Museum hängt Bilder tiefer

Kunst für Kinder

Das Dresdner Albertinum hängt Kunstwerke tiefer. Auch Kinder sollen schließlich Spaß im Museum. Das angesprochene Publikum legte bei der Neugestaltung gleich selber Hand an.
Kunst für Kinder

Das Dresdner Albertinum hängt Kunstwerke tiefer. Auch Kinder sollen schließlich Freude im Museum haben. Und das angesprochene Publikum legte bei der Neugestaltung gleich selber Hand an.

"Ich find's gut so", sagt der sechsjährige Jonas. Herr Neumann hat es auf Anhieb richtig gemacht - oder doch nicht? Als der Konservator des Dresdner Albertinums, Holger Birkholz, ihn und sieben weitere Mini-Kuratoren am Mittwochnachmittag um ein paar Schritte nach vorn zu dem kleinformatigen Männerporträt bittet, sind sich die Sechs- bis Achtjährigen schnell einig: es muss doch etwas höher. Mit Hilfe der Kinder wurden acht Werke des Malers Ferdinand von Rayski (1806-1890) und ein weiteres Gemälde tiefer gehängt.

"Wir wollen junge Menschen für Kunst begeistern, die ist bisher aber nicht auf ihrer Augenhöhe zu sehen", sagte Museumsdirektorin Hilke Wagner. Birkholz und die Kunstvermittlung kamen daher auf die Idee, sie den Jüngsten auch praktisch näher zu bringen. "Es passt gut zu Rayski, der oft Kinder und Tiere und zutiefst menschliche Bilder mit Humor gemalt hat, die die Liebe zum Menschen vermitteln."

Und so dirigierten Kinder die behandschuhten Männer mit den Bildern, bis alle zufrieden waren. Den "Hans" rückten Jonas und Alfons (7) sogar selbst zurecht - in den weißen Handschuhen der Großen. Sie mussten die identische Kopie des Kinderbildnisses auf Pappe mehrere Minuten auf Position halten. Wenn es nach Albertinum-Chefin Wagner geht, können die Rayskis langfristig "unten" bleiben. "Es ist ein Experiment."

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