Sooreh Hera

Zensurdebatte

Streit um Homo-Mohammed
„Wer erpresst hier eigentlich wen?“ – Ein Bild aus dem umstrittenen Fotozyklus „Adam & Ewald“
STREIT UM HOMO-MOHAMMED
Die „Fotoaffäre" spaltet die niederländische Nation. Die iranische Künstlerin Sooreh Hera vereinte auf ihren Fotografien zwei islamische Tabuthemen: Homosexualität und den Propheten Mohammed. Hera erhielt Morddrohungen – und das Haagener Gemeindemuseum verbannte die Bilder aus einer geplanten Ausstellung. Ein Fall von Zensur?
// KERSTIN SCHWEIGHÖFER

Wim van Krimpen, der Direktor des Haager Gemeindemuseums gilt als furchtloser Mann, der genau weiß, was er will, und regelmäßig ins Kreuzfeuer der Kritik gerät, weil er der Konfrontation nicht aus dem Weg geht. Als Angsthase allerdings musste er sich dabei noch nie ausschimfen lassen. Doch seit der Haager „Fotoaffäre“ ist er in den Augen vieler Niederländer zum Feigling geworden, der aus Furcht vor islamitischen Fundamentalisten den Schwanz einzieht und sich des schwersten Delikts schuldig gemacht hat, das man in seinem Amt begehen kann: Zensur zu üben.

Auslöser waren Fotos der iranischen Künstlerin Sooreh Hera, die seit sieben Jahren in den Niederlanden lebt und im letzten Sommer die Königliche Akademie für Schöne Künste in Den Haag absolviert hat. Van Krimpen, der auf der Ausstellung „7UP“ die Arbeiten von sieben Absolventen zeigen wollte, schaute sich auch Heras Fotoserie „Adam & Ewald“ an: Um die Unterdrückung von Homosexualität in islamischen Ländern anzuprangern, hatte die 34-Jährige mehrere Schwulenpärchen fotografiert, darunter auch ein Paar aus ihrer Heimat, das Masken trägt: Da Homosexualität im Iran verboten ist und selbst mit der Todesstrafe geahndet wird, wollten diese beiden Männer unerkannt bleiben. „Nicht schlecht für das Debüt einer Künstlerin“ befand van Krimpen und beschloss, „Adam & Ewald“ auf seiner Ausstellung zu zeigen.

Sooreh Hera war begeistert. In einem Interview lobte sie van Krimpens Mut: Immerhin, so erfuhr der ahnungslose Museumsdirektor, seien auf den beiden Masken der Prophet Mohammed und sein Schwiegersohn Ali abgebildet. Für van Krimpen war es eine klare Sache: „Hera hat mich hinters Licht geführt!“ Als junge Künstlerin könne man zwar durchaus etwas PR gebrauchen, aber „ich werde nicht zulassen, dass sie aus meinem Museum eine politische Plattform macht“. In einer Galerie würde er die Fotos sofort zeigen, dann gehe es um eine Privatangelegenheit: “Aber ein Gemeindemuseum ist öffentliches Terrain, da gibt es Grenzen des Zulässigen. Mein Museum ist kein Ort, an dem bestimmte Bevölkerungsgruppen beleidigt werden dürfen.“

Er vergleicht Heras provozierendes Auftreten mit dem extrem islamophober Politiker wie Geert Wilders, die immer wieder neues Öl ins Feuer gießen. Denn seit dem Attentat auf den islamkritischen Amsterdamer Regisseur Theo van Gogh im November 2004 haben sich die Fronten weiter verhärtet. Scharfmacher wie Wilders können sich Dinge herausnehmen, die in Deutschland undenkbar wären: Unermüdlich warnt er vor der Islamisierung der Gesellschaft, will den Koran verbrennen und kriminelle marokkanische Jugendliche kollektiv abschieben lassen: “Die Moslems reißen uns in den Abgrund“, prophezeit er. Der Ton in der Integrationsdebatte wurde so aggressiv, dass sich Ministerpräsident Jan Peter Balkenende bereits genötigt sah, einzugreifen: In einem eindringlichen Appell rief er seine Landsleute auf, die moslemischen Mitbürger nicht länger zu stigmatisieren. „Abscheulich“, findet auch van Krimpen. „Wir sollten das Gespräch suchen anstatt einander zu beleidigen!“

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16 Leserkommentare vorhanden

Niloufar

17:30

13 / 12 / 07 // 

Ist Kunst jemals 'frei'

Kunst immer ist doch immer abhängig von Gönnern, Subventionen und der Aufmerksamkeit von Presse bzw. Kuratoren. Wer glaubt Kunst sei 'frei' hat eine Definition von 'Freiheit', die viele Aspekte in der Realität ausschließt. Tatsache ist: Zensur ist ALLGEGENWÄRTIG. Sie ist die Regel, in jeder Kultur. Nicht die Ausnahme. Auch durch Qualitätskontrolle wird zensiert! Und wenn man qualitative Aspekte des Inhalts der Arbeit betrachtet, fällt sie durch! Denn vor allem vor allem bei tabu-themen wird oft der eigentliche inhalt des werkes kaum diskutiert. erstmal wäre es doch interessant zu untersuchen ob das werk um des tabubruchs willen geschaffen wurde. in diesem fall scheint das der fall zu sein, denn wenn man durch die oberfläche des tabubruchs durchstößt ist da nicht viel mehr. es handelt sich um reine darstellungen mit plakativen um nicht zu sagen platter aussage: ‘ich bin schwul und ich könnte auch zufällig ein prophet sein.’ kein wunder dass da religiöse fanatiker sofort darauf reagieren, denn sogar sie können das werk verstehen.

schramm jean noel

21:27

13 / 12 / 07 // 

vor nichts respekt

hauptsache provokation-egal ,mit was auch immer

Crisfor

16:52

14 / 12 / 07 // 

alle haben ihre PR - Kunst ist weit weg

die Künstlerin mit ihren platten Fotos, der Museumsdirektor, der nicht weiss wie Mohammed und Ali ausschauen - ich weiss es auch nicht - der andere, mutigere Museumsdirektor, der die Schau jetzt zeigt, wo´s schon Protest gibt, art-magazine, das über den "brisanten" Fall berichtet, statt subtilere, interessantere Kunstpositionen aufzuspüren - was auch den Museumsdirektoren besser stünde. Ob den islamischen Homos mit derart "engagierter" Kunst geholfen ist, wage ich auch zu bezweifeln.

ceyhan baseren

19:49

14 / 12 / 07 // 

kunst ist autonom...darf alles...

kunst ist autonom...darf alles...

Luther Blisset

23:58

16 / 12 / 07 // 

ARTCORE 4 EVER!

Kunst muss immer provozieren, den Status Quo angreifen - neue Räume erobern! Nach vorne, vorne, vorne! L´art pour l´art ist öde, nichts ist schlimmer, als langweilige Kunst, die man nach wenigen Minuten schon wieder vergessen hat. Kunst ist der Hofnarr, der es wagen kann, den König auszulachen! Und wer soll sonst kritisieren, provozieren, polarisieren, wenn nicht die Kunst!

Yilmaz

05:44

03 / 01 / 08 // 

Armutszeugnis

Man sollte die Bilder im anderen Licht betrachten. Wäre das Aufsehen so gross, wenn die verdeckten Gesichter mit Bart und Homer Simpson verdeckt wären. Ist es Kunst zwei halbnackte homosexuelle Männer, deren Gescihter verdeckt sind zu zeigen ? Ich denke nicht. Da man aber die Gesichter unseres Propheten aufgeklebt hat, ist das Aufsehen gross, doch das macht es nicht zur Kunst, sondern zur Provokation. Ein Armutszeugniss der "Künstlerin". Anscheinend hat sie im ihren Kunststudium nichts gelernt. An alle Muslime: Schenkt der Künstlerin die Beachtung, die sie verdient : KEINE BEACHTUNG

hasan

23:42

20 / 01 / 08 // 

Europas spiel

Man kann die BELEIDIGUNGEN die hier gemacht werden so komentieren ,alle paar monate kommen neu beleidigungen über unseren profheten,dahinter stecken pläne ,solche länder wollen das die moslems in europa mit anschlägen drohen das sie dann schärfer gezetze machen können. das ganze hatt mit freie meinung und kunst nichts zutun,den wenn man über juden solche beleidigungen oder äuserungen machen täten wären wir gleich wegen hetze oder anderes vor gericht gelandet

Astuga

18:33

15 / 03 / 08 // 

Feigheit

Sooreh Hera: „Wieso sollen wir über die Scheinheiligkeit des Islam den Mund halten? Wer erpresst hier eigentlich wen?“ Und auf dem Gebäude der Wiener Secession (Jugenstil) steht das Motto: DerZeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit. Man denke dabei an Klimt oder Schiele. Der Islam und seine Problematik (Gewalt, Intoleranz ...) sind Thema unserer Zeit und damit auch Thema der heutiger Künstler. Und das nicht irgendwo im Orient sondern auch in Europa! Alleine schon die Feigheit und das Zögern vieler sich mit dem Islam künstlerisch wie kritisch auseinanderzusetzen legitimiert solche mutigen und im wahren Sinne des Wortes zeitgenössischen Arbeiten. Wer anderes unter Kunst versteht, soll sich ein dekoratives Poster von Monet an die Wand hängen oder seinen Warhol ins Bankschließfach legen.

M.Yilmaz

23:18

08 / 01 / 09 // 

Gefährlich.....

Es ist schon komisch, was für Dumme Menschen es gibt, die sich so auf Glatteis begehen, nur um ein wenig Aufmerksamkeit zu erlangen. Die angebliche Künstlerin weiss doch ganz genau, dass Sie sich mit sowas in Lebensgefahr bringt, denn es gibt genügend Menschen, die das nicht für lustig halten und sehr persönlich nehmen. Sorry, aber ich sollte jetzt lieber aufhören zu schreiben, denn über solche charackterlose Menschen loht sich es nicht aufzuregen. In dem Sinne wünsche ich den Leuten viel Gedult, die diese komische Frau ertragen müssen......lg

Hikmet Kocak

18:03

09 / 01 / 09 // 

Kunst darf nicht Beleidigung werden

Kunst, das Jahrhunderlang eigentlich das Weiterdenken der Menschen fördern sollte, kann so etwas überhaupt nicht vereinigen. Die Religionsfreiheit hat auch seine Grenzen, wenn es um Beleidung und um Nichtwissen handelt. Bis zur heutigen Gegenwart gibt es überhaupt kein Foto von Muhammed. Es handelt sich hierbei um Fotos von Hz. Ali und Hz. Hüseyin. Wo ist denn hier Muhammed. IHRE SOGENNANTE KÜNSTLERIN sollte erst einmal recherschieren und nicht einfach DUMM herreden und etwas publizieren. Wenn man Kritik an etwas ausübt, sollte man auch gut informiert sein. Denn AN DEN PRANGER STELLEN heisst bei dieser absolut DUMMEN KÜNSTLERIN: HAUPTSACHE IN DEN MEDIEN STEHEN. Und nicht wie es eigentlich sein sollte, KUNST SOLLTE FÖRDERN. Hierzu bitte ich Sie, solche Kommentar erst zu prüfen und dann der Öffentlichkeit zu repräsentieren. DANKE SCHÖN

Herbert

06:34

27 / 01 / 09 // 

Schön

Ich finde, diese Kunstwerke haben sich schon nur deshalb gelohnt; für diese paar Kommentare auf dieser Website. Für ein paar pseudomoralische, pseudoliberale, kleingeistige, religiöse Nazifressen die sich auch noch anmaßen, eine Meinung zu Kunst oder Religion haben zu müssen. Ihr träumt doch schon davon, mal die Website oder den Zeitungartikel zu finden, wo Mohammend von Adolf Hitler in den Arsch gepoppt wird, oder? "Orgasmischer Fanatismus" wäre ein schöner Titel für eure Gesichter in einer Ausstellung. ARM, einfach arm.

hera

00:53

30 / 05 / 09 // 

heute heisst alles kunst und jeder ist ein künstler?

Ehrlich gesagt, konnte ich zunächst die Bilder richtig ansehen. ich musste wegschauen, fühlte mich erst auch beleidigt. Ich glaube an Gott, trage aber meinen Glauben nicht nach aussen. UNd trotzdem war das kein schner Anblick. Eigentlich ist es auch nicht erlaubt die Phropheten darzustellen, da niemand wirklich auch weisst wie Sie aussahen. Und von diesem Aspekt her könnte es mir doch egal sein.... Es ist doch so dass die Fotografin in einer Extremen aufgewachsen ist und mehr Gefühl als Verstand vermittelt, das ist vielleicht der Fehler UND Sie respektlos gegenüber Gläubigen ist!! UNd zum Thema Künstlerfreiheit kann ich schmunzeln. ALLES muss seine Grenzen haben. Also wär es laut, oben genannten Redakteuren usw in Ordnung, z.B eine pädophile Art oder eine sodomieísche Zeichnung zu veröffentlichen und es Kunst zu nennen??????????? Es muss Grenzen geben. Wenn man Grenzen überschreitet, muss man mit scharfer Kritik rechnen. So funktioniert eine Gesellschaft. Wenn etwas falsch an einer Gesellschaft ist, (Bsp. die Zeit 1933-45 in Deustchland (ein besseres Bsp fällt mir nicht ein))muss die Gesellschaft gemeinsam lernen und wachsen. Das braucht seine Zeit. Ich bin fest der Meinung dass die "Künstlerin" sehr explosiv oder auch innerlich sehr wütend und zu gleich aggressiv ist und es dadurch zu solchen "fotografien" kommt. Es ist wie erwähnt: Mehr Gefühl als Verstand UND das bei einem religösen Thema das die Politik mit sich zieht......

hera

00:55

30 / 05 / 09 // 

heute heisst alles kunst und jeder ist ein künstler?

korrektur: 1. Satz: Ehrlich gesagt, konnte ich zunächst die Bilder NICHT richtig ansehen

Ich und Ich

18:59

24 / 08 / 10 // 

Schäm Dich

Ein anderes Beispiel hätte man auch nehmen können. Doch keine Abbildungen von Propheten oder Imamen. So etwas macht man nicht. Aufmerksam bekommt man echt auch anders. So mehr Feinde. Aber solche Sachen geilen einen bestimmt mehr auf stimmt's, da ist ja der Reiz?! Etwas tun was man eigentlich nicht macht oder machen sollte...

Ich und Ich

19:02

24 / 08 / 10 // 

Schäm dich

"AUSNUTZEN" sollten Sie Ihre Arbeit nennen. Den Glauben derer ausnutzen, um erfolg zu kriegen. Verbotenes tun...UUh... Haben Sie Ihr Erfolg und viele Feine, die Sie vielleicht, wegen anderen Arbeiten loben könnten.

Ich und Ich

19:02

24 / 08 / 10 // 

Schäm dich

oh gott... mein herz tut weh, wenn ich so etwas sehem obwohl ich nicht mega religiös bin