Proteste gegen Tier-Performance von Künstler Nitsch

Australier laufen Sturm

Mit einer Petition fordern australische Bürger das Verbot einer Performance von Hermann Nitsch
Australier laufen Sturm

Hermann Nitsch, 2016, im Wiener MUMOK

Tausende Australier haben sich gegen eine geplante Performance des österreichischen Aktionskünstlers Hermann Nitsch (78) mit einem frisch geschlachteten Bullen gewandt. In einer Petition forderten mehr als 14 000 Menschen, dass die für Juni auf der zu Australien gehörenden Insel Tasmanien geplante Aufführung verboten wird. Während der dreistündigen Performance wird kein Tier getötet, doch gehören Blut und der Kadaver eines frisch geschlachteten Bullen dazu.

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Nitsch ist dafür bekannt, Tierkörper, Blut und Teile geschlachteter Tiere zu benutzen. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Wiener Aktionismus. Die Aufführung, die als "blutiges Opferritual" beschrieben wird, soll im Rahmen des Dark-Mofo-Kunstfestivals in einem Museum in der Inselhauptstadt Hobart stattfinden. Der Gründer des Museums für Alte und Neue Kunst, David Walsh, verteidigte die Aufführung. "Ich will, dass die Zuschauer darüber nachdenken, warum Fleisch als Lebensmittel in Ordnung ist, aber Fleisch für Rituale oder Unterhaltung nicht", schrieb er in dem Museumsblog.

Der künstlerische Direktor von Dark Mofo, Leigh Carmichael, betonte, die Show werde "machtvoll" sein. Zutritt hätten nur Zuschauer, die älter als 18 Jahre seien. "Es ist die Absicht des Künstlers, dass das Fleisch nach der Performance gegessen wird", schrieb er in einer Erklärung. "Wir arbeiten daran, die Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften dafür zu erfüllen."

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