Off-Spaces

Zweigstelle Berlin

Off Spaces: Die Zweigstelle Berlin
"Dabei zu sein und mitzumischen ist unsere Motivation", sagen die Ausstellungsmacher Stucken, Irmer und Stauber. Hier: Ansicht der Ausstellung von Ursula Oberhauser "Nachts wachsen", November/Dezember 2009

OFF SPACES: DIE ZWEIGSTELLE BERLIN

Jede Woche präsentiert art die angesagtesten alternativen Kunstorte Deutschlands. Diesmal: die Zweigstelle in Berlin
// SANJA BRANDT

Welche war Ihre bestbesuchte Ausstellung? Und warum?

Die Gruppenausstellung "Gute Vorsätze" im Januar 2009, an der viele junge und bekannte Künstler aus Berlin, Düsseldorf, München und Essen teilgenommen haben. Gregor Cürten, Sabine Fassl, Christian Frosch, Janine Gerber, Armin Häberle, Tanja Hemm, Christoph Lammers, Marcus Lichtmanegger, Ursula Oberhauser, Jürgen Paas, Martina Salzberger, Arne Schreiber, Paul Schwer, Rainer Splitt, Katharina Ulke, Sinta Werner, Stefan Wischnewski und Uli Zwerenz.

Und der größte Misserfolg?

Nicht früher angefangen zu haben.

Welche Ausstellung würden Sie gerne einmal realisieren, wenn Geld keine Rolle spielt?

Ein internationales Austauschprojekt über mehrere Kontinente.

Ihre Philosophie beziehungsweise Ihr Konzept in einem Satz:

Kunst, die eine inhaltliche Dauer hat und nicht auf Haltbarkeitsdatum setzt.

Was ist Ihre Motivation, einen solchen Off-Space zu betreiben?

Dabei zu sein und mitzumischen in der boomenden Kunstszene der Hauptstadt und den Künstlern und Künstlerinnen des Projektraumes eine gute Startchance und Aufmerksamkeit zu geben.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus?

Wir wählen Kunst aus, die aussagekräftig ist, auf den Ausstellungsraum oder kontextbedingte Situationen in Berlin oder Moabit eingeht und Rückbezüge schafft. Die Wahl des Mediums kann dementsprechend ganz unterschiedlich sein. Wir legen uns nicht fest. Wir haben ernsthafte und humorvolle Positionen, Skurriles und Poetisches.

Bitte eine abenteuerliche oder skurrile Anekdote aus Ihrem Off-Space:

Gleich in den ersten Wochen der Zweigstelle rief uns ein befreundeter Galerist an, es liefe Wasser von der Decke. In der Folge dieser ersten Meldung machte eine Serie von drei weiteren Wasserschäden und sechs verschiedenen Fußbodenanstrichen die Planung und Durchführung der Ausstellungen oftmals zu einem Abenteuer und zu einer wortwörtlichen, temporären off-Situation.

Wo und wann hört die Freiheit alternativer Kunstorte auf?

In dem Moment, wo monetäre Überlegungen und Notwendigkeiten eine andere Vorgehensweise ratsam erscheinen lassen.

Wenn Sie kein Off-Space wären, was für ein Raum wären Sie dann?

Eine Galerie mit klassischem Programm, die wir ab 1. April 2010 auch sein werden. Der Projektraum war nur auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt und wird ab April 2010 alleinverantwortlich von Andreas Stucken geführt. Karen Irmer und Angela Stauber bleiben Künstlerinnen der Galerie. Ihr erstes gemeinsames Projekt innerhalb der neuen Organisationsform wird eine raumbezogenene Arbeit im Rahmen vom Ruhr 2010 im Raum 3 in Essen sein. Karen Irmer präsentiert ihre Arbeiten Ende April mit einer fotografisch-narrativen Installation in der Zweigstelle.

Was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Dass alle von uns vorgestellten Künstler Kunstgeschichte machen.

Fakten, Fakten, Fakten: Gründungsjahr: 2008. Leitung: Andreas Stucken Wie viele Helfer/Mitarbeiter: Zwei engagierte Mitarbeiterinnen. Unbezahlter Arbeitsaufwand pro Woche: ziemlich viel, aber mit Spaß. Ausstellungsfläche: ca. 100 Quadratmeter. Altersdurchschnitt der Besucher: alles dabei. Jahresbudget: keine Angabe.

"Zweigstelle"

Adresse: Lehrter Straße 37, 10557 Berlin. Aktuelle Ausstellung: Haubitz + Zoche "Agenten und Streber". Öffnungszeiten: Donnerstags und Freitags jeweils von 14-19 Uhr, Samstags von 10-14 Uhr.

http://www.zweigstelle-berlin.de

info@zweigstelle-berlin.de

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1 Leserkommentar vorhanden

ArtiBerlin

16:15

08 / 04 / 10 // 

Kompliment

Interessante und gut überlegte Fragen. Toll! www.artiberlin.de

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