Update

London

Kunst im East End
Die Tube Station "Bethnal Green", der Stadtteil des Londoner East End ist mittlerweile zum Galeriezentrum geworden (Foto: Sunil060902/ Creative Commons)

KUNST IM EAST END

Unsere Serie "Update" präsentiert Ihnen jeden Monat die schönsten Kunstorte einer Stadt. Diesmal: London.
// HANS PIETSCH, LONDON

Bei Vernissagen und am ersten Donnerstag des Monats kann man sich in der Vyner Street nur schwer einen Weg durch die Menschenmenge bahnen. Die winzige Straße in Bethnal Green ist in den letzten Jahren zu einem Galerienzen­trum geworden. Der Riese unter ihnen ist Anthony Wilkinson.

Auf mehreren schicken Stockwerken zeigt er auch deutsche Maler wie Matthias Weischer. Andere kommen und gehen. Bethnal Green als Galerienstandort geht auf ­Maureen Paley zurück, die in den achtziger Jahren in ihrem winzigen Privathaus in der Beck Road Künstlern wie Helen Chadwick den Weg ebnete. Inzwischen hat die Amerikanerin ein paar Straßen weiter stadteinwärts ein zweistöckiges Gebäude bezogen, wo sie sich um eine neue Generation von Künstlern kümmert.

In ihrer Nachbarschaft macht Herald Street eines der innovativsten Programme des East End. Von hier ist es nur ein Katzensprung zum Hoxton Square. Londons erfolgreichster Galerist Jay Jopling hat mit seiner Galerie White Cube den grünen Platz in Shoreditch neu belebt. Liebhaber von zeitgenössischem Design kommen bei Kenny Schachter auf ihre Kosten, und wen die viele Kunst hungrig gemacht hat, kann sich im Hoxton Apprentice von ehemals arbeitslosen Jugendlichen bekochen lassen.

Ein Geheimtipp anderer Art ist das Institute of International Visual Arts, das sich in einem von David Adjaye entworfenen Neubau der Kunst kultureller Minderheiten widmet. Im Bricklayers Arms um die Ecke, wo früher die Young British Artists tranken, geht es heute ruhiger zu. Was man von Cordy House nicht immer sagen kann. In dem sechsstöckigen Club lässt sich trotzdem gut der Abend beenden.

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