Lienbacher im Salzburger Kunstverein. In ihren feinen Tuschezeichnungen setzt sie sich mit dem Körper als Austragungsort psychischer und gesellschaftlicher Prozesse auseinander. Für Lienbacher ist der Sport ein ideales Anschauungsobjekt, um die Differenz zwischen Reglement und Anforderungen sowie dem Streben nach Erfolg und dem eigenen Körperbewusstsein darzustellen. Bis zum 12. September zeigt die Schau ihre Werke in denen das Wilde, Unregulierte im Gegensatz zu den pädagogischen Zwängen des Kultivierens und Züchtigens steht.

Hamburg: "Amos – Showtime"

Kunst zum Selbermachen: Der deutsch-iranische Popmusiker und Entertainer Amos veröffentlicht sein neues Album "Showtime" und setzt auf die Kreativität seiner Fans. Sie sind eingeladen das weiße, unbedruckte Cover zur Gestaltung der Platte anzufordern, selbst Hand anzulegen und das Artwork zu gestalten. In einer eigens eingerichteten Onlinegalerie werden von den zurückgesendeten Covern Ausgewählte archiviert, ausgestellt und können zu einem Preis erworben werden, den die Gestalter selbst festlegen. Vom 27. August bis 1. September werden im Art Store St. Pauli sowie unter anderen vom 9. bis 26. September in Berlin und vom 3. bis 12. September in München bereits Einzelstücke präsentiert, die von über 450 ausgewählten, internationalen Künstlern entworfen wurden. An jedem Vernissage-Abend findet auch ein Release-Konzert von Amos neuer Platte "Showtime" statt.

Vitra-Design-Museum: "Heimliche Helden"

Alltägliche Dinge wie der Bleistift, das Taschentuch oder der Reißverschluss werden vom 20. August bis zum 19. September in Weil am Rhein aus ihrem sonst so unbeachteten Dasein ins Rampenlicht gehoben: Das Vitra-Design-Museum widmet den Alltagsklassikern, die wir so selbstverständlich gebrauchen, an die wir jedoch kaum einen Gedanken verschwenden, eine Ausstellung. Es wird über die Geschichte der Objekte informiert und aufgezeigt, welche immense Bedeutung sie für unsere Gesellschaft und unser alltägliches Leben haben. Dabei beschäftigt sich das Museum mit Post-It, Tetra Pak und Co., nicht zuletzt deswegen, "weil es der heimliche Wunschtraum eines jeden Designers sein muss, solche nachhaltig erfolgreiche Produkte zu entwerfen", heißt es im Katalog zur Ausstellung.

Hamburg: "Gewinn machen"

"Gewinn" ist der gemeinsame Nenner unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems. Doch was bedeutet "Gewinn machen" für den Einzelnen? In einer Ausstellung des Berufsverbands bildender Künstler vom 23. August bis 19. September im Kunsthaus Hamburg zeigen unter anderen Susanne Amatosero, Sakir Gökcebag und Uwe Schloen in ihren Arbeiten ihre persönliche Definition von Profit. Dabei wird der Begriff in all seinen Bedeutungsebenen beleuchtet: Einige Künstler betrachten das kreative Schaffen an sich als Bereicherung, andere gehen auf die Zusammenhänge zwischen den Missständen der Gesellschaft und der darunter leidenden Lebensqualität ein. Zu sehen sind Werke aller Genres, sowohl Malereien, Zeichnungen und Fotografien als auch Plastiken und multimediale Installationen.

Leipzig: "Funk Now!"

Der Titel der Ausstellung "Funk Now!" soll nicht zum Tanzen, sondern, ganz technisch, zum Funken auffordern. Bis zum 8. Oktober dreht sich im D21 Kunstraum Leipzig alles um elektromagnetische Wellen. In Workshops, Radioshows, Installationen und Performances thematisieren internationale Künstler die Faszination, Politisierung sowie neue Verbreitungswege des Radios. Mit ihrem Projekt "Radio Interpellation" fordert die deutsche Künstlergruppe LIGNA beispielsweise dazu auf, zwei Rucksackradios durch Leipzigs Straßen zu tragen und so eigene Sendungen auf dem Bürgerradio Radio Blau in die Öffentlichkeit zu bringen. Der japanische Künstler Tetsuo Kogawa erklärt in einem Workshop, wie man einen Micro-Sender baut, Julian Priest stellt eine Arbeit über Frequenzbelegungen vor, und Michelle Teran präsentiert eine Videoinstallation aus aufgefangenen und sichtbar gemachten Funkbildern.

Kommentieren Sie diesen Artikel

0 Leserkommentare vorhanden

Abo