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Lesetipps August
DIE LESETIPPS DES MONATS
Stephan Balkenhol: Public
Eigentlich wirken sie immer ein wenig traumverloren und abwesend – aber vielleicht sind die Figuren des Bildhauers gerade deshalb auf Straßen und Plätzen der Republik so gern gesehen, denn zugleich fügen sie sich mit einer geradezu frappierenden Selbstverständlichkeit in die Öffentlichkeit ein. Von solch schöner Beiläufigkeit ist ihre Anwesenheit inzwischen, dass sich Balkenhols Menschen (und Tiere) nun auch schon, wie dieser informative Band beweist, über die Grenzen hinaus vorwagen und in Paris oder London ebenso zu finden sind wie in Johannesburg oder Chicago. (Hatje Cantz Verlag. 144 S., 238 Abb., 39,80 Euro)
David Hockney: Nur Natur – Just Nature
Aus dem britischen Yorkshire brach er einst nach Kalifornien auf, um dort nicht zuletzt mit leuchtend hellen Bildern von Wasser und Sonne zu Weltruhm zu gelangen – 2005 ist der inzwischen 72-jährige Maler in seine Heimat zurückgekehrt und hat sich dort ganz andere Motive erschlossen: die auf den ersten Blick eher unspektakulären Schönheiten der englischen Landschaft. Über 70 dieser fast meditativ wirkenden Studien über Tages- und Jahreszeiten in der Natur sind jetzt bis 27. September in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall zu sehen und werden von diesem kenntnisreichen Katalog begleitet. (Swiridoff Verlag. 231 S., über 70 Abb., 39,80 Euro)
Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen
Sie war sich – wie viele ihrer besten Kollegen – für nichts zu schade: Das subtile Starporträt von Marilyn Monroe gelang der 1912 in Philadelphia geborenen Eve Arnold ebenso selbstverständlich wie die aufrüttelnde Sozialreportage über eine Irrenanstalt in Haiti. Und gleichsam nebenbei führte die Amerikanerin mit ihren Aufnahmen noch als eine der Ersten den Nachweis, dass Frauen mit der Kamera mindestens so gut umgehen können wie Männer. Das ganze Spektrum ihrer Arbeit dokumentiert dieser Band, der zudem Zeitgenossinnen zu Wort kommen lässt. (Collection Rolf Heyne. 176 S., 150 Abb., 29,90 Euro)
Siegfried Gohr: Magritte
Fast hatte man ja schon vergessen, wie oft er unsere Sehgewohnheiten unterlaufen oder gar genarrt hat, doch jetzt geben ein im Juni neu eröffnetes Magritte-Museum in Brüssel und diese große Monografie wieder vortrefflich Gelegenheit, die phantastische Bilderwelt des Belgiers (1898 bis 1967) neu zu erkunden. Und der Karlsruher Kunstprofessor Siegfried Gohr hilft mit einem klugen Text, die Beharrlichkeit zu begreifen, mit der dieser eigensinnige Großmeister des Surrealismus zu Werke ging und zu einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts wurde. (DuMont Buchverlag. 320 S., 400 Abb., 68 Euro)

