Finanzprobleme der Documenta 14

Land und Stadt Kassel retten Documenta

Land und Stadt Kassel retten Documenta

Der künstlerische Leiter der Documenta 14, Adam Szymczyk

Das Land Hessen und die Stadt Kassel haben nach Informationen der Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" die Kunstausstellung Documenta aus finanziellen Schwierigkeiten retten müssen. Das Blatt berichtete am Dienstag, dass Stadt und Land Bürgschaften über jeweils 3,5 Millionen Euro für Darlehen übernommen haben. Der Gesamtetat der Documenta für die laufende Ausstellung liegt bei 37 Millionen Euro. Der genaue Grund für das finanzielle Loch war zunächst unklar.

"Als Aufsichtsratsvorsitzender kann ich bestätigen, dass mich die Geschäftsführung der Documenta und Museum Fridericianum gGmbH Ende August 2017 über drohende finanzielle Engpässe informiert hat", teilte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) am Dienstag mit. Geselle sagte, auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats habe die Geschäftsführung die finanzielle Lage dargestellt und einen "aktualisierten Liquiditätsplan" vorgelegt. Dadurch habe der Betrieb der Documenta 14 bis zu ihrem Abschluss an diesem Wochenende gesichert werden können.

Die Gesellschafter - Stadt Kassel und Land Hessen - hätten zudem vereinbart, dass die Documenta auch darüber hinaus zahlungsfähig bleiben soll. "Dazu werden derzeit Sicherheitszusagen der Gesellschafter vorbereitet, damit die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft wieder sichergestellt wird." Die Geschäftsführung müsse einen Bericht zur wirtschaftlichen Lage vorlegen. Parallel sei eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt worden.

Zur Halbzeit der Documenta in Kassel hatten die Macher um den künstlerischen Leiter Adam Szymczyk noch eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Sehr zufrieden können wir auf den bisherigen Verlauf der Documenta 14 in Athen und Kassel zurückblicken", sagte Ende Juli die Geschäftsführerin der Documenta, Annette Kulenkampff. Bis Ende Juli seien 445 000 Besucher gezählt worden, das seien 17 Prozent mehr gewesen als bei der Halbzeit der vorherigen Documenta im Jahr 2012.

Die Documenta ist die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst und wird seit 1972 alle fünf Jahre veranstaltet. In diesem Jahr war mit Athen erstmals eine weitere Stadt gleichberechtigter Standort der Documenta neben Kassel.

Die Ausstellung in Athen war bereits Mitte Juli nach 100 Tagen zu Ende gegangen. In Kassel dauert die Documenta noch bis zum Sonntag (17.9.) an. Mehr als 160 Künstler zeigen dort an 30 Standorten ihre Werke.

Documenta 14
So gigantisch, dass sie nur alle fünf Jahre stattfinden kann: Die Documenta in Kassel ist eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen zeitgenössischer Kunst. Hier finden Sie Bilder, Berichte und Highlights aus Kassel und Athen