Unser e.V.

Kunstverein Brühl

UNSER E.V. – Kunstverein Brühl
BKV-Ausstellungsraum Aussenansicht (Foto: Doris Krampf)

UNSER E.V. – KUNSTVEREIN BRÜHL

In unserer Serie "Unser e.V." stellen wir Ihnen jede Woche einen neuen Kunstverein vor. Diesmal: zehn Fragen an Doris Krampf, Vorsitzende des Brühler Kunstvereins.
// JUDITH BEHNK

Frau Krampf, über welche Ausstellung wurde am meisten gestritten? Und warum?

Doris Krampf: Da ich erst seit gut 3 Jahren den Brühler Kunstverein gemeinsam mit meiner Stellvertreterin Ute Remus leite, kann ich nur über die Ausstellungen während unserer Vorstandstätigkeit urteilen. 2008 zeigten wir eine Installation mit Fotografie der weißrussischen Künstlerin Marina Naprushkina mit Titel "Wenn ich an das kalte Russland denke, gehen mir als erstes die schönen heißen Sommer durch den Kopf". Im Fokus ihrer künstlerischen Arbeit steht die Auseinandersetzung mit ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Herkunft.

Ihre Arbeit ist konzeptionell und politisch – mit kritischen Bezügen, aber ebenso ironischen Verzerrungen zum Postsozialismus des weißrussischen Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko. Unsere Besucher fanden nur schwer einen Zugang zu Ihrer Arbeit, nicht wegen des politischen Statements sondern wegen der minimalistischen Umsetzung mit einer Landschaftspanoramafotografie, zwei Holzplatten mit runden Ausschnitten, die die Umrisse zweier Pipeline nachbildeten sowie fotografischen Erinnerungen und Briefen verschiedener Drushba-Pipeline-Arbeiter, Dokumenten und Landkarten.

Und welches war Ihre bestbesuchte Ausstellung?

Die bestbesuchte Ausstellung war unsere Jubiläumsausstellung zum 35-jährigen Bestehen des Vereins mit einer kleinen Retrospektive, die die Geschichte des Vereins mit Dokumenten und Erinnerungen aufleben ließ. Begleitet wurde der Rückblick mit einer Präsentation von Arbeiten aus den frühen 70er Jahre der Gründungsmitglieder Willi und Ruth Frommberger, Edith und Dieter Reick, Hans Günter Obermaier, Brigitte Dannehl und Margret Sander.

Wenn Sie eine eigene Sammlung haben: Wo liegt der Schwerpunkt?

Wir haben keine eigene Sammlung.

Welche Künstler würden Sie gerne einmal ausstellen?

Uns interessieren alle Verkannten und Unverkäuflichen mit guten Ideen und Konzepten.

Wohin führte Sie die letzte gemeinsame Reise?

Nach Hagen – um die zweite Station des "Holzweges" von Clemens Botho Goldbach zu sichten. Verbunden mit dem Besuch des Emil Schumacher Museums/ Karl-Ernst-Osthaus-Museum. Besonders empfehlenswert ist die Arbeit "Die Architektur der Erinnerung" von Sigrid Sigurdsson!

Was war die bislang höchste Spende?

Eine Privatspende in Höhe von 150 Euro.

Was würden Sie Ihrem Verein generell wünschen?

Wir würden unserem Verein mehr Besucher, mehr Aufmerksamkeit und keine weiteren finanziellen Streichungen wünschen.

Wenn Sie kein Kunstverein wären, was für ein Verein wären Sie dann?

Ein Verein für Improvisationskünstler.

Wo sehen Sie den Verein in den nächsten zehn Jahren?

Unsere Visionen zielen auf vergrößerte Ausstellungsflächen und geförderte Künstlerateliers (Stipendien).

Drei Gründe, bei Ihnen Mitglied zu werden?

Wir richten unseren Fokus auf junge, zeitgenössische Kunst, der wir uns annähern, sie fördern und darüber streiten.

Gründungsjahr: 1972 Mitgliederzahl: ca. 100 Altersdurchschnitt: 40-50 Jahresbeitrag: 35,- € Einzelmitgliedschaft/ 55,- € Doppelmitgliedschaft/ 20,- € Schüler, Studenten, Künstler Ausstellungsfläche: ca. 85 qm Jahresbudget: 5000 € bei 4 - 6 Ausstellungen Leitung: Doris Krampf M.A./ Ute Remus

Aktuelle Ausstellung vom Brühler Kunstverein: Cornelia Rößler, "Lebenszeit"

Cornelia Rößler, "Lebenszeit" Foto- und Videoinstallation (3.10.- 24.10.09). Kommende Ausstellung: Dorothee Joachim "True Value", Malerei (28.11.09 – 09.01.2010).

http://www.bruehler-kunstverein.de

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