Maler Karl Otto Götz gestorben

Pionier der abstrakten Kunst

Der Maler Karl Otto Götz ist tot. Der Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit sei am Samstag im Alter von 103 Jahren gestorben.
Pionier der abstrakten Kunst

KO Goetz vor seinem Wohnhaus bei Neuwied im Westerwald

Über den Tod unterrichtete der Geschäftsführer der K.O. Götz und Rissa-Stiftung, Joachim Lissmann, am Montag die Deutsche Presse-Agentur. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Der als K.O. Götz bekannte Maler starb demnach in seinem Haus im rheinland-pfälzischen Niederbreitbach-Wolfenacker im Westerwald.

Geboren wurde K.O. Götz am 22. Februar 1914 in Aachen, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Unter den Nazis hatte er wegen seiner Vorliebe für Abstraktes Malverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte K.O. Götz die deutsche Kunst mit seiner abstrakten Malerei wieder international hoffähig. Er war als einziger Deutscher Mitglied der internationalen Künstlergruppe CoBrA.

Gerhard Richter und Sigmar Polke waren seine Schüler

20 Jahre bis 1979 lehrte Götz als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Schüler Gerhard Richter und Sigmar Polke wurden weltberühmt.

Götz war einer der wichtigen deutschen Informel-Maler, zu denen auch Gerhard Hoehme, Bernard Schultze oder Fred Thieler zählten. Berühmt wurde er mit großformatigen gestischen Schwarz-Weiß-Kompositionen, die in vielen Museen und politischen Machtzentren hängen.

Noch mit über 100 Jahren hatte der fast erblindete Götz mit Hilfe seiner Frau Rissa gemalt. Grundprinzipien der Technik von K.O. Götz waren das sekundenschnelle Malen. Er trug mit breiten Pinseln Farbe auf die verkleisterte Leinwand auf und zog dann blitzschnell einen Gummirakel über die Fläche. Die stilistischen Anfänge des Biennale- und Documenta-Teilnehmers lagen nah bei den Surrealisten und Miró.

»Ein Jahrhundertwerk«

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) würdigte den am Samstag gestorbenen Maler. Götz habe "wesentlich dazu beigetragen, dass die deutsche Kunst in den Jahrzehnten nach der Kulturbarbarei weltweit respektiert und geschätzt wurde", betonte Laschet am Montag. Götz wurde 1914 in Aachen geboren und war 20 Jahre lang bis 1979 Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. "Götz bleibt in seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen unvergessen", versicherte Laschet, seine Arbeiten seien "ein Jahrhundertwerk".

Was ist Informelle Kunst?

Mehr künstlerische Haltung als einheitlicher Stil: Der Kunstkritiker Michel Tapié versuchte, verschiedene abstrakte Strömungen der Nachkriegszeit zusammenzufassen und prägte anlässlich einer Ausstellung in Paris Anfang der 1950er Jahre den Begriff "Art Informel". Als Gegenbewegung zur geometrischen Abstraktion rückte die Informelle Kunst Gefühl, Intuition, Spontaneität und Zufall in den Fokus, um die klassischen Form- und Kompositionsprinzipien zu überwinden. Dynamische Prozesse traten an die Stelle geplanter Ergebnisse.

Der Jahrhundertkünstler
Karl Otto Götz war ein Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit. Er unterrichtete Gerhard Richter, Sigmar Polke und Gotthard Graubner und prägte so eine ganze Generation deutscher Maler. Nun wird er 103 Jahre alt – und malt immer noch