Update

Lyon

Von Bocuse zu Le Corbusier
Das Musée des Beaux-Arts de Lyon (© Foto: Muriel Chaulet)

VON BOCUSE ZU LE CORBUSIER

Unsere Serie "Update" präsentiert Ihnen jeden Monat die schönsten Kunstorte einer Stadt. Diesmal: Lyon.
// HEINZ PETER SCHWERFEL

Lange verkannt als malerisches, aber langweiliges Mekka der Kochkunst, hat sich die wohlhabende Bürgerstadt Lyon nicht zuletzt dank seiner Kunst-Biennale zu einer der attraktivsten Kulturstädte Frankreichs entwickelt.

Weiterhin kann man bei den Sterne-Köchen Bocuse und Chapel oder in der Traditionsbrasserie Léon de Lyon fein und teuer speisen, vor allem aber zwischen den Mahlzeiten alte und neue architektonische Bravourstückchen bewundern. Der Rundgang beginnt bei den ehemaligen Schlachthöfen, heute nach ihrem Architekten Halle Tony Garnier benannt, einer 17000 Quadrameter großen Metall- und Glaskonstruktion, Ende der neunziger Jahre restauriert und seither als Mehrzweck- und Ausstellungshalle genutzt.

Ebenfalls von Garnier ist das von über 10000 Bürgern bewohnte Quartier des Etats-Unis aus den zwanziger Jahren, eine frühe Idealstadt für Lyons Industriearbeiter, als urbane Utopie Inspiration für den nahen Vorort Firminy mit über 1000 Sozialwohnungen, der erst 2006 vollendeten Kirche St. Pierre von Le Corbusier und seiner legendären Unité d’Habitation. Ähnlich spektakulär wie Le Corbusiers Hochhausriegel ist Jean Nouvels Überbauung der alten Lyoner Oper mit einer gewölbten, das historische Zentrum und eine große Brunnenanla­ge von Daniel Buren überragenden Dachetage.

Gleich daneben das Musée des Beaux-Arts mit einer opulenten Sammlung von der Antike bis zur Moderne. Am besten mit dem Schiff erreicht man die Spielorte der diesjährigen Biennale: die am Ufer der Rhone gelegenen Sucrière, ein Lagerhauskomplex aus den dreißiger Jahren, und Renzo Pianos schmuckes Musée d’art contemporain (MAC) aus rotem Backstein und viel Glas im neuen Messeviertel der Stadt.

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